Gottfried Eder ist heimgegangen zum Vater, zur Mutter des Lebens.

04.03.2012, Hans Peter Hurka

 

Sein Leben war ausgefüllt, ja vielleicht auch übervoll. Seit der Jugend war er mit der Kirche in seiner Pfarre verbunden. Er heiratete seine geliebte Hanni und gründete mit ihr eine Familie. Vom Beruf war er Nachrichtentechniker. Zeit seines Lebens arbeitete er bei der Post/Telekom.

Nebenbei war er immer auch in der Pfarre. Zuletzt als Gemeindeassistent. Er war einer der Ersten, die nebenberuflich in der Team- Leitung der Pfarre Rodaun als guter Geist wirkte. Dabei war er stolz darauf, als Laie ein Stück weit strukturelle Änderungen in der Kirche mitbewirkt zu haben. Seine soziale Ader ließ ihm für Joop Kopmans in Brasilien genauso eintreten wie für die Jugend oder gegen soziale Missstände im Betrieb oder im Wohnfeld seiner Pfarre.

Gottfried Eder wurde am 8. Juni 1945 geboren. Am Montag, 20. Februar 2012, 13:10 Uhr, war der irdische Lebensweg von Gottfried zu Ende gegangen. Es war plötzlich nach einem Schiurlaub. Ein Aortariss war die Ursache und die Ärzte schafften es nicht mehr, sein Leben zu retten.

Goffy, wie er von seinen Freunden gerufen wurde, war sehr verträglich. Immer wieder setzte er sich für Lösungen ein, die von möglichst allen mitgetragen werden konnten. Er hatte ein Ohr und konnte zuhören. Und er hatte Hände, die viel konnten und ihn immer wieder zupacken ließen. Gottfried wendete sich „hochgestellten“ genauso wie „einfachen“ Menschen zu. Er hatte für alle ein Herz. Umso schmerzlicher ist es, dass sein Herz zeriss.

Sein Traum war eine Kirche, die sich engagiert am Ort für die Menschen einsetzt und dabei die Armen in den Ländern des Südens nicht vergisst. Er trat gegen Diskriminierung der Frauen genauso ein wie für eine zeitgemäße Liturgie und die Beteiligung der Menschen bei Entscheidungen in der Kirche oder in der Politik. Partnerschaft und Wertschätzung sowie Selbständigkeit und Eigenverantwortung gehörten zu den Werten die er verfolgte.

Als Vertreter der Basisgemeinde Rodaun vertrat er diese im Vertretertreffen der Basisgemeinden im Wiener Raum seit mehr als 30 Jahren. Seine konstruktive Art auch schwierige Probleme anzugehen war in vielen Fällen sehr hilfreich. Zuletzt organisierte er im Herbst 2011 das Regionalforum der Basisgemeinden im Pfarrverband Großstelzendorf. Ob es Zufall ist? Der dortige Pfarrer Johannes Leuthner ist wenige Wochen nach unserem Besuch an Herzversagen gestorben. Heute fehlt auch Gottfried unter uns.

Gottfried wird uns sehr fehlen. Aber uns trägt die Hoffnung, dass er uns aus der Vollendung weiterhin mit seinem Geist der liebenden Gemeinschaft begleiten wird. So werden wir weiterhin mit ihm bis in Ewigkeit verbunden sein.

DANKE, Gottfried, für alles was Du uns geschenkt und eröffnet hast!  

 

 

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