Die muslimische al-Azhar-Universität und das koptisch-orthodoxe Patriarchat treffen eine Vereinbarung mit Richtlinien für die gemeinsame Bekämpfung des Missbrauchs von Kindern in Ägypten.

Unter der Schirmherrschaft des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF wurde das gemeinsame Dokument am 9. Mai vom koptisch-orthodoxen Patriarchen Tawadros II. und vom Großimam der Universität, Scheich Ahmed al Tayyeb, unterzeichnet. Der Text bezeichnet den Schutz von Minderjährigen als gemeinsamen Wert der muslimischen und christlichen Glaubensgemeinschaft. Zu den Zielen der Kinderschutz-Kampagne gehören unter anderem die Bekämpfung von Genitalverstümmelungen, der Verheiratung von Minderjährigen und von sexuellem Missbrauch. Neben der gemeinsamen Absichtserklärung ist auch das Mitwirken von 850 Imamen, Priestern, Mönchen und Pastoralarbeitern vorgesehen, die im Rahmen von Kursen auf die Arbeit vorbereitet werden und die Aufklärung der Bürger über die Missstände vorantreiben sollen. (www.de.radiovaticana.va u. fides vom 10. 5.; JA vom 22. 5.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Die römisch-katholische Kirche in Russland kritisiert das Verbot der Zeugen Jehovas. Alle religiösen Gemeinschaften hätten ein Recht zu existieren, sagte der Generalsekretär der russischen Bischofskonferenz, Igor Kovalevsky, dem „Catholic News Service“. Zugleich äußerte er die Sorge, dass das Urteil auch neue Einschränkungen für die römisch-katholische Kirche bringen könnte. Die Regierung müsse den Bürgern versichern, „dass die Gewissensfreiheit bestehen bleibt“. (kna u. rv v. 1. 5.)

     

  • Papst Franziskus hat am 8. Mai den chassidischen Rabbiner Edgar Gluck (80) mit einer Delegation im Vatikan empfangen. Der 1936 in Hamburg geborene jüdische Gelehrte ist Rabbiner für Galizien mit Sitz in Krakau. (JA v. 21. 5.)

     

  • Mehr Laien soll es in Zukunft in den vatikanischen Gremien geben. Dieses Ziel hat der Präfekt des neuen Dikasteriums für Laien, Familie und Leben, Kardinal Kevin Joseph Farrell, genannt. In der Verfassung des Dikasteriums ist festgelegt, „dass Untersekretäre Laien seien müssen und Sekretäre Laien seien können“, sagte Kardinal Farrell der Nachrichtenagentur CNA. Sein Dikasterium ist auch für das Weltfamilientreffen 2018 in Dublin, die Jugendsynode im selben Jahr und den Weltjugendtag 2019 in Panama zuständig. Für das Treffen junger Gläubiger aus der ganzen Welt, aber auch für die Synode im Vatikan sollen die Jugendlichen umfassend befragt und daran beteiligt werden. „Wir wissen schon, was die Bischöfe und Priester sagen; jetzt wollen wir wissen, was die jungen Menschen sagen wollen“, sagte Kardinal Farrell. Der entsprechende Fragebogen werde Ende Mai online gestellt. (cna u. rv v. 8. 5.)

     

  • In der Wiener Kirche „Maria vom Siege“ fand am 7. Mai ein ökumenischer Festgottesdienst statt anlässlich des Jahrestages der Übergabe der Kirche an die koptisch-orthodoxe Gemeinde. Der Wiener koptisch-orthodoxe Bischof Anba Gabriel dankte Kardinal Christoph Schönborn und erinnerte an die fürchterlichen Anschläge gegen Kopten in Ägypten. Das Zeugnis der koptischen Märtyrer bedeute, dass „der Weg der Liebe in unserer friedlosen Welt stärker sein wird als der Hass“. Bei dem Gebet in der Kirche waren u. a. der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic), der altkatholische Bischof Heinz Lederleitner, der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura, der koptisch-orthodoxe Bischof von Sydney sowie zahlreiche weitere Geistliche der der syrisch-orthodoxen und der armenisch-apostolischen Kirche sowie auch der ägyptische Botschafter anwesend. (JA vom 21. 5.)

     

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