Auch die Muslime sollten eine „Heilige Pforte der Barmherzigkeit“ öffnen, so der ungewöhnliche Vorschlag aus dem Vatikan.

Das sagt der Missions-Verantwortliche des Papstes, Kardinal Fernando Filoni. „Im Herzen des Islam steht doch ein vor allem barmherziger Gott“, sagte Filoni im Gespräch mit Radio Vatikan. „Im Herzen des Islam steht Barmherzigkeit, auch wenn man ihr manchmal die Flügel beschneidet, sie vergisst oder beiseite schiebt. Wir wissen, dass Barmherzigkeit einer der 99 Namen ist, unter denen Gott, Allah, angerufen wird!“ Kardinal Filoni äußerte sich in dem Interview vor allem zur Papstreise nach Afrika. Franziskus hatte unter anderem in der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, Bangui, eine „Heilige Pforte“ geöffnet und damit eine Art Vorpremiere des „Heiligen Jahres der Barmherzigkeit“ geliefert, das offiziell erst am 8. Dezember von Rom aus startet. „Wir Christen öffnen eine Heilige Pforte, die die Pforte der Barmherzigkeit ist – und jetzt erwarten wir uns, dass auch unsere muslimischen Brüder, die an einen barmherzigen Gott glauben, ebenfalls eine Heilige Pforte öffnen. Auch für sie ist das die Pforte der göttlichen Barmherzigkeit, die angewandt, praktiziert werden muss, indem man die Waffen wegwirft“, sagte Kardinal Filoni. (http://de.radiovaticana.va vom 4. 12.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der Erzbischof von Rabat, der Spanier Cristóbal López Romero, zieht eine positive Bilanz der Papst-Visite. „Bis jetzt wurde viel von Koexistenz und Toleranz gesprochen, aber der König sagte im Beisein des Papstes, dass Toleranz eigentlich wenig sei. Das bedeutet, dass wir nun zur Freundschaft, zum gegenseitigen Kennenlernen, zur gegenseitigen Bereicherung und zur Zusammenarbeit übergehen können [...] Wir müssen dazu einen qualitativen Sprung im islamisch-christlichen Dialog machen. […] Das ist schon jetzt im Moment ein gemeinsamer Weg. Wir arbeiten für Bildung, für die öffentliche Gesundheit, für die Förderung von Frauen zusammen, Muslime und Christen, und das muss so bleiben. Aber Barmherzigkeit ist kein Selbstzweck: Sie ist der Weg, um als Brüder und Schwestern zu leben.“ Hinderlich auf dem gemeinsamen Weg sei der Verdacht von Muslimen, dass Christen „Proselytismus“ betreiben würden. Der Papst hat das Thema bei einem Treffen mit Priestern und Ordensleuten angesprochen. Erzbischof López erklärt, es gebe leider „Christen, die es nicht verstehen, dass die Kirche keinen Proselytismus betreiben will. […] Schon Benedikt XVI. sagte: Die Kirche wächst nicht durch Proselytismus, sondern durch Anziehungskraft, durch Zeugnis. Deshalb geht es uns als Kirche hier in Marokko gut: genau weil Proselytismus verboten ist. […] Ich glaube, dass Marokko eines Tages feststellen wird, dass die Christen, zumindest wir Katholiken, dieses Ziel des Proselytismus nicht haben“, stellt López fest. (vn v. 1. 4.)

     

  • Der Marseiller Erzbischof und Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Georges Pontier, hat zum Kampf gegen Hochmut und Machtstreben unter Priestern aufgerufen. „Papst Franziskus hat Klerikalismus in all seinen Formen als Ausdruck und Hauptursache von Störungen im Leben christlicher Gemeinschaften genannt", sagte er zu Beginn der Frühjahrsvollversammlung in Lourdes. Zu der Missbrauchsproblematik zitiert die Zeitung "La Croix" den Bischof von Grenoble, Guy de Kerimel: „Dem gesamten Episkopat ist bewusst, dass wir eine besonders schwere Krise durchmachen.“ Die Kirche werde nicht mehr wie vorher sein. Mehrere Bischöfe sprechen laut Angaben des Blattes von einem „Reinigungsprozess". (kathpress u. KNA u. vn v. 2. 4.)

     

  • Dass Jerusalem zum „Inbegriff des Friedens“ wird, wünschen sich die Patriarchen und Bischöfe der Heiligen Stadt in ihrer gemeinsamen Osterbotschaft. Der „multireligiöse und multikulturelle Status“ Jerusalems müsse erhalten werden, damit alle abrahamitischen Glaubensbekenntnisse die Stadt als Inbegriff des Friedens und der Ruhe erfahren können. Die Patriarchen und Bischöfe versprechen, „für einen gerechten und dauerhaften Frieden in Jerusalem und in der ganzen Welt“ zu beten, vor allem in Regionen, die von Gewalt und Angst gegen schuldlose Menschen und Gottesdienststätten geprägt sind. Dass die menschliche Würde respektiert und geehrt werden muss, zeige sich besonders an Ostern. Die Menschen seien nach Gottes Bild geschaffen und darum gleich an Würde. (vn v. 17. 4.)

     

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