Das Treffen des Papstes Franziskus mit Kyrill I., dem Patriarchen der orthodoxen Kirche von Moskau und ganz Russland, am Flughafen von Havanna (Kuba) hat zahlreiche Reaktionen und Kommentare ausgelöst.

Diese Begegnung am 12. Februar muss als historisch bezeichnet werden. Eine Reaktion von vielen ist ein Brief von Kardinal Péter Erdö, dem ungarischen Präsidenten des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), an den russisch-orthodoxen Patriarchen. Erdö im Vorfeld des Treffens: „Die Kirche Europas betrachtet dieses Ereignis als einen weiteren erfüllten Schritt in Richtung Einheitlichkeit und gemeinsamen Zeugnis der Christen.“ In Moskau hat der für die Außenbeziehungen des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, die Hintergründe zum geplanten Treffen erläutert: „Das Treffen der Vorsteher der russisch-orthodoxen und der katholischen Kirche wurde lange Zeit vorbereitet. […] Das Moskauer Patriarchat und der Heilige Stuhl wünschen sich, dass dieses Ereignis auch zu einem Symbol der Hoffnung für alle Menschen guten Willens wird.“ Die Frage nach einer möglichen Papstreise nach Russland wurde naturgemäß auch in Rom bei der parallelen vatikanischen Pressekonferenz gestellt. P. Federico Lombardi antwortete ähnlich wie Metropolit Hilarion: Jeder Schritt in Richtung Dialog, Verständigung, Wille zur Annäherung, zum gemeinsamen Weg stelle im Hinblick auf die Vergangenheit einen wichtigen Schritt dar. Pater Lombardi teilte auch mit, dass der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., seine „Zufriedenheit und Freude“ über die Begegnung zwischen dem Oberhaupt der katholischen Kirche und dem Oberhaupt der zahlenmäßig größten orthodoxen Kirche zum Ausdruck gebracht habe. (www.de.radiovaticana.va u. kath.ch u. kap vom 6. 2. u. viele andere Medien)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Anlässlich des islamischen Opferfestes am 1. September hat der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn die gemeinsamen Wurzeln der großen monotheistischen Religionen betont. In seiner wöchentlichen Kolumne in der Zeitung „Heute“ erklärt er, das Opferfest, arabisch „Eid al-Adha“, verweise mit Abraham auf den gemeinsamen Stammvater von Christentum, Islam und Judentum. „Abraham hat Gott so sehr vertraut, dass er bereit war, ihm alles hinzugeben, sogar seinen eigenen Sohn“, so Schönborn über die Hintergründe des Festes. „Gott will aber nicht, dass der Sohn geopfert wird, sondern dass Abraham ihm ganz vertraut.“ Alle Menschen können von diesem Gottvertrauen lernen. „Was du besitzt, hast du von Gott. Sei also großzügig, freigiebig, gastfreundlich. Denn vor Gott sind wir Menschen alle gleich.“ Das Opferfest sei deshalb ein guter Anlass, die spirituellen Reichtümer anderer Religionen kennenzulernen, meint der Kardinal. (rv v. 1. 9.)

     

  • Die Pastoralassistentin Dr. Barbara Velik-Frank stellt in der Zeitschrift „Kirche In“ die Buchausgabe ihrer Dissertation vor: „Die Donaupriesterinnen. Eine heterotrope Provokation“ (treditionVerlag 2017). Damit befeuert sie die Diskussion über ein mögliches Frauenpriestertum in der römisch-katholischen Kirche: „Die Donaufrauen [2002 auf einem Schiff auf der Donau geweiht] zeigen auf, […] dass in der postmodernen Welt diese Kirche nur eine von vielen Optionen ist, sein religiöses Leben zu gestalten. […] Wenn sich alles verändert und möglich ist, dann ist man nicht mehr gebunden oder geleitet von Vorschreibungen, sondern von komplexer Selbstbestimmung.[…] Die Donaufrauen haben experimentiert und gehandelt. Und Gott hat sich ‚außerhalb‘ gezeigt. Sie haben sich die Freiheit der Positionierung genommen. Das Schiff der Donaufrauen repräsentiert somit ein „Sich-Ereignen“ von Kirche“, schreibt Velik-Frank in ihrem Beitrag. (KircheIn 09/2017)

     

  • Am 4. September tagt wieder die gemischte Gesprächskommission zwischen Katholiken und Orthodoxen auf der griechischen Insel Leros. Gastgeber ist der orthodoxe Metropolit Paisios (Aravantinos). Geleitet werden die Gespräche wie immer „ökumenisch“. Von römisch-katholischer Seite nimmt Kardinal Kurt Koch, Präsident des vatikanischen Ökumenerates, teil und von orthodoxer Seite Erzbischof Telmessos Iob (Getcha). Bei dem Treffen geht es um die „künftigen Schritte“ im ökumenischen Dialog. Bei der letzten Versammlung, die im September 2016 im italienischen Chieti stattfand, wurde über die Synodalität und das Papstprimat im ersten Jahrtausend gesprochen. (rv [=de.radiovaticana.va]v. 4. 9.)

     

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