Der Sprecher der Churer Bischofs Vitus Huonder ist über dessen Aussagen über die Homosexualität schockiert, die Züricher Katholiken entschuldigen sich für ihren Bischof und Theologen schütteln den Kopf:

Giuseppe Garcia, der Sprecher der Churer Bischofs, bestätigte in einem Interview am 17. August im Schweizer Radio SRF, dass er seinem Bischof die Meinung gesagt hätte. Er hätte vor den nicht sachgemäßen biblischen Aussagen gewarnt, hätte er die Vorlage zur Rede des Bischofs auf einem Kongress in Fulda gelesen. Am 17. August haben sich auch die Zürcher Katholiken per Communiqué zu Wort gemeldet. „Als katholische Kirche im Kanton Zürich und damit Teil des Bistums Chur ist es uns ein Anliegen, um Entschuldigung zu bitten […] bei den Homosexuellen, aber auch allen anderen, die skandalisiert sind.“, schreiben der Generalvikar Josef Annen und der Synodalratspräsident Benno Schnüriger. Der Vorfall mache deutlich, dass die katholische Kirche ihre Sexualnormen nicht fundamentalistisch behaupten dürfe. Gefragt sei ein Glaube, der das Gespräch mit der Vernunft suche und vor ihr bestehen könne. Dazu gehöre auch das Wahrnehmen der heute gelebten Familienvielfalt. Annen und Schnüriger verweisen ferner auf eine Aussage von Papst Franziskus: „Wenn eine Person homosexuell ist und Gott sucht und guten Willens ist, wer bin ich, über sie zu richten?“ Und der Dozent für Theologische Ethik auf der Universität Luzern, Dr. Markus Arnold, nennt in einem Interview mit dem Schweizer „Landboten“ eine Verurteilung der Homosexualität aufgrund zweier alttestamentlicher Bibelstellen „Unsinn“. (http://de.radiovaticana.va  vom 18. 8.; www.nzz.ch v. 17. 8.; www.landbote.ch v. 20. 8.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der Erzbischof von Rabat, der Spanier Cristóbal López Romero, zieht eine positive Bilanz der Papst-Visite. „Bis jetzt wurde viel von Koexistenz und Toleranz gesprochen, aber der König sagte im Beisein des Papstes, dass Toleranz eigentlich wenig sei. Das bedeutet, dass wir nun zur Freundschaft, zum gegenseitigen Kennenlernen, zur gegenseitigen Bereicherung und zur Zusammenarbeit übergehen können [...] Wir müssen dazu einen qualitativen Sprung im islamisch-christlichen Dialog machen. […] Das ist schon jetzt im Moment ein gemeinsamer Weg. Wir arbeiten für Bildung, für die öffentliche Gesundheit, für die Förderung von Frauen zusammen, Muslime und Christen, und das muss so bleiben. Aber Barmherzigkeit ist kein Selbstzweck: Sie ist der Weg, um als Brüder und Schwestern zu leben.“ Hinderlich auf dem gemeinsamen Weg sei der Verdacht von Muslimen, dass Christen „Proselytismus“ betreiben würden. Der Papst hat das Thema bei einem Treffen mit Priestern und Ordensleuten angesprochen. Erzbischof López erklärt, es gebe leider „Christen, die es nicht verstehen, dass die Kirche keinen Proselytismus betreiben will. […] Schon Benedikt XVI. sagte: Die Kirche wächst nicht durch Proselytismus, sondern durch Anziehungskraft, durch Zeugnis. Deshalb geht es uns als Kirche hier in Marokko gut: genau weil Proselytismus verboten ist. […] Ich glaube, dass Marokko eines Tages feststellen wird, dass die Christen, zumindest wir Katholiken, dieses Ziel des Proselytismus nicht haben“, stellt López fest. (vn v. 1. 4.)

     

  • Der Marseiller Erzbischof und Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Georges Pontier, hat zum Kampf gegen Hochmut und Machtstreben unter Priestern aufgerufen. „Papst Franziskus hat Klerikalismus in all seinen Formen als Ausdruck und Hauptursache von Störungen im Leben christlicher Gemeinschaften genannt", sagte er zu Beginn der Frühjahrsvollversammlung in Lourdes. Zu der Missbrauchsproblematik zitiert die Zeitung "La Croix" den Bischof von Grenoble, Guy de Kerimel: „Dem gesamten Episkopat ist bewusst, dass wir eine besonders schwere Krise durchmachen.“ Die Kirche werde nicht mehr wie vorher sein. Mehrere Bischöfe sprechen laut Angaben des Blattes von einem „Reinigungsprozess". (kathpress u. KNA u. vn v. 2. 4.)

     

  • Dass Jerusalem zum „Inbegriff des Friedens“ wird, wünschen sich die Patriarchen und Bischöfe der Heiligen Stadt in ihrer gemeinsamen Osterbotschaft. Der „multireligiöse und multikulturelle Status“ Jerusalems müsse erhalten werden, damit alle abrahamitischen Glaubensbekenntnisse die Stadt als Inbegriff des Friedens und der Ruhe erfahren können. Die Patriarchen und Bischöfe versprechen, „für einen gerechten und dauerhaften Frieden in Jerusalem und in der ganzen Welt“ zu beten, vor allem in Regionen, die von Gewalt und Angst gegen schuldlose Menschen und Gottesdienststätten geprägt sind. Dass die menschliche Würde respektiert und geehrt werden muss, zeige sich besonders an Ostern. Die Menschen seien nach Gottes Bild geschaffen und darum gleich an Würde. (vn v. 17. 4.)

     

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