Die Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz hat sich dafür ausgesprochen, Frauen in der römisch-katholischen Kirche neue Aufgaben der Leitung und der Verkündigung zu übertragen.

Dazu könnte das Spenden von Sakramenten wie Taufe, Krankensalbung oder „möglicherweise" der Beichte gehören, sagte Gerl-Falkovitz der „Herder Korrespondenz". Auch das kirchliche Leitungsamt auf bestimmten Ebenen gehörten dazu sowie die theologische und lehrmäßige Entfaltung der Heiligen Schrift und des Kirchenrechts. Sie verwies als Begründung auf das Neue Testament: Jesus sei von einer Frau erzogen worden und von Frauen gesalbt und „bis zur letzten Stunde" begleitet worden, so die Philosophin, die auch Sprach- und Politikwissenschaftlerin ist. Auch hätten Frauen die Auferstehung Jesu bezeugt und an Pfingsten den Geist empfangen. Auf dieser Grundlage ließen sich heute neue kirchliche Aufgaben für Frauen „gewinnen". Frau Gerl-Falkovitz war Oberrätin am Seminar für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie der Universität München und Privatdozentin in Bayreuth, Tübingen und Eichstätt und folgte einer Professur für Religionsphilosophie und vergleichende Religionswissenschaft der Technischen Universität Dresden. Seit 2011 ist sie Leiterin von EUPHRat (Europäisches Institut für Philosophie und Religion) in Heiligenkreuz bei Wien. (KNA u. https://www.kathpress.at und http://www.katholisch.de vom 22. 4.

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • In Myanmar haben die christlichen Gemeinden zum ersten Mal seit 50 Jahren Weihnachten auf den Straßen der Metropole Rangun gefeiert. Mehrere Liturgien, Feste und Prozessionen fanden statt. Der Anteil der Christen in dem mehrheitlich buddhistischen Land beträgt knapp sechs Prozent. (JA v. 14. 1.)

     

  • Der Vatikan ehrt in diesem Jahr eine Theologin des 18. Jahrhunderts mit einer Briefmarke. Das geht aus dem Programm des vatikanischen Münz- und Markenamtes vom 2. Jänner hervor. Die Briefmarke bezieht sich auf den 300. Geburtstag der Italienerin Maria Gaetana Agnesi (1718-1799), die auch als Mathematikerin und Wohltäterin wirkte. Sie war die erste Frau, die ein Buch über Mathematik veröffentlichte. In ihrer Heimatstadt Mailand nahm sich die tiefgläubige Gelehrte unbemittelter kranker Frauen an und hielt öffentliche Unterweisungen in Katechismus. Ein Studium in Theologie absolvierte sie nie, doch suchten auch Kirchenmänner wie Kardinal Giuseppe Pozzobonelli ihren Rat in der Beurteilung religiöser Schriften. (vn v. 2. 1.)

     

  • In Augsburg hat am 4. Jänner die ökumenische Glaubenskonferenz „Mehr“ begonnen, organisiert vom „Gebethaus Augsburg“. Das Treffen charismatisch orientierter Christen (ca. 11.000) fand zum elften Mal statt. Auf dem Programm stand unter dem Motto „Open up the gates“ („Macht die Tore weit auf“) christlich motivierte Vorträge, Konzerte, Diskussionen, Gebete und Lobpreisungen. Aus Österreich nahmen u.a. Jugendbischof Stephan Turnovszky und Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner teil. Als Redner traten James Mallon, Leo Bigger und Vishal Mangalwadi auf. Mallon ist römisch-katholischer Pfarrer aus Halifax (Kanada). Der Zürcher Pastor Bigger leitet die sich überkonfessionell verstehende Megachurch International Christian Fellowship (ICF), die größte Freikirche in der Schweiz. Mangalwadi ist ein indischer Theologe. Das „Gebetshaus Augsburg“ ist laut Selbstdarstellung eine ökumenische Initiative junger Christen und gehört zur „Charismatischen Erneuerung der katholischen Kirche“. Die „Mehr“-Teilnehmer kamen aus 40 Ländern, zu 90 Prozent aus dem deutschen Sprachraum. Gut 60 Prozent waren katholisch, 35 Prozent je zur Hälfte Anhänger der evangelischen Landeskirchen und von Freikirchen, drei Prozent waren orthodox. (religion.ORF.at/KAP u. vn v. 5. 1.; JA v 14. 1.)

     

Artikelempfehlungen

In diesem neuen 14köpfigen „Diözesanrat“ sitzen auch drei Frauen in leitender Position: die Kommunikationschefin...
In einem gemeinsamen Hirtenschreiben betonen sieben Bischöfe laut britischen Medienberichten vom 6. April: „Wir...
Das Gedenken an den Beginn der Reformation 1517 sei ein Anlass, „mit mehr Klarheit und Nachdruck unsere Einheit in...