Beim Weihnachtsempfang vor leitenden Mitarbeitern der Vatikan-Verwaltung prangert Papst Franziskus 15 kuriale Krankheiten an.

So etwas sei „bisher noch nie vorgekommen“, sagte Kardinal Giovanni Lajolo, der frühere Präsident der Päpstlichen Kommission für den Staat Vatikanstadt sowie des Governatorats der Vatikanstadt. Normalerweise war immer ein Rückblick über die wichtigsten kirchlichen Ereignisse des vergangenen Jahres das Thema dieser weihnachtlichen Rede. Folgende Vorwürfe erhob der Papst: 1. Die Krankheit, sich „unsterblich“, „immun“ oder geradezu „unersetzlich“ zu fühlen. 2. Die Krankheit des „Martalismmus“, d. h. der übertriebenen Arbeitswut und Geschäftemacherei. 3. Die Krankheit der geistigen und geistlichen „Versteinerung“. 4. Die Krankheit der ausufernden Planung und des Funktionalismus. 5. Die Krankheit der schlechten Absprache untereinander. 6. Die Krankheit des „geistlichen Alzheimer“, d.h. der Vergesslichkeit der eigenen spirituellen Wurzeln. 7. Die Krankheit der Rivalität und der Ruhmsucht. 8. Die Krankheit der schizophrenen Existenz d. h. ein Doppelleben zu führen als Bürokrat in einer „Scheinwelt“ der Vatikanischen Bürokratie. 9. Die Krankheit des Geschwätzes, Gemurmels und Tratschens. 10. Die Krankheit der Vergötterung der Vorgesetzten. 11. Die Krankheit der Gleichgültigkeit gegenüber anderen. 12. Die Krankheit des Beerdigunggesichts. 13. Die Krankheit des Sammelns, d.h. Dinge anzuhäufen, die man eigentlich nicht braucht. 14. Die Krankheit der geschlossenen Kreise durch Gruppen- und Grüppchenbildungen. 15. Die Krankheit des sich Zur-Schau-Stellens und des weltlichen Profits. (http://de.radiovaticana.de vom 22. 12; Katweb/KAP v. 23. 12; Die Furche v. 23. 12. JA v. 4.1. 2015; u.v.a.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Bei einem Besuch in der Kustodie der Franziskaner in Jerusalem dankte Israels Staatspräsident Reuven Rivlin den versammelten Kirchenoberhäuptern für ihren Dienst und äußerte die Hoffnung auf ein weiteres Zusammenleben in Partnerschaft und Frieden. Israel sei allen Religionsgemeinschaften verpflichtet. An dem Treffen nahmen die Oberhäupter der Orthodoxen, der Armenier und der Lateiner im Heiligen Land teil. Die Begegnung des israelischen Staatsoberhaupts mit den Christenführern gehört seit Jahren zu den festen Terminen im Frühjahr. (kap u. vn v. 4. 6.)

     

  • Die Ansprache von Papst Franziskus in Bukarest am 2. Juni vor der Roma-Gemeinschaft in der offiziellen deutschen Übersetzung: „Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag! Ich freue mich, euch zu treffen, und danke euch für eure freundliche Aufnahme. […] Ich trage aber in meinem Herzen eine Last. Es ist die Last der Diskriminierungen, der Absonderungen und der Misshandlungen, die eure Gemeinschaft erlitten hat. Die Geschichte sagt uns, dass auch Christen, Katholiken an diesem großen Leid nicht unbeteiligt sind. Dafür will ich um Vergebung bitten. […] Liebe Brüder und Schwestern, ihr als Volk habt eine Hauptrolle auszufüllen. Ihr müsst keine Angst davor haben, eure besonderen Merkmale, die eure Identität ausmachen und euren Weg prägen und die wir alle so nötig haben, mit uns zu teilen: den Wert des Lebens und der Großfamilie (Vettern und Cousinen, Onkel und Tanten), die Solidarität, die Gastfreundschaft, die Hilfe, Unterstützung und Verteidigung des Schwächsten innerhalb ihrer Gemeinschaften; die Wertschätzung und den Respekt gegenüber den Älteren; die religiöse Bedeutung des Lebens, die Spontaneität und die Lebensfreude. Versagt der Gesellschaft, in der ihr lebt, nicht diese Gaben. […] Und jetzt segne ich euch, aber vorher bitte ich euch um einen großen Gefallen: Betet für mich. Danke!“ (vn v. 2. 6.)

     

  • Die Bedeutung des Besuchs von Papst Franziskus im mehrheitlich orthodoxen Rumänien ist nicht nur für Katholiken, sondern auch für Orthodoxe, ein Schub für die „Ökumene von unten“. Das sagte der orthodoxe Priester Constantin Preda von der Orthodoxen Theologischen Fakultät Bukarest im Gespräch mit Vatican News. Preda nahm an dem Besuch des Papstes in der neuen orthodoxen Kathedrale in Bukarest teil. Er betonte, dass die römisch-katholische Kirche in Italien, Spanien, Deutschland und Frankreich viele Orthodoxe aus Rumänien aufnahm. „Das ist sehr wichtig, denn es gibt eine Ökumene von unten, die dadurch spürbar ist. Das ist eine christliche Solidarität, eine Geschwisterlichkeit, sowie es in der frühen Kirche war. […] Dieser Moment wird historisch bleiben, denn das Treffen und der Besuch von Papst Franziskus in der neuen orthodoxen Kathedrale in Bukarest wird in das historische Gedächtnis dieses Gotteshauses eingehen“, sagte Preda. (vn v. 1. 6.)

     

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