Der Papst empfängt am 1. September den im Jahr 1995 amtsenthobenen progressiven französischen Bischof Jacques Gaillot, emeritierter Titularbischof der untergegangenen nordafrikanischen Diözese „Partenia“.

Es handle sich "um ein persönliches Treffen zweier Männer, die durch ihre Empfindung und ihr Engagement für die Armen verbunden" seien, zitierte cath.ch am 31.8. einen engen Vertrauten von Bischof Gaillot. Vorangegangen ist ein Brief Gaillots an den Papst: Er anerkenne die Bemühungen des Papstes, "den Familien der modernen Gesellschaft Türen zu öffnen", so Gaillot. Dazu zählte er Geschiedene und Wiederverheiratete, Kinderlose, Familien mit Alleinerziehenden und gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Gleichwohl seien die Texte der ersten Familiensynode vom Oktober 2014 "enttäuschend" gewesen, so der suspendierte Bischof. Gaillot wurde über Frankreich hinaus wegen seiner kritischen Anmerkungen über die Haltung der Kirche zum Zölibat, zur künstlichen Empfängnisverhütung oder zu Homosexualität bekannt. Damit stieß er nicht nur im Vatikan, sondern auch bei den Bischöfen in Frankreich auf Kritik. Mehrfach gab es symbolische Gesten Gaillots und der Französischen Bischofskonferenz zu einer Aussöhnung; praktische Schritte folgten jedoch nicht. Zahlreiche seiner Bücher wurden auch ins Deutsche übersetzt. (http://de.radiovaticana.va vom 1. 9.; KAP v. 1. 9. JA v. 13.9.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Im Februar besuchte erstmals ein Papst die arabische Halbinsel. Jetzt plant das Emirat Abu Dhabi, 19 nicht-islamische Religionsstätten zu genehmigen. Derzeit läuft ein Bewilligungsverfahren für 12 Kirchen, einen Hindu- und einen Sikh-Tempel, meldet der vatikanische Pressedienst Fides unter Berufung auf den Leiter der Behörde für Stadtentwicklung, Sultan Al Dhaheri. Die Initiative entspreche der Linie des Staatsgründers Zayyid bin Sultan Al Nahyan (1918-2004) und dessen Wunsch nach interreligiösem Zusammenleben. Das Emirat Abu Dhabi ist das größte der sieben Emirate der Vereinigten Arabischen Emirate und hat rund 2,33 Millionen Einwohner (mit einem Ausländeranteil von rund 80 %). (JA v. 7. 7.)

     

  • Frauen sollten nach den Worten des Münchner Kardinals Reinhard Marx mehr Führungspositionen im Vatikan bekleiden. Die Dikasterien im Vatikan müssten nicht zwingend von einem Kardinal oder Bischof geleitet werden, sagte er. An der Spitze einer Kurienbehörde könnten auch Frauen stehen, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in einer NDR-Talkshow und fügte hinzu: „Wenn ich Papst wäre, würde ich es machen.“ Der deutsche Kardinal gehört dem derzeit sechsköpfigen Beratungsgremium des Papstes an, das im Auftrag von Franziskus eine Kurienreform vorbereitet und jüngst zur permanenten Einrichtung erklärt wurde. (kna u. vn v. 2. 7.)

     

  • Papst Franziskus hat der orthodoxen Kirche ein ganz besonderes Geschenk gemacht: Neun Reliquien des hl. Petrus. Eine orthodoxe Delegation war – wie gewohnt – zum römischen Patronatsfest Peter und Paul (29. Juni) im Vatikan. Nach der Festmesse nahm der Papst den griechisch-orthodoxen Bischof Job Getcha von Telmessos mit in den Apostolischen Palast. Dort griff er zu einem bronzenen Reliquiar, das sein Vorgänger Paul VI. 1971 hier aufgestellt hat. „Einige Knochen, die im Hypogäum der Vatikanbasilika gefunden wurden und für Knochen des hl. Apostels Petrus gehalten werden“, steht in lateinischer Sprache darauf. Der griechisch-orthodoxe Bischof war überrascht, als der Papst ihm dieses Reliquiar überreichte. Patriarch Bartholomäus I. reagierte mit großer Freude, als er davon erfuhr, und bedankte sich öffentlich während des Gottesdienstes zum Apostelfest in der orthodoxen Kirche seines Amtssitzes in Istanbul. „Das ist für uns ein außergewöhnliches und unerwartetes Ereignis […] Das ist ein Riesenschritt hin zur konkreten Einheit“, sagte Bischof Job. Nun befinden sich neun Stück der Knochenreste, die im 20. Jahrhundert bei Ausgrabungen unter der Peterskirche an der Stelle des mutmaßlichen Petrusgrabes gefunden wurden, nicht mehr im Vatikan, sondern in Istanbul. (vn v. 1. 7.)

     

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