In Jerusalem haben Papst Franziskus und das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, Patriarch Bartholomaios I., zu neuem Elan auf dem Weg zur Kircheneinheit aufgerufen.

Die katholische und die orthodoxe Kirche wollen einander als „Glieder ein und derselben christlichen Familie betrachten“, heißt es in einer am 25. Mai von beiden unterzeichneten „Gemeinsamen Ökumenischen Erklärung“. Durch die gegenseitige Liebe soll möglich werden, dass „wir unseren Glauben an dasselbe Evangelium Christi bekennen können, wie er von den Aposteln empfangen und von den Ökumenischen Konzilien und den Kirchenvätern formuliert und an uns weitergegeben wurde“. Im Anschluss an die Unterzeichnung wurde ein ökumenisches Gebet in der Jerusalemer Grabeskirche abgehalten, der auch folgende Persönlichkeiten beiwohnten: der örtliche lateinische Patriarch und zahlreiche ranghohe Geistliche der in Jerusalem vertretenen nichtkatholischen Kirchen. Auch der argentinische Rabbiner Abraham Skorka nahm an der Feier teil. Bartholomaios I. rief zur Überwindung von Vorurteilen und Ängsten im Umgang mit Angehörigen anderer christlichen Konfessionen und Religionen auf. Mit Blick auf die Meinungsverschiedenheiten über das Papstamt sagte Franziskus, er wünsche einen Dialog darüber, wie der besondere Dienst des Bischofs von Rom so ausgeübt werden könne, dass er von allen anerkannt werde und sich „seiner Sendung entsprechend einer neuen Situation“ öffne. (Kathweb/KAP v. 25. 5.; Die Furche v. 28. 5.)

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • In Myanmar haben die christlichen Gemeinden zum ersten Mal seit 50 Jahren Weihnachten auf den Straßen der Metropole Rangun gefeiert. Mehrere Liturgien, Feste und Prozessionen fanden statt. Der Anteil der Christen in dem mehrheitlich buddhistischen Land beträgt knapp sechs Prozent. (JA v. 14. 1.)

     

  • Der Vatikan ehrt in diesem Jahr eine Theologin des 18. Jahrhunderts mit einer Briefmarke. Das geht aus dem Programm des vatikanischen Münz- und Markenamtes vom 2. Jänner hervor. Die Briefmarke bezieht sich auf den 300. Geburtstag der Italienerin Maria Gaetana Agnesi (1718-1799), die auch als Mathematikerin und Wohltäterin wirkte. Sie war die erste Frau, die ein Buch über Mathematik veröffentlichte. In ihrer Heimatstadt Mailand nahm sich die tiefgläubige Gelehrte unbemittelter kranker Frauen an und hielt öffentliche Unterweisungen in Katechismus. Ein Studium in Theologie absolvierte sie nie, doch suchten auch Kirchenmänner wie Kardinal Giuseppe Pozzobonelli ihren Rat in der Beurteilung religiöser Schriften. (vn v. 2. 1.)

     

  • In Augsburg hat am 4. Jänner die ökumenische Glaubenskonferenz „Mehr“ begonnen, organisiert vom „Gebethaus Augsburg“. Das Treffen charismatisch orientierter Christen (ca. 11.000) fand zum elften Mal statt. Auf dem Programm stand unter dem Motto „Open up the gates“ („Macht die Tore weit auf“) christlich motivierte Vorträge, Konzerte, Diskussionen, Gebete und Lobpreisungen. Aus Österreich nahmen u.a. Jugendbischof Stephan Turnovszky und Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner teil. Als Redner traten James Mallon, Leo Bigger und Vishal Mangalwadi auf. Mallon ist römisch-katholischer Pfarrer aus Halifax (Kanada). Der Zürcher Pastor Bigger leitet die sich überkonfessionell verstehende Megachurch International Christian Fellowship (ICF), die größte Freikirche in der Schweiz. Mangalwadi ist ein indischer Theologe. Das „Gebetshaus Augsburg“ ist laut Selbstdarstellung eine ökumenische Initiative junger Christen und gehört zur „Charismatischen Erneuerung der katholischen Kirche“. Die „Mehr“-Teilnehmer kamen aus 40 Ländern, zu 90 Prozent aus dem deutschen Sprachraum. Gut 60 Prozent waren katholisch, 35 Prozent je zur Hälfte Anhänger der evangelischen Landeskirchen und von Freikirchen, drei Prozent waren orthodox. (religion.ORF.at/KAP u. vn v. 5. 1.; JA v 14. 1.)

     

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