Die Weltbischofssynode zu Ehe und Familie „bestärkt die seelsorgliche Praxis, die vielerorts zur gelebten Realität in Österreich gehört".

So reagieren Österreichs Bischöfe auf ihrer herbstlichen Bischofskonferenz im Salzburger Stift Michaelbeuern auf das Ergebnis der Weltbischofssynode. Die Bischöfe sehen diese Rückenstärkung namentlich beim Umgang mit den wiederverheirateten Geschiedenen. „Es geht um den aufmerksamen, nüchternen und liebevollen Blick auf die jeweils besondere Situation, um die sorgfältige Unterscheidung und die Begleitung auf dem Weg der Teilnahme am kirchlichen Leben", heißt es in einer Erklärung. Die Synode habe im Blick auf Geschiedene „keine Generallösung" geboten, sondern setze auf den bewährten Dreischritt „hinschauen, unterscheiden, begleiten". „Maßgeblich geprägt" worden sei dieser auf Barmherzigkeit aufbauende „Weg der Begleitung", der lang vor der Frage nach der Zulassung zu den Sakramenten ansetzen müsse. Die einstimmig beschlossenen Texte der deutschsprachigen Synoden-Gruppe haben die Tür für Einzelfall-Lösungen geöffnet. Sie könnten nun „Ausgangspunkt von ortskirchlichen Konkretisierungen sein, bei denen die Verantwortung des Bischofs sowie von Bischofskonferenzen künftig mehr zum Tragen kommt". Der Synodentext habe einen „wohlwollenden Blick" auf die „noch unvollkommenen Formen des Zusammenlebens" nicht ausgeschlossen. „Denn auch außerhalb dieser vollen Verwirklichung im Ehesakrament gibt es positive Elemente und Formen von gelebter Verantwortung und Stabilität", meinen die Bischöfe. Im Hinblick auf Ehe und Familie habe die Synode „eine Sprache gefunden, die nicht verurteilt". (www.katholisch.at/aktuelles vom 13. 11. JA vom 22. 11.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der Päpstliche Rat für den interreligiösen Dialog organisiert in Zusammenarbeit mit der Erzdiözese Singapur und der Taoistischen Föderation Singapur das zweite christlich-taoistische Kolloquium vom 5. bis 7. November 2018 in Singapur. Schwerpunkt der Gespräche wird das Thema der „christlichen und taoistische Ethik im Dialog“ sein, so eine Mitteilung des vatikanischen Rates. Es sollen verschiedene Aspekte anhand von Beiträgen von 70 Wissenschaftlern und Experten des interreligiösen Dialogs untersucht werden. Die Teilnehmer des Kolloquiums kommen aus der christlichen und taoistischen Tradition: aus Singapur, China, Frankreich, Indien, Malaysia, Südkorea, Schweiz, Vatikan und Taiwan. Der Sekretär des Vatikan-Rates, Miguel Ángel Ayuso Guixot, und der Unterstaatssekretär für den Taoismus, Indunil Janakaratne Kodithuwakku Kankanamalage, vertreten den Vatikan, Erzbischof Felix Machado und Peniel Rajkumar die Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen bzw. den Ökumenischen Rat der Kirchen. (vn v. 1. 11. u. JA v. 11. 11.)

     

  • Die Diözese Cremona (Italien) verteidigt die für den 18. November vorgesehene Dialogveranstaltung zum Thema "Welchen Platz haben junge LGBT [Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender] in der Kirche?". Die für Mitte November geplante Gesprächsrunde stößt laut Medienberichten auf Protest traditionalistischer Kreise. Die Diözese verteidigt jedoch die Veranstaltung, die zum zweiten Mal stattfindet. Rund 300 Unterzeichner einer Protestpetition hätten Cremonas Bischof Antonio Napolioni und den Direktor des Wallfahrtsortes Santa Maria del Fonte di Caravaggio aufgefordert, die Veranstaltung abzusagen, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera" am 2. November. In einer Antwort verteidigt der Priester Antonio Facchinetti, ein Seelsorger der Diözese, die geplante Veranstaltung. Dabei beruft er sich unter anderem auf die jüngst beendete Jugendsynode im Vatikan. Deren Abschlussdokument empfehle ausdrücklich „Wege der Begleitung im Glauben für homosexuelle Personen". „Unsere Diözese nimmt die Aufforderung der Synode auf und setzt ihre Bemühungen fort, (Menschen) zuzuhören und zu begleiten", schreibt Facchinetti. Im Übrigen sei das Angebot von Dialog und Begleitung homosexueller Katholiken „im Licht des Wortes Gottes und des kirchlichen Lehramts" bereits vom Vorgängerbischof begonnen worden. (kathpress.at v. 2.11.)

     

  • Nach Ansicht des Mainzer Bischofs Peter Kohlgraf haben die seit dem Reformationsjahr 2017 erreichten Schritte im ökumenischen Dialog dauerhaft Bestand. Das Gedenkjahr zur Reformation habe evangelische und katholische Christen „in einer Weise verbunden, die mir unumkehrbar scheint“, sagte er in Mainz beim zentralen Gottesdienst der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau zum Reformationstag 2018. Außerdem: „Der Vatikan trat im September 2018 erstmals in den Dialog mit einer europäischen, also regionalen, Gemeinschaft von Kirchen ein, der evangelischerseits lutherische, reformierte, unierte und methodistische Vertreter angehören“. Dies sei möglich gewesen, weil die vorausgehenden Konsultationen zwischen der Gemeinschaft evangelischer Kirchen Europas (GEKE) und dem Vatikanischen Einheitsrat „zu dem für sie selbst erstaunlichen Ergebnis führten, dass man in ekklesiologischen Fragen einander näher ist, als man bis dahin angenommen hatte“, so Kohlgraf. (kna u. vn v. 1. 11.)

     

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