Die römisch-katholische Kirche der Stadt Frankfurt (Diözese Limburg) sieht die Zeit für Veränderungen gekommen und lädt zu einer Stadt-Synode ein.

Alles soll offen ausgesprochen werden, auch wenn nicht jeder Vorschlag gleich verwirklicht wird und deren Verwirklichung einen längeren Atem braucht, zum Beispiel offizielle Segnungsfeiern für wiederverheiratete Geschiedene oder homosexuelle Paare. Trotzdem kann vielen Fragen ein wichtiger Impuls von der Versammlung ausgehen. Dazu findet am 16. Januar ein Stadtkirchenforum statt, das erste dieser Art. Geht es nach dem Stadtdekan Johannes zu Eltz, „soll über alles ohne Denk- und Redeverbot“ gesprochen werden. Konkrete Beschlüsse soll dann der neue Stadtsynodalrat fassen, der sich im April konstituiert. „Überall da, wo es sinnvoll möglich ist“, solle Gläubigen, Mitarbeitern und Gremien die Möglichkeit zu Rückmeldungen gegeben werden. Dahinter steht für den Stadtdekan die entscheidende Haltung, Kritik nicht aus dem Weg zu gehen. Ein anderes Beispiel nennt Rolf Glaser, Dekan des Dekanats Frankfurt-Höchst: die Einrichtung einer Ombudsstelle, die in Konfliktfällen angerufen werden kann und deren Entscheidungen bindend sind, etwa bei Streit innerhalb der neuen Großgemeinden. Auch Christoph Hefter, dem Vorsitzenden der Stadtversammlung, des höchsten Laiengremiums der Katholiken, sind konkrete Reformschritte wichtig. „Wir wollen nicht lamentieren und vom Bistum oder Rom Änderungen fordern, sondern selbst etwas tun.  [   ]  Die Kirche beharrt zu sehr auf Themen, die diese Wirklichkeit nicht mehr berühren“. Weiters erhofft sich Hefter von der Stadt-Synode „Mut und Zuversicht, etwas anzugehen“. (www.faz.net vom 9. 1.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Die bisherige anglikanische Bischöfin von Gippsland, Kay Goldsworthy, übernimmt ab Februar 2018 in Perth das Amt der ersten Erzbischöfin Australiens. Wie Kathpress berichtet, tritt die 61jährige die Nachfolge von Erzbischof Roger Herft an, der im Dezember 2016 auf sein Amt verzichtet hat. Goldsworthy ist verheiratet und zweifache Mutter. Den gleichgeschlechtlichen Ehen, die in Australien wegen einer anstehenden Volksabstimmung viel diskutiert werden, steht sie nach eigener Aussage offen gegenüber. Allerdings wolle sie mit konservativen Vertretern ihrer Diözese „nicht auf Konfrontationskurs“ gehen. (kap u. rv v. 31. 8.; JA v. 10. 9.)

     

  • Die römisch-katholische Kirche begrüßt ein Gesetz in Indien, das erzwungene oder durch materielle Versprechen begünstigte Konversionen verbieten will. Die Regierung des Bundesstaates Jharkhand hat ein entsprechendes Gesetz am 1. August verabschiedet; bei einer Zustimmung durch das Parlament in Ranchi wäre der ostindische Bundesstaat der siebte mit einer entsprechenden Regelung zum Glaubenswechsel. Der Erzbischof von Ranchi, Kardinal Telesphore Toppo, betonte, das Gesetz solle „nicht Konversionen allgemein verbieten, sondern erzwungene Konversionen“. Alle Menschen seien frei in ihrem Willen und in ihrem Gewissen. Niemand könne „jemand anderen zwingen, den Glauben zu wechseln“. Die Strafe von bis zu drei Jahren erhöht sich auf bis zu vier Jahre, wenn es sich bei den Konvertiten um Minderjährige oder um Frauen aus unterprivilegierten, z. B. indigenen Gruppen handelt. (asianews u. rv v. 3. 8.)

     

  • Bischof Manfred Scheuer der Diözese Linz ernennt eine Frau als neue Pastoralamtsdirektorin. Die 46-jährige Theologin Gabriele Eder-Cakl folgt dem langjährigen Direktor Wilhelm Viehböck nach. Sie will als Seelsorgerin „für die Menschen da sein, Segen spenden, Farbe ins Schwarz-Weiß-Denken bringen, den interreligiösen Dialog fördern sowie soziale Stimme in der Gesellschaft sein“, so die neue Direktorin. Nach Wien, Klagenfurt und Innsbruck ist Linz jetzt die vierte Diözese mit einer Frau an der Spitze der Pastoralämter. (KircheIn 08/2017)

     

  • Es wird bis 2021 einen „Durchbruch“ beim gemeinsamen Abendmahl von Protestanten und Katholiken geben. Davon zeigt sich der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber (75), überzeugt. Bis zum ökumenischen Kirchentag 2021 werde es soweit sein, sagte am 12. August der frühere evangelische Bischof von Berlin. Er könne sich den Kirchentag nicht ohne einen solchen Durchbruch vorstellen. Nach Hubers Einschätzung werden die nächsten Schritte in Sachen Eucharistie und Abendmahl „dezentral“ passieren. „Mein Gefühl ist, dass Papst Franziskus die Spielräume einzelner Bischofskonferenzen für ökumenisch relevante Entscheidungen erweitern möchte und diesen Weg für erfolgversprechender ansieht als einen zentralen Weg für die ganze Weltkirche“. (kna u. rv [=de.radiovaticana.va] v.12. 8.)

     

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