Das Schweizer Dekanat der Region Bern kritisiert in einem offenen Brief den Nuntius, Erzbischof Thomas Edward Gullickson (USA)

Das Schweizer Dekanat der Region Bern kritisiert in einem offenen Brief den Nuntius, Erzbischof Thomas Edward Gullickson (USA), und seine „wenig differenzierten Äusserungen“, die „bei vielen Gläubigen unnötige Aufregungen hervorrufen und sehr wenig positive Resonanz finden.“ Weiter heißt es in dem Brief: „Wir stehen zu unserem Bischof Felix [Gmür, P.W.]. Wir zweifeln auch nicht daran, dass er sein Amt in einem lebendigen Christusglauben wahrnimmt und schätzen es sehr, dass er klar festgehalten hat, dass er an der Regelung im Bistum Basel bezüglich des Predigtdienstes nichts ändern werde. […] Ohne das grosse Engagement von Laien könnte die katholische Kirche Region Bern und auch das ganze Bistum Basel seinen Auftrag schlicht nicht mehr wahrnehmen. [… Wir wünschen] Ihnen die nötige Feinfühligkeit, damit es Ihnen gelingt, die Realität unserer Kirche Schweiz in den nächsten Monaten besser wahrzunehmen und ihre Lebendigkeit nicht vorschnell abzuwerten.“ Unterzeichnet ist der offene Brief von Abbé Christian Schaller, Domherr und Co-Dekan von Bern im Namen des Dekanats Region Bern. (www.kathbern.ch vom 11. 2.; KircheIn 3/2016; Wir-sind-Kirche 89/März 2016; KircheIn 4/2016)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Erstmals wurde der Kurt-Schubert-Gedächtnispreis an einen Muslim vergeben: Der Islamwissenschaftler und Religionspädagoge Zekirija Sejdini wird für interreligiöse Verständigung ausgezeichnet. Laudatorin Martina Kraml, Professorin am Institut für Praktische Theologie an der Universität Innsbruck, beschrieb den diesjährigen Preisträger als „Pionier, Wegbereiter und Brückenbauer […und als] ein Modell für das Gelingen interreligiöser Verständigung und Zusammenarbeit“. Der Preisträger Sejdini sagte, dass die zunehmende Polarisierung, der Antisemitismus, die Islamfeindlichkeit und die Christenverfolgungen die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs zeigen. Es gelte, gemeinsame Werte zu kultivieren, sich zur Vielfalt zu bekennen und „den je eigenen Beitrag für eine plurale Gesellschaft zu leisten“. Konkret gelte es, Verschiedenheiten zu artikulieren und zu akzeptieren und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Er erhielt die Auszeichnung für seine „Verdienste um eine zeitgemäße Erforschung und Vermittlung islamischer Glaubenslehren“, so das „Forum für Weltreligionen", das den Preis 2010 ins Leben gerufen (kap u. Die Furche v. 1. 3.)

     

  • Die befreiende Botschaft Jesu kann viele Frauen nicht erreichen, weil sie in der römisch-katholischen Kirche eine Barriere frauenfeindlicher Ablehnung wahrnehmen. Das bedauert die junge deutsche Theologin Alina Oehler am 8. März in Rom. In der Kirche gebe es „vom Glauben her für die moderne Frau sehr wohl einen Platz“, sagte sie, die in Tübingen und Rom katholische Theologie, Politikwissenschaft und Philosophie studierte, im Gespräch mit „Vatican News“. „Es ist schmerzhaft, aber es ist Realität: in der Kirche herrscht an vielen Stellen […] eine Frauenfeindlichkeit, eine Abwertung von Weiblichkeit.“ Dabei widerspreche Frauenfeindlichkeit „der Tradition und dem Glauben, weil in der Kirche andererseits Frauen so hochgehalten werden“, wie z. B. Maria und die Kirchenlehrerinnen Katharina von Siena, Teresa von Avila und Hildegard von Bingen. Daher sei es ihr ein Anliegen, Männer in der Kirche aufzurütteln, dass sie Frauen ernst nehmen. (vn v. 8. 3.)

     

  • Papst Franziskus hat am 12. März die baptistische Pastorin Bernice King (54 Jahre) in Audienz empfangen. Sie ist Tochter des vor 50 Jahren ermordeten US-amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. (JA v. 25. 3.)

     

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