Eine Pilgergruppe aus der Schweiz trägt folgendes Anliegen nach Rom:

Männer sollen in Zukunft nicht mehr ohne Frauen über die Aufgabe und Rolle der Frauen in der römisch-katholischen Kirche befinden. „Kirche mit den Frauen“ heißt das Projekt. Losgepilgert wird am 2. Mai in St. Gallen nach einer Messe und Segnung durch den Bischof. In Rom will man nach zwei Monaten am 2. Juli eintreffen. Dazu die Ideengeberin des Projekts, die Theologin und Pastoralassistentin Hildegard Aepli aus dem Bistum St. Gallen: „Das Anliegen ist, dass Männer in der katholischen Kirche nicht mehr über Frauen sprechen, über deren Aufgaben und Rollen, sondern dass wir Frauen uns für den Dialog auf allen Ebenen zur Verfügung stellen. Wir glauben, dass die Kirche der Zukunft viel auch damit zu tun hat, dass Frauen anders einbezogen werden in das Nachdenken von Kirche überhaupt. […] Von Anfang an hat unser Bischof Markus Büchel aus Sankt Gallen und ziemlich bald auch der Bischof von Basel Felix Gmür gesagt, das ist ein gutes Projekt. Bischof Büchel wird die Pilgergruppe am 2. Mai in der Kathedrale von Sankt Gallen segnen, und wir erwarten bis zu 1.000 Menschen, die da mitfeiern: wir haben aus allen Schweizer Bistümern Rückmeldungen, dass Menschen sich auf den Weg machen und an diesem ersten Tag mit uns mitlaufen werden. Außerdem gibt es Ordensgemeinschaften, die uns unterstützen, die Benediktiner, die Jesuiten, die Kapuziner etwa. Abtpräses Jeremias Schröder aus Deutschland, Abtpräses Christian Haidinger aus Österreich und Abt Urban Federer aus Ensiedeln in der Schweiz werden in Rom mit uns für dieses Anliegen einstehen.“ (kirche-mit.ch und www.de.radiovaticana.va vom 1. 5.; KircheIn 5/2016)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Zum diesjährigen muslimischen Fastenmonat Ramadan wünscht der päpstliche Rat für den interreligiösen Dialog im Namen des Papstes allen Muslimen „Gelassenheit, Freude und zahlreiche geistliche Gaben“. In der Glückwunschbotschaft wird auch daran erinnert, dass sich am 19. Mai 1964 Papst Paul VI. als erster Papst während zum Ende des Fastenmonats an die Muslime wandte. In der diesjährigen Botschaft aus dem Vatikan wird auf die Enzyklika ‚Laudato Si‘ Bezug genommen. Die Zerstörung der Umwelt sei ein Problem sei eine Herausforderung, die über die Religionszugehörigkeit hinausgehe. Der interreligiöse Dialog-Rat des Vatikan hoffe deshalb, dass Katholiken und Muslime gemeinsam für die Erhaltung der Schöpfung einstünden. Die Botschaft wurde vom Präsidenten des Rates, Kardinal Jean-Louis Tauran, und dem Ratssekretär Miguel Ángel Ayuso Guixot am 19. Mai unterzeichnet. (rv v. 2. 6.)

     

  • Aus Sicht des römisch-katholischen Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode muss über die Zulassungsbedingungen für Priester nachgedacht werden. „Die Frage der ‚viri probati‘, der bewährten Männer in Beruf und Familie, kann man ernsthaft prüfen“, sagte er im Interview der Osnabrücker Bistumszeitung „Kirchenbote“: Man müsse fragen, „ob Priesteramt und Zölibat immer miteinander verbunden sein müssen“. Die völlige Aufgabe der Pflicht zur Ehelosigkeit halte er aber für nicht sinnvoll, betonte Bode. Zur Weihe von Frauen meint er: „Wir sollten aber Frauen verstärkt in kirchliche Leitungspositionen bringen und über den Diakonat der Frau nachdenken.“ (kna u. rv v. 1. 6.)

     

  • An der Universität Salzburg ist am 1. Juni erstmals der Ökumene-Preis der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche verliehen worden. Er ging an die Initiative „Vernetzte Ökumene Wien West“ – die Dekanate 13 bis19. Eingereicht wurde das Projekt: „ ‚Tag des Judentums‘ in christlich-jüdischer Zusammenarbeit – Ein Leitfaden“ durch die Projektautorin Dr. Elisabeth Lutter. (JA v. 11. 6.)

     

Artikelempfehlungen

König Hamad bin Isa Al Khalifa brachte am 19. Mai als Geschenk für den Papst ein Modell der neuen Kirche mit. Das...
Zum ersten Mal wird eine Kirche zur Synagoge: Die nicht mehr benötigte Kreuzkapelle in der evangelischen Pfarre Köln-...