Die Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz hat sich dafür ausgesprochen, Frauen in der römisch-katholischen Kirche neue Aufgaben der Leitung und der Verkündigung zu übertragen.

Dazu könnte das Spenden von Sakramenten wie Taufe, Krankensalbung oder „möglicherweise" der Beichte gehören, sagte Gerl-Falkovitz der „Herder Korrespondenz". Auch das kirchliche Leitungsamt auf bestimmten Ebenen gehörten dazu sowie die theologische und lehrmäßige Entfaltung der Heiligen Schrift und des Kirchenrechts. Sie verwies als Begründung auf das Neue Testament: Jesus sei von einer Frau erzogen worden und von Frauen gesalbt und „bis zur letzten Stunde" begleitet worden, so die Philosophin, die auch Sprach- und Politikwissenschaftlerin ist. Auch hätten Frauen die Auferstehung Jesu bezeugt und an Pfingsten den Geist empfangen. Auf dieser Grundlage ließen sich heute neue kirchliche Aufgaben für Frauen „gewinnen". Frau Gerl-Falkovitz war Oberrätin am Seminar für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie der Universität München und Privatdozentin in Bayreuth, Tübingen und Eichstätt und folgte einer Professur für Religionsphilosophie und vergleichende Religionswissenschaft der Technischen Universität Dresden. Seit 2011 ist sie Leiterin von EUPHRat (Europäisches Institut für Philosophie und Religion) in Heiligenkreuz bei Wien. (KNA u. https://www.kathpress.at und http://www.katholisch.de vom 22. 4.

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Erstmals wurde der Kurt-Schubert-Gedächtnispreis an einen Muslim vergeben: Der Islamwissenschaftler und Religionspädagoge Zekirija Sejdini wird für interreligiöse Verständigung ausgezeichnet. Laudatorin Martina Kraml, Professorin am Institut für Praktische Theologie an der Universität Innsbruck, beschrieb den diesjährigen Preisträger als „Pionier, Wegbereiter und Brückenbauer […und als] ein Modell für das Gelingen interreligiöser Verständigung und Zusammenarbeit“. Der Preisträger Sejdini sagte, dass die zunehmende Polarisierung, der Antisemitismus, die Islamfeindlichkeit und die Christenverfolgungen die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs zeigen. Es gelte, gemeinsame Werte zu kultivieren, sich zur Vielfalt zu bekennen und „den je eigenen Beitrag für eine plurale Gesellschaft zu leisten“. Konkret gelte es, Verschiedenheiten zu artikulieren und zu akzeptieren und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Er erhielt die Auszeichnung für seine „Verdienste um eine zeitgemäße Erforschung und Vermittlung islamischer Glaubenslehren“, so das „Forum für Weltreligionen", das den Preis 2010 ins Leben gerufen (kap u. Die Furche v. 1. 3.)

     

  • Die befreiende Botschaft Jesu kann viele Frauen nicht erreichen, weil sie in der römisch-katholischen Kirche eine Barriere frauenfeindlicher Ablehnung wahrnehmen. Das bedauert die junge deutsche Theologin Alina Oehler am 8. März in Rom. In der Kirche gebe es „vom Glauben her für die moderne Frau sehr wohl einen Platz“, sagte sie, die in Tübingen und Rom katholische Theologie, Politikwissenschaft und Philosophie studierte, im Gespräch mit „Vatican News“. „Es ist schmerzhaft, aber es ist Realität: in der Kirche herrscht an vielen Stellen […] eine Frauenfeindlichkeit, eine Abwertung von Weiblichkeit.“ Dabei widerspreche Frauenfeindlichkeit „der Tradition und dem Glauben, weil in der Kirche andererseits Frauen so hochgehalten werden“, wie z. B. Maria und die Kirchenlehrerinnen Katharina von Siena, Teresa von Avila und Hildegard von Bingen. Daher sei es ihr ein Anliegen, Männer in der Kirche aufzurütteln, dass sie Frauen ernst nehmen. (vn v. 8. 3.)

     

  • Papst Franziskus hat am 12. März die baptistische Pastorin Bernice King (54 Jahre) in Audienz empfangen. Sie ist Tochter des vor 50 Jahren ermordeten US-amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. (JA v. 25. 3.)

     

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