Die muslimische al-Azhar-Universität und das koptisch-orthodoxe Patriarchat treffen eine Vereinbarung mit Richtlinien für die gemeinsame Bekämpfung des Missbrauchs von Kindern in Ägypten.

Unter der Schirmherrschaft des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF wurde das gemeinsame Dokument am 9. Mai vom koptisch-orthodoxen Patriarchen Tawadros II. und vom Großimam der Universität, Scheich Ahmed al Tayyeb, unterzeichnet. Der Text bezeichnet den Schutz von Minderjährigen als gemeinsamen Wert der muslimischen und christlichen Glaubensgemeinschaft. Zu den Zielen der Kinderschutz-Kampagne gehören unter anderem die Bekämpfung von Genitalverstümmelungen, der Verheiratung von Minderjährigen und von sexuellem Missbrauch. Neben der gemeinsamen Absichtserklärung ist auch das Mitwirken von 850 Imamen, Priestern, Mönchen und Pastoralarbeitern vorgesehen, die im Rahmen von Kursen auf die Arbeit vorbereitet werden und die Aufklärung der Bürger über die Missstände vorantreiben sollen. (www.de.radiovaticana.va u. fides vom 10. 5.; JA vom 22. 5.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • In Myanmar haben die christlichen Gemeinden zum ersten Mal seit 50 Jahren Weihnachten auf den Straßen der Metropole Rangun gefeiert. Mehrere Liturgien, Feste und Prozessionen fanden statt. Der Anteil der Christen in dem mehrheitlich buddhistischen Land beträgt knapp sechs Prozent. (JA v. 14. 1.)

     

  • Der Vatikan ehrt in diesem Jahr eine Theologin des 18. Jahrhunderts mit einer Briefmarke. Das geht aus dem Programm des vatikanischen Münz- und Markenamtes vom 2. Jänner hervor. Die Briefmarke bezieht sich auf den 300. Geburtstag der Italienerin Maria Gaetana Agnesi (1718-1799), die auch als Mathematikerin und Wohltäterin wirkte. Sie war die erste Frau, die ein Buch über Mathematik veröffentlichte. In ihrer Heimatstadt Mailand nahm sich die tiefgläubige Gelehrte unbemittelter kranker Frauen an und hielt öffentliche Unterweisungen in Katechismus. Ein Studium in Theologie absolvierte sie nie, doch suchten auch Kirchenmänner wie Kardinal Giuseppe Pozzobonelli ihren Rat in der Beurteilung religiöser Schriften. (vn v. 2. 1.)

     

  • In Augsburg hat am 4. Jänner die ökumenische Glaubenskonferenz „Mehr“ begonnen, organisiert vom „Gebethaus Augsburg“. Das Treffen charismatisch orientierter Christen (ca. 11.000) fand zum elften Mal statt. Auf dem Programm stand unter dem Motto „Open up the gates“ („Macht die Tore weit auf“) christlich motivierte Vorträge, Konzerte, Diskussionen, Gebete und Lobpreisungen. Aus Österreich nahmen u.a. Jugendbischof Stephan Turnovszky und Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner teil. Als Redner traten James Mallon, Leo Bigger und Vishal Mangalwadi auf. Mallon ist römisch-katholischer Pfarrer aus Halifax (Kanada). Der Zürcher Pastor Bigger leitet die sich überkonfessionell verstehende Megachurch International Christian Fellowship (ICF), die größte Freikirche in der Schweiz. Mangalwadi ist ein indischer Theologe. Das „Gebetshaus Augsburg“ ist laut Selbstdarstellung eine ökumenische Initiative junger Christen und gehört zur „Charismatischen Erneuerung der katholischen Kirche“. Die „Mehr“-Teilnehmer kamen aus 40 Ländern, zu 90 Prozent aus dem deutschen Sprachraum. Gut 60 Prozent waren katholisch, 35 Prozent je zur Hälfte Anhänger der evangelischen Landeskirchen und von Freikirchen, drei Prozent waren orthodox. (religion.ORF.at/KAP u. vn v. 5. 1.; JA v 14. 1.)

     

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