Die deutschen Bischöfe haben nach den Worten des Hamburger Weihbischofs Hans-Jochen Jaschke mit Papst Franziskus über alternative Modelle gesprochen, wie in Gegenden mit geringer Priesterzahl künftig Sonntagsgottesdienste gefeiert werden können.

Dabei sei es um "andere Formen von Priester sein und verheiratete Priester" (Viri probati) gegangen, und der Papst habe "nicht abgewunken", sagte Jaschke am 31. Jänner in der SWR-Talkshow "Nachtcafe". Der Papst ist für Jaschke "kein Diktator" und muss Entwicklungen "weltweit akzeptabel" machen können. Das Gespräch zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und dem Papst hatte im Rahmen des Ad-limina-Besuchs im November stattgefunden. Jaschke sprach sich auch für einen "unverkrampften Umgang mit Homosexualität" aus. Es sei "totaler Unsinn", wenn ein angehender Geistlicher glaube, er könne mit der Priesterweihe gegen seine Homosexualität angehen. Ob Schwule Priester werden können sollten, darüber könne man streiten. (KAP und KNA vom 1. 2.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der Warschauer Oberrabbiner und Rabbinerverbands-Vorsitzende Michael Schudrich hat den römisch-katholischen Bischöfen Polens für deren klare Verurteilung des Antisemitismus gedankt.  (JA v. 1. 4.)

     

  • Der Autor des äußerst kontroversen Buches „The Dictator Pope“, der britische Historiker Henry Sire, ist vom Malteserorden suspendiert worden. Der Inhalt des Buches gebe in keiner Weise Positionen und Auffassungen des Malteserordens wieder, heißt es in der Erklärung. Der Orden distanziere sich von dem Buch. Zudem gebe ein Kapitel über die Krise des Malteserordens 2016/2017 die Ereignisse sehr einseitig wieder. In dem Buch beschreibt der Verfasser Papst Franziskus als jemanden, der die Kurie in Rom einem Terrorregime unterwirft. (JA v. 1. 4.)

     

  • Ab dem 21. Oktober 2018 werden zum ersten Mal seit 500 Jahren wieder römisch-katholische Messen im Dom von Lund (Schweden) gefeiert werden. Dann nämlich wird die römisch-katholische Kirche Sankt Thomas wegen Renovierungsarbeiten vorrübergehend geschlossen. Dazu sagte die lutherische Pastorin des Doms, Lena Sjöstrand: „Das ist eine wahrlich einzigartige Kooperation zwischen der katholischen Gemeinde Sankt Thomas und uns, eine Fortsetzung der Freundschaft, die sich zwischen uns entwickelt hat“. Nach dem historischen Besuch des Papstes im Jahr 2016 haben sich die beiden Gemeinden aufeinander zubewegt. Ein Beispiel dieser Kooperation sind monatliche ökumenische Vespern, die wechselweise im Dom und der Sankt-Thomas-Gemeinde stattfinden. Die Gemeinde der Kathedrale interpretiert die ökumenische Zusammenarbeit als eine Möglichkeit, das Dokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ in die Tat umzusetzen. Dieses ökumenische Dokument reflektiert die 50-jährigen Gespräche zwischen Katholiken und Lutheranern. Das Dokument wurde von Bischof Munib Younan vom Lutherischen Weltbund sowie von Papst Franziskus unterzeichnet. „Das Treffen hat so viele Menschen berührt und wir freuen uns, dass es kein Ereignis der Vergangenheit war, sondern dass es eine echte Kontinuität gibt, die unsere Beziehungen stärkt“, sagte die Pastorin Sjöstrand. (vn v. 5. 4.)

     

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