Der ökumenische Dialog zwischen der römisch-katholischen Kirche und den orientalisch-orthodoxen Kirchen wird in Rom mit einer hochrangig besetzten 12. Vollversammlung intensiviert.

Am 30. Jänner wurden die Delegierten von Papst Franziskus zu einer Audienz empfangen. Die orientalisch-orthodoxen Kirchen haben ihre Zentren in Nahost, Afrika und Südasien. Dazu zählen die armenisch-apostolische Kirche, die syrisch-orthodoxe Kirche, die malankarisch-indisch-orthodoxe Kirche (Kerala), die koptisch-orthodoxe Kirche (Kairo), die äthiopisch-orthodoxe Kirche (Addis Abeba) und die eritreisch-orthodoxe Kirche. Eines der wichtigsten Einheitsdokumente dieser „Internationalen Kommission für den offiziellen Dialog zwischen Katholischen und den Orientalisch-Orthodoxen Kirchen“ mit 14 Mitgliedskirchen war die „Wiener Christologische Formel“ im Jahr 1971, „dass der Glaube an Christus als wahrer Mensch und wahrer Gott gemeinsam ist und die unterschiedlichen theologischen Formulierungen auf kulturelle und sprachliche Prägungen zurückzuführen sind“. Seit Montag, den 26. Jänner arbeitet die Kommission an der Finalisierung eines gemeinsamen Dokuments über die „communio“ der christlichen Kirchen in den ersten fünf Jahrhunderten. Pater Gabriel Quicke vom Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen betonte die Wichtigkeit dieses Vorhabens für die heutige Ökumene, „denn es geht um ein wertvolles Erbe, das wir hüten müssen: Das ist die gemeinsame Tradition der fünf Jahrhunderte, bevor es zur Trennung kam“. (Kathweb/KAP v. 29. 1.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Bei einem Besuch in der Kustodie der Franziskaner in Jerusalem dankte Israels Staatspräsident Reuven Rivlin den versammelten Kirchenoberhäuptern für ihren Dienst und äußerte die Hoffnung auf ein weiteres Zusammenleben in Partnerschaft und Frieden. Israel sei allen Religionsgemeinschaften verpflichtet. An dem Treffen nahmen die Oberhäupter der Orthodoxen, der Armenier und der Lateiner im Heiligen Land teil. Die Begegnung des israelischen Staatsoberhaupts mit den Christenführern gehört seit Jahren zu den festen Terminen im Frühjahr. (kap u. vn v. 4. 6.)

     

  • Die Ansprache von Papst Franziskus in Bukarest am 2. Juni vor der Roma-Gemeinschaft in der offiziellen deutschen Übersetzung: „Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag! Ich freue mich, euch zu treffen, und danke euch für eure freundliche Aufnahme. […] Ich trage aber in meinem Herzen eine Last. Es ist die Last der Diskriminierungen, der Absonderungen und der Misshandlungen, die eure Gemeinschaft erlitten hat. Die Geschichte sagt uns, dass auch Christen, Katholiken an diesem großen Leid nicht unbeteiligt sind. Dafür will ich um Vergebung bitten. […] Liebe Brüder und Schwestern, ihr als Volk habt eine Hauptrolle auszufüllen. Ihr müsst keine Angst davor haben, eure besonderen Merkmale, die eure Identität ausmachen und euren Weg prägen und die wir alle so nötig haben, mit uns zu teilen: den Wert des Lebens und der Großfamilie (Vettern und Cousinen, Onkel und Tanten), die Solidarität, die Gastfreundschaft, die Hilfe, Unterstützung und Verteidigung des Schwächsten innerhalb ihrer Gemeinschaften; die Wertschätzung und den Respekt gegenüber den Älteren; die religiöse Bedeutung des Lebens, die Spontaneität und die Lebensfreude. Versagt der Gesellschaft, in der ihr lebt, nicht diese Gaben. […] Und jetzt segne ich euch, aber vorher bitte ich euch um einen großen Gefallen: Betet für mich. Danke!“ (vn v. 2. 6.)

     

  • Die Bedeutung des Besuchs von Papst Franziskus im mehrheitlich orthodoxen Rumänien ist nicht nur für Katholiken, sondern auch für Orthodoxe, ein Schub für die „Ökumene von unten“. Das sagte der orthodoxe Priester Constantin Preda von der Orthodoxen Theologischen Fakultät Bukarest im Gespräch mit Vatican News. Preda nahm an dem Besuch des Papstes in der neuen orthodoxen Kathedrale in Bukarest teil. Er betonte, dass die römisch-katholische Kirche in Italien, Spanien, Deutschland und Frankreich viele Orthodoxe aus Rumänien aufnahm. „Das ist sehr wichtig, denn es gibt eine Ökumene von unten, die dadurch spürbar ist. Das ist eine christliche Solidarität, eine Geschwisterlichkeit, sowie es in der frühen Kirche war. […] Dieser Moment wird historisch bleiben, denn das Treffen und der Besuch von Papst Franziskus in der neuen orthodoxen Kathedrale in Bukarest wird in das historische Gedächtnis dieses Gotteshauses eingehen“, sagte Preda. (vn v. 1. 6.)

     

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