Die mit Rom unierte ukrainische griechisch-katholische Kirche hat mit der der ukrainischen autokephalen orthodoxen Kirche (Erzeparchie Charkow und Poltawa) einen Unionsprozess eingeleitet.

Kurz vor Weihnachten fand das bisher letzte Unionstreffen zwischen dem unierten Großerzbischof von Kiew und Halytsch, Swjatoslaw (Schewtschuk), und dem orthodoxen Erzbischof Ihor (Isitschenko) statt. Großerzbischof Swjatoslaw unterstrich dabei die Notwendigkeit „absoluter Transparenz“ beim Vereinigungsprozess. Priester und Laien beider Kirchen müssten involviert werden. Nach Angaben der Website der Erzeparchie Charkow und Poltawa betonte das Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, dass das Ziel der Vereinigung der beiden Kirchen „irreversibel und außer Diskussion“ sei und einhellige Zustimmung gefunden habe. Bei dem Unionstreffen am Sitz des Großerzbischofs hatten die teilnehmenden Priester Gelegenheit, ihre Sichtweise darzulegen und direkte Fragen an Großerzbischof Swjatoslaw zu richten. Erzbischof Ihor unterstrich, dass das Ziel des Vereinigungsprozesses eine einheitliche „Kirche von Kiew“ sei, wobei zugleich das „spirituelle Erbe“ der ukrainischen autokephalen orthodoxen Kirche – die allerdings von der Weltorthodoxie nicht anerkannt ist – als Teil des gemeinsamen christlichen Erbes der Ukraine „geschützt und bewahrt“ werden solle. (redaktion.kathpress.at vom 11. 1.; www.pro-oriente.at vom 17. 1.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Ein Fernsehsender der Vereinigten Arabischen Emirate (VAR) zeigt den Dokumentarfilm „Der Besuch des Friedens“ über den Papstbesuch im Februar 2019. Er behandelt die Vorbereitungen, Begegnungen und Auswirkungen, die der Papstbesuch auf die Bevölkerung in den Arabischen Emiraten hatte. Das Filmprojekt reiht sich ein in weitere Initiativen rund um das ausgerufene „Jahr der Toleranz“. Ein Teil der Doku fokussiert sich auf den Aufenthalt des Papstes in Abu Dhabi inklusive des Treffens mit Großimam Achmed al-Tayyeb und der Unterzeichnung des „Dokuments über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“. Die Großmesse des Papstes vor rund 100.000 Menschen im Zayed Sports City Stadion ist auch Inhalt des Films. Zusätzlich zu den Worten des Papstes enthält die Dokumentation Beiträge und Interviews mit Bürgern und Regierungsbeamten, die ihre Ansichten über den Wert des Besuchs und seine Bedeutung für die Emirate im Rahmen des „Jahres der Toleranz“ zum Ausdruck bringen. (asianews u. vn v. 5. 9.)

     

  • Der aus Deutschland stammende Bischof des brasilianischen Amazonas-Bistums Obidos, Johannes Bahlmann, kann sich verheiratete Männer als Priester vorstellen. In seiner rund 182.000m² großen Diözese gebe es Gemeinden, die „nur zwei- oder dreimal im Jahr die Messe feiern können", sagte er der Wochenzeitung „Kirche & Leben". Es sei aber wichtig, dass es Priester vor Ort gebe. Ihr Dienst beschränke sich nicht auf die Feier der Eucharistie, sondern umfasse auch Nächstenliebe und Glaubensstärkung. Bei der Amazonas-Synode im Oktober in Rom müsse auch über Gemeindeleitung durch Nicht-Priester gesprochen werden. In seinem Bistum habe er gute Erfahrungen damit gemacht. Dort leiteten zu 80 Prozent Frauen Gemeinden mit bis zu 3.000 Gläubigen. Jede Pfarrei bestehe aus rund 150 Gemeinden. Da sei es „unmöglich, dass der Priester in jeder Gemeinde Verantwortung übernimmt". Bahlmann nimmt an der von Papst Franziskus einberufenen Amazonas-Synode vom 6. bis 27. Oktober teil. (kna u. vn v. 4. 9.; JA v. 15. 9.)

     

  • Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. hat die Bedeutung der kulturellen und akademischen Austauschprogramme zwischen dem Moskauer Patriarchat und dem Vatikan gewürdigt. Kyrill empfing am 28. August die Teilnehmer des 5. Sommerkurses für römisch-katholische Priester und Ordensleute. Sie waren Gäste des von Metropolit Hilarion (Alfejew) geleiteten Theologischen Kyrill-Method-Instituts. Die Mitglieder der vatikanischen Delegation besuchten u. a. das Nowospasskij-Kloster und die Synodalabteilung für die Beziehungen der Kirche zur Gesellschaft und zu den Medien, die von Wladimir Legojda, geleitet wird. Man setzt besonders auf eine Zusammenarbeit im Bereich der Caritas-Arbeit, weil dies der beste Weg für die Kirchen ist, einander näher zu kommen. (kap u. vn. v. 1. 9.)

     

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