Am Sonntag, den 4. Jänner 2015 hat Papst Franziskus die Ernennung der neuen Kardinäle angekündigt und für einige Überraschungen gesorgt:

Viele neue Kardinäle kommen aus der so genannten „3. Welt“ oder sehr kleinen Diözesen, wie z. B. der Bischof von Tonga, einem Inselstaat im Pazifik mit ca. 14.000 Katholiken; der Erzbischof der kleinen Kapverdischen Inseln; der Bischof der völlig unbedeuteten Provinzstadt namens David in Panama; der Erzbischof von Rangun/Myanmar. Zwei Bischöfe Italiens aus der „zweiten Reihe“ erhielten den Kardinalshut: Francesco Montenegro vom Bistum Sizilien und Lampedusa, der in der italienischen Bischofskonferenz die Kommission für Migration leitet, und Bischof Edoardo Menichelli, Erzbischof von Ancona-Osimo. Von der Kurie wurde nur ein einziger Bischof zum Kardinal ernannt: Erzbischof Dominique Mamberti, der Leiter des obersten vatikanischen Gerichtshofs. Interessant ist auch die Ernennung des deutschen Erzbischofs Karl-Josef Rauber, der als vatikanischer Botschafter in der Schweiz den damaligen Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano brüskierte, indem er in der Causa Bischof Wolfgang Haas nicht die Direktiven Sodanos unverzüglich umsetzte, sondern sich zuerst mit den Schweizer Bischöfen darüber beriet, wie vorzugehen wäre. Rauber bezeichnete 2010 den Brüsseler konservativen Erzbischof André Léonard als ungeeignet für sein Amt und offenbarte, dass Léonard nur auf Wunsch „von oben“ in sein Amt gehievt wurde, obwohl er auf keinem Dreiervorschlag stand. (http://de.radiovaticana.va vom 4. 1.; Kathweb/KAP v. 5. 1.; Die Furche v. 6. 1.; JA v. 18. 1.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der ehemalige muslimische Berater des Großimams der Kairoer Universität al-Azhar wird mit einer hohen päpstlichen Auszeichnung, dem päpstlichen Piusorden, geehrt. Wie der Vatikan am 3. Februar bestätigte, wird Mohamed Mahmoud Abdel Salam den „Großkomtur des Piusordens“ am 26. März für seine „hervorragende Arbeit“ im interreligiösen Dialog und für die Stärkung der Beziehungen zwischen der römisch-katholischen Kirche und al-Azhar erhalten. Al-Azhar gilt als die höchste Autorität des sunnitischen Islam. Die Nachricht kommt am selben Tag, an dem Papst Franziskus seine Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate beginnt. Dort wird er am 4. Januar in Anwesenheit des Großimams von al-Azhar, Ahmed al-Tayyeb an einem hochkarätig besetzten interreligiösen Treffen in Abu Dhabi teilnehmen. (vn v. 3. 2.; Die Furche v. 7. 2.)

     

  • Ein Drittel der US-Bischöfe befürworten die Ordinierung von geeigneten Frauen zu Diakoninnen und Priesterinnen: Das ist das Ergebnis einer am 23. Jänner veröffentlichten Umfrage des „Center for Applied Research in the Apostolate“ der Georgetown University in Washington. Allerdings sind nur 27 Prozent der Bischöfe der Ansicht, dass der Vatikan eine solche Weihe für Frauen erlauben wird. 79 Prozent der Befragten glauben, dass die US-Bischofskonferenz die Ordinierung von Frauen einführen würde, sollte der Vatikan eine solche Weihe erlauben. (JA v. 3. 2.)

     

  • Papst Franziskus wünscht sich einen Nahen Osten als „Ort des Friedens“. Das sagte er am 1. Februar den Angehörigen der gemischten Gesprächskommission von Katholiken und Altorientalen im Vatikan. Vom Psalm-Vers 133,1 ausgehend wies Franziskus auf die bisherigen Erfolge des ökumenischen Dialogs zwischen der römisch-katholischen Kirche und den (alt)orientalisch-orthodoxen Kirchen hin. „Dieser Dialog veranschaulicht gut, wie sich die verschiedenen theologischen Formeln oft ergänzen und nicht gegeneinander antreten, wie es bereits das Zweite Vatikanische Konzil hervorhob.[…] Ich bete und ermutige alle, dass die gegenwärtigen Überlegungen über die Sakramente uns allen helfen kann, den Weg zur vollen Gemeinschaft zu finden, der zur gemeinsamen Feier der Heiligen Eucharistie führt.“ Die meisten orientalisch-orthodoxen Kirchen befinden sich in Ländern zwischen Ägypten (Kopten), Syrien bis in den Irak. Der Papst erinnerte an das Friedensgebetstreffen in Bari vom 7. Juli 2018. „Ich möchte allen christlichen Gläubigen im Nahen Osten meine Nähe bekunden. […] Der Nahe Osten muss zu einem Ort des Friedens werden, er darf nicht länger ein Ort des Konflikts sein. Der Krieg, geschürt durch Macht und Elend, soll dem Frieden weichen, der von Recht und Gerechtigkeit getragen wird, und unsere christlichen Brüder und Schwestern in jenen Ländern sollten als selbstständige und gleichberechtigte Bürger anerkannt und geschützt werden.“ Am Schluss beteten alle gemeinsam das Vaterunser, jeder in seiner Sprache. (vn v. 1. 2.)

     

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