Im vatikanischen Gästehaus Santa Marta sagte der Papst in der Predigt bei der Frühmesse am 14. Dezember, dass jegliche „klerikale Strenge“ die Herzen verschließe und viel Leid zufügen könne.

„Wir alle sind Sünder. Aber habt keine Angst, denn Gott ist größer als unsere Sünden.” betonte der Papst. Denn diese Wahrheit schenke Hoffnung. „Damit können wir weit und über unsere Probleme hinwegsehen, wie beispielsweise über das Leid und über unsere Sünden. […]  Denn die Hoffnung öffnet uns und macht uns frei!“ Umgekehrt tue jegliche Strenge durch „Männer und Frauen der Kirche“ nur Schlechtes. „In diesem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit gibt es diese beiden Wege: einerseits hat man die Hoffnung auf die Barmherzigkeit Gottes und anderseits weiß man, dass Gott der Vater ist. […] Wer in seiner eigenen Strenge gefangen bleibt, weiß nichts über die Barmherzigkeit Gottes“, so der Papst in seiner Predigt. (http://de.radiovaticana.va vom 14. 12.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Die römisch-katholischen Bischöfe Indiens sind solidarisch mit den indischen Protestanten: Die Bischofskonferenz Indiens hat Hass gegen alle gesellschaftlichen Gruppen sowie Gewalt gegen Gotteshäuser verurteilt. Jene, die solche Taten verübten, seien „Feinde der Nation", hieß es in einem am 7. Oktober auf Twitter verbreiteten Statement der Bischofskonferenz. Damit reagierten die Bischöfe auf einen Angriff auf die protestantische St. Thomas Kirche in der nordindischen Stadt Varanasi. Am 2. Oktober waren laut indischen Medienberichten 60 Männer in die Kirche eingedrungen, hatten dort randaliert und Gläubige bedroht. Peter Baldev, Bischof der Church of North India (CNI), forderte in einem Brief an Ministerpräsident Narendra Modi sofortige Maßnahmen gegen die Täter. In der CNI sind Anglikaner, Methodisten und Presbyterianer vertreten. (kna u. vn v. 7. 10.)

     

  • Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf fordert eine Abänderung des Kirchen-Strafrechts , weil Missbrauch ein Verbrechen darstelle und es deshalb falsch sei, dies nur als „sexuelles Vergehen“ abzutun. In zu vielen Missbrauchsfällen hätten die zu Tätern gewordenen Priester ihre Taten verbal religiös verbrämt, argumentiert der Bischof im Gespräch mit der Zeitung Mainzer Allgemeine/Wiesbadner Kurier. Die Sanktionen für Missbrauch durch Kleriker seien oft viel zu milde. „Die Weltkirche ist gefragt, wir müssen den Katalog der Kirchenstrafen überdenken, und wir brauchen zudem einheitliche Standards“, so Bischof Kohlgraf. Die bundesweite Studie über sexuellen Missbrauch römisch-katholischer Kleriker an Kindern und Jugendlichen dokumentiert 3.677 Opfer und 1.670 Täter. Die Dunkelziffer sei wesentlich höher, stellten die ausführenden Wissenschaftler fest. Bischof Peter Kohlgraf hatte bereits vor einigen Tage vorgeschlagen, die Abschaffung des Zölibats anzudenken. (vn v. 1. 10.)

     

  • Wird es irgendwann eine wirkliche ökumenische Synode geben, also mit nicht-katholischen Synodenvätern aus anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften, die mit Stimmrecht ausgestattet vom Papst zusammengerufen werden? Auf dem Papier ist eine solche Synode neuerdings möglich, seit Franziskus im September die Regeln geändert hat. Der im Vatikan für Ökumene zuständige Kurienkardinal Kurt Koch sagt darüber zu „Vatican News“: „Ich weiß nicht, wie der Heilige Vater eine solche ökumenische Synode genau sieht, aber es wäre natürlich gerade hinsichtlich der Fragen, die uns alle beschäftigen, die alle christlichen Kirchen beschäftigen, auch ein faszinierendes Experiment, einmal so zusammenzukommen und gemeinsam zu beraten: Wie können wir angesichts der zentralen Herausforderungen heute gemeinsame Wege suchen? […] Und gerade bei Fragen, die ja alle christlichen Kirchen beschäftigen und wo es dringend notwendig ist, dass wir eine gemeinsame Stimme finden, wäre das eine gute Chance. […] Eine gemeinsame christliche Anthropologie wiederzufinden und gemeinsam zu bezeugen, halte ich für eine zentrale Herausforderung.“ (vn [=Vatican News] v. 10. 10.)

     

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