Der orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic würdigt die Familiensynode:

Beeindruckt von der vatikanischen Familiensynode hat sich der Wiener serbisch-orthodoxe Bischof gezeigt. Der Vertreter der Orthodoxie auf der Synode würdigte im „Kathpress"-Gespräch, dass sich Papst und Bischöfe ganze drei Wochen "für dieses so wichtige Thema" Zeit genommen hätten. Viele der angesprochenen Themen würden auch die orthodoxe Kirche betreffen. „Die Säkularisierung macht auch vor der Orthodoxie nicht Halt", sagte der Bischof. Zudem zeigte er sich von der Gesprächskultur und der großen gegenseitigen Wertschätzung unter den Synodenteilnehmern beeindruckt – auch wenn die Teilnehmer bei manchen Themen unterschiedliche Standpunkte vertreten hätten. Er habe die Einladung zur Teilnahme nicht nur als einen Akt der Höflichkeit erlebt. Sowohl im Plenum als auch in der deutschsprachigen Arbeitsgruppe habe er das Wort ergreifen können und auch immer wieder zu bestimmten Themen die orthodoxe Sicht dargelegt. So seien etwa Jesus Worte von der Unauflöslichkeit der Ehe als Gebot und nicht als Gesetz zu verstehen, an dem nicht gerüttelt werden dürfe. Die Orthodoxie wolle jenen, die gescheitert sind, Barmherzigkeit erweisen. Deshalb gebe es die Möglichkeit einer weiteren Eheschließung. Freilich unterscheide die orthodoxe Kirche zwischen erster und zweiter Ehe. Durch die drei Wochen in Rom habe sich auch sein Papstbild verändert. Man merke, dass Franziskus nicht nur das Oberhaupt der römisch-katholischen Weltkirche sei, sondern vor allem auch „Hirte der Gemeinde von Rom". Er glaube, dass die Synode unter Beteiligung anderer Kirchen wieder ein Schritt hin zu mehr Kircheneinheit darstelle, sagte er im „Kathpress"-Interview. (Kathweb/KAP vom 1. 11.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Ein Fernsehsender der Vereinigten Arabischen Emirate (VAR) zeigt den Dokumentarfilm „Der Besuch des Friedens“ über den Papstbesuch im Februar 2019. Er behandelt die Vorbereitungen, Begegnungen und Auswirkungen, die der Papstbesuch auf die Bevölkerung in den Arabischen Emiraten hatte. Das Filmprojekt reiht sich ein in weitere Initiativen rund um das ausgerufene „Jahr der Toleranz“. Ein Teil der Doku fokussiert sich auf den Aufenthalt des Papstes in Abu Dhabi inklusive des Treffens mit Großimam Achmed al-Tayyeb und der Unterzeichnung des „Dokuments über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“. Die Großmesse des Papstes vor rund 100.000 Menschen im Zayed Sports City Stadion ist auch Inhalt des Films. Zusätzlich zu den Worten des Papstes enthält die Dokumentation Beiträge und Interviews mit Bürgern und Regierungsbeamten, die ihre Ansichten über den Wert des Besuchs und seine Bedeutung für die Emirate im Rahmen des „Jahres der Toleranz“ zum Ausdruck bringen. (asianews u. vn v. 5. 9.)

     

  • Der aus Deutschland stammende Bischof des brasilianischen Amazonas-Bistums Obidos, Johannes Bahlmann, kann sich verheiratete Männer als Priester vorstellen. In seiner rund 182.000m² großen Diözese gebe es Gemeinden, die „nur zwei- oder dreimal im Jahr die Messe feiern können", sagte er der Wochenzeitung „Kirche & Leben". Es sei aber wichtig, dass es Priester vor Ort gebe. Ihr Dienst beschränke sich nicht auf die Feier der Eucharistie, sondern umfasse auch Nächstenliebe und Glaubensstärkung. Bei der Amazonas-Synode im Oktober in Rom müsse auch über Gemeindeleitung durch Nicht-Priester gesprochen werden. In seinem Bistum habe er gute Erfahrungen damit gemacht. Dort leiteten zu 80 Prozent Frauen Gemeinden mit bis zu 3.000 Gläubigen. Jede Pfarrei bestehe aus rund 150 Gemeinden. Da sei es „unmöglich, dass der Priester in jeder Gemeinde Verantwortung übernimmt". Bahlmann nimmt an der von Papst Franziskus einberufenen Amazonas-Synode vom 6. bis 27. Oktober teil. (kna u. vn v. 4. 9.; JA v. 15. 9.)

     

  • Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. hat die Bedeutung der kulturellen und akademischen Austauschprogramme zwischen dem Moskauer Patriarchat und dem Vatikan gewürdigt. Kyrill empfing am 28. August die Teilnehmer des 5. Sommerkurses für römisch-katholische Priester und Ordensleute. Sie waren Gäste des von Metropolit Hilarion (Alfejew) geleiteten Theologischen Kyrill-Method-Instituts. Die Mitglieder der vatikanischen Delegation besuchten u. a. das Nowospasskij-Kloster und die Synodalabteilung für die Beziehungen der Kirche zur Gesellschaft und zu den Medien, die von Wladimir Legojda, geleitet wird. Man setzt besonders auf eine Zusammenarbeit im Bereich der Caritas-Arbeit, weil dies der beste Weg für die Kirchen ist, einander näher zu kommen. (kap u. vn. v. 1. 9.)

     

Artikelempfehlungen

Die Hostie dürfe nicht mehr in den Mund, sondern müsse auf die Handfläche gelegt werden. [Um der Wahrheit willen sei...
Die britische Staatsministerin  für den Bereich „Glauben und Glaubensgemeinschaften“, Baroness Sayeeda Warsi...