Der Papst will die Zulassung von Frauen zum Diakonat prüfen.

Am 12. Mai kündigte er vor Leiterinnen römisch-katholischer Frauenorden im Vatikan die Einsetzung einer eigenen Kommission dazu an. „Es würde der Kirche guttun, diesen Punkt zu klären“, zitiert die US-Zeitschrift „National Catholic Reporter“ (Onlineausgabe) den Papst. Franziskus antwortete damit auf eine diesbezügliche Frage einer Ordensoberin. Seit seinem Amtsantritt sprach er sich wiederholt für eine stärkere Rolle der Frau in der römisch-katholischen Kirche aus. „Ich glaube, jetzt beginnt eine heftige Debatte“ über den Frauendiakonat. So reagiert Kardinal Walter Kasper auf die Ankündigung des Papstes. „Über dieses Thema ist die Kirche zweigeteilt“, sagte der deutsche Kurienkardinal in einem Interview mit der Tageszeitung „La Repubblica“. Die einen hielten einen Ständigen Diakonat für Frauen für „legitim, weil sie darin die Rückkehr zu etwas sehen, was es schon in der Urkirche gegeben hat“. Andere befürchten hingegen, „dass das der erste Schritt zu einem Priestertum der Frau wäre“. Er selbst sei „immer für Neuerungen offen […] Papst Bergoglio überrascht immer. Er will in der Kirche Prozesse des Unterscheidens und der Untersuchung anstoßen, auch wenn es um die heikelsten und umstrittensten Fragen geht.“ Kardinal Kasper erinnert an die Erkenntnisse der Internationalen Theologischen Kommission der Glaubenskongregation der jahre 2002 und 2003: „Man kam überein, zu sagen, dass es wirklich ein Diakonenamt von Frauen gegeben hat, das sich in den einzelnen Teilen der Kirche ungleich entwickelt hat. Und dass dieses Amt nicht als einfaches Äquivalent des männlichen Diakons verstanden wurde. Es handelte sich um eine kirchliche Funktion, die von Frauen ausgeübt wurde. Weiter ging die Kommission allerdings nicht – vor allem nicht in der Frage, ob dieses Amt durch eine Handauflegung übertragen wurde.“ Er könne kaum abschätzen, zu welchem Ergebnis die vom Papst angekündigte Kommission zur Untersuchung des Frauendiakonats kommen werde. „Aber alles ist möglich. Schließlich war es ja das Konzil, das eine größere Rolle für Frauen in der Kirche gefordert hat. Und irgendwo muss man schließlich anfangen.“ Die Kommission müsse aus Kaspers Sicht zunächst „einige exegetische Fragen“ lösen“. „Und man wird auch die Kirchenväter untersuchen müssen, um zu sehen, wie es in den Anfängen wirklich war, um von da dann neu auszugehen.“ (www.de.radiovaticana.va u. religion.orf.at vom 12. 5.; JA v. 22. 5; Der Sonntag vom 22. 5.; KI 6/2016 und zahlreiche Medien)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der Päpstliche Rat für den interreligiösen Dialog organisiert in Zusammenarbeit mit der Erzdiözese Singapur und der Taoistischen Föderation Singapur das zweite christlich-taoistische Kolloquium vom 5. bis 7. November 2018 in Singapur. Schwerpunkt der Gespräche wird das Thema der „christlichen und taoistische Ethik im Dialog“ sein, so eine Mitteilung des vatikanischen Rates. Es sollen verschiedene Aspekte anhand von Beiträgen von 70 Wissenschaftlern und Experten des interreligiösen Dialogs untersucht werden. Die Teilnehmer des Kolloquiums kommen aus der christlichen und taoistischen Tradition: aus Singapur, China, Frankreich, Indien, Malaysia, Südkorea, Schweiz, Vatikan und Taiwan. Der Sekretär des Vatikan-Rates, Miguel Ángel Ayuso Guixot, und der Unterstaatssekretär für den Taoismus, Indunil Janakaratne Kodithuwakku Kankanamalage, vertreten den Vatikan, Erzbischof Felix Machado und Peniel Rajkumar die Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen bzw. den Ökumenischen Rat der Kirchen. (vn v. 1. 11. u. JA v. 11. 11.)

     

  • Die Diözese Cremona (Italien) verteidigt die für den 18. November vorgesehene Dialogveranstaltung zum Thema "Welchen Platz haben junge LGBT [Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender] in der Kirche?". Die für Mitte November geplante Gesprächsrunde stößt laut Medienberichten auf Protest traditionalistischer Kreise. Die Diözese verteidigt jedoch die Veranstaltung, die zum zweiten Mal stattfindet. Rund 300 Unterzeichner einer Protestpetition hätten Cremonas Bischof Antonio Napolioni und den Direktor des Wallfahrtsortes Santa Maria del Fonte di Caravaggio aufgefordert, die Veranstaltung abzusagen, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera" am 2. November. In einer Antwort verteidigt der Priester Antonio Facchinetti, ein Seelsorger der Diözese, die geplante Veranstaltung. Dabei beruft er sich unter anderem auf die jüngst beendete Jugendsynode im Vatikan. Deren Abschlussdokument empfehle ausdrücklich „Wege der Begleitung im Glauben für homosexuelle Personen". „Unsere Diözese nimmt die Aufforderung der Synode auf und setzt ihre Bemühungen fort, (Menschen) zuzuhören und zu begleiten", schreibt Facchinetti. Im Übrigen sei das Angebot von Dialog und Begleitung homosexueller Katholiken „im Licht des Wortes Gottes und des kirchlichen Lehramts" bereits vom Vorgängerbischof begonnen worden. (kathpress.at v. 2.11.)

     

  • Nach Ansicht des Mainzer Bischofs Peter Kohlgraf haben die seit dem Reformationsjahr 2017 erreichten Schritte im ökumenischen Dialog dauerhaft Bestand. Das Gedenkjahr zur Reformation habe evangelische und katholische Christen „in einer Weise verbunden, die mir unumkehrbar scheint“, sagte er in Mainz beim zentralen Gottesdienst der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau zum Reformationstag 2018. Außerdem: „Der Vatikan trat im September 2018 erstmals in den Dialog mit einer europäischen, also regionalen, Gemeinschaft von Kirchen ein, der evangelischerseits lutherische, reformierte, unierte und methodistische Vertreter angehören“. Dies sei möglich gewesen, weil die vorausgehenden Konsultationen zwischen der Gemeinschaft evangelischer Kirchen Europas (GEKE) und dem Vatikanischen Einheitsrat „zu dem für sie selbst erstaunlichen Ergebnis führten, dass man in ekklesiologischen Fragen einander näher ist, als man bis dahin angenommen hatte“, so Kohlgraf. (kna u. vn v. 1. 11.)

     

Artikelempfehlungen

Diese nähmen in der Gesellschaft und Kultur eine prägende Rolle ein, heißt es in einer Botschaft der Bischofskonferenz...