Anderes

Der englische Kardinal Vincent Nichols bittet für die Art und Weise der früheren Adoptionsvermittlung unehelich geborener Kinder durch die römisch-katholische Kirche um Entschuldigung. Das damalige Verhalten der Verantwortlichen habe es „manchmal an Sorge und Sensibilität fehlen“ lassen, zitierte der Sender BBC am 3. November den Erzbischof von Westminster. Viele damals ledige Mütter beklagen, sie hätten ihre Kinder damals nur unter massivem Druck in die Obhut religiöser Organisationen gegeben. Kardinal Nichols, Primas der römisch-katholischen Kirche in England und Wales, zeigt in seiner Erklärung Mitgefühl mit diesen Frauen. (www.de.radiovaticana.va u. kap v. 3.11.)

 

Die römisch-katholische Kirche in Ruanda bittet für ihre unrühmliche Rolle beim Völkermord von 1994 um Vergebung. Die Kirche als Institution sei damals zwar nicht Partei gewesen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der neun ruandischen Bischöfe zum Abschluss des von Papst Franziskus ausgerufenen Heiligen Jahres. Allerdings hätten Kirchenmitglieder, auch Geistliche, den Völkermord entweder mitgeplant, unterstützt oder mit ausgeführt. Die Kirche bedauere die Taten all jener Gläubigen, die damals am Genozid beteiligt waren, so die Erklärung der Bischofskonferenz, die landesweit in Gottesdiensten verlesen wurde. Experten und Opfer begrüßten am 21. November die Entschuldigung. „Es ist ein positiver Schritt, dass die Kirchenführer vereint auftreten und sich entschuldigen", zitiert die ruandische Zeitung New Times den Vorsitzenden von Ruandas „Kommission gegen Völkermord", Jean-Damascene Bizimana. (www.de.radiovaticana.va u. kna v. 21. 11.)

 

Südafrikas oberster Bischof Stephen Brislin hat die Opfer von sexuellem Missbrauch um Entschuldigung gebeten. In einem öffentlichen Brief gestand der Vorsitzende der Südafrikanischen Bischofskonferenz Fehler bei der Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen im kirchlichen Raum ein. Die Entschuldigung wurde in sechs südafrikanischen Sprachen veröffentlicht. (www.de.radiovaticana.va u. kna v. 30. 11.; JA v. 11.12.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Gemeinsam gegen Extremismus: Der Papstbesuch in Ägypten im April kann wichtige Impulse liefern, um ein gemeinsames Gegengewicht zu radikalen Strömungen im Islam zu bilden. Das sagte im Gespräch mit Radio Vatikan der ägyptische Islamwissenschaftler Pater Khalil Samir: „Die politische Linie ist gemeinsam: Wir wollen Frieden. […] Letztendlich wollen wir in Toleranz miteinander leben. Und das ist, was Al-Azhar heute zeigen möchte: ,Wir sind die echte Vorstellung des Islam‘.“ Papst Franziskus wird auf seiner Reise in Kairo mit dem Großimam von Al-Azhar – das ist die höchste Autorität im islamischen Recht für die sunnitischen Rechtsschulen – zusammentreffen. Die Begegnung gilt schon jetzt als historisch. Pater Samir erinnert angesichts extremistischer Tendenzen innerhalb des Islam, bei denen durch eine wörtliche Koranauslegung Gewalt im Namen der Religion gerechtfertigt wird, an die Bedeutung einer historisch-kritischen Koranexegese: Diese nötige „Erneuerung“ müsse allerdings aus dem Islam selbst heraus geschehen: „Ich möchte damit Schluss machen, dass wir Christen unseren Brüdern Muslimen helfen können. Das müssen die Muslime selber tun!“ Auch der ägyptische Präsident al-Sisi habe von einer notwendigen Erneuerung des Islam gesprochen. Der Jesuit verwies auf eine Rede al-Sisis vor 200 Imamen in der Al-Azhar-Universität im Dezember 2014: „Wir brauchen eine islamische Revolution. Dieses Wort hat er benutzt, um den Glauben neu zu denken. Alle haben applaudiert und gesagt: ,Ja, das ist es!‘“. Unter der aktuellen Regierung seien etwa Leute ins Gefängnis gebracht worden, die eine aggressive Islamisierung im Land vorantreiben wollten und dabei übergriffig geworden sind. „Man hat ein bisschen Hoffnung, dass es mit al-Sisi besser wird mit der Zeit", so Samir. (rv v. 5. 4.)]

     

  • Immer mehr Frauen besetzen Führungspositionen an US-Universitäten in römisch-katholischer Trägerschaft. Ihr Anteil stieg seit dem Jahr 2000 um 137%, wie aus einer Erhebung der Vereinigung der katholischen Hochschulen und Universitäten der USA hervorgeht. Die Autoren der Studie kommen zu dem Ergebnis, dass vor allem starke Rollenvorbilder in der eigenen Familie römisch-katholische Frauen motiviert hätten, nach Spitzenämtern zu streben. Von den 220 Hochschulen in römisch-katholischer Trägerschaft wurden 2016 bereits 46 von Laienpräsidentinnen geleitet. (kna u. rv v. 3. 4.; KircheIn 05/2017)

     

  • Für den römischen Kurienkardinal Kurt Koch ist das Bemühen um die Einheit der Christen „wesentlich Versöhnungsarbeit". Eine solche ökumenische Versöhnung sei „das Gebot der Stunde", sagte der Präsident des päpstlichen Einheitsrats am 3. April im Ulmer Münster. Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sagte, der von Martin Luther entwickelte Grundsatz von der Rechtfertigung der Menschen allein durch den Glauben bedeute nicht, dass die konkreten Werke überflüssig seien. Vielmehr stehe die Freiheit eines Christenmenschen dafür, nie das Schicksal der anderen ignorieren zu dürfen. Die beiden Theologen sprachen am Rande des Kongresses von „Unita dei Cristiani". Der 2001 gegründete Verein mit 300 Mitgliedern unterstützt Initiativen zur Förderung der Einheit der Christen. Koch ist als Prokurator eine Art Ehrenvorsitzender. Stellvertretende Prokuratoren sind die württembergischen Bischöfe der beiden großen Kirchen, Gebhard Fürst und Frank Otfried July. (www.kathpress.at/ vom 4. 4.)

     

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