In Jerusalem haben Papst Franziskus und das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, Patriarch Bartholomaios I., zu neuem Elan auf dem Weg zur Kircheneinheit aufgerufen.

Die katholische und die orthodoxe Kirche wollen einander als „Glieder ein und derselben christlichen Familie betrachten“, heißt es in einer am 25. Mai von beiden unterzeichneten „Gemeinsamen Ökumenischen Erklärung“. Durch die gegenseitige Liebe soll möglich werden, dass „wir unseren Glauben an dasselbe Evangelium Christi bekennen können, wie er von den Aposteln empfangen und von den Ökumenischen Konzilien und den Kirchenvätern formuliert und an uns weitergegeben wurde“. Im Anschluss an die Unterzeichnung wurde ein ökumenisches Gebet in der Jerusalemer Grabeskirche abgehalten, der auch folgende Persönlichkeiten beiwohnten: der örtliche lateinische Patriarch und zahlreiche ranghohe Geistliche der in Jerusalem vertretenen nichtkatholischen Kirchen. Auch der argentinische Rabbiner Abraham Skorka nahm an der Feier teil. Bartholomaios I. rief zur Überwindung von Vorurteilen und Ängsten im Umgang mit Angehörigen anderer christlichen Konfessionen und Religionen auf. Mit Blick auf die Meinungsverschiedenheiten über das Papstamt sagte Franziskus, er wünsche einen Dialog darüber, wie der besondere Dienst des Bischofs von Rom so ausgeübt werden könne, dass er von allen anerkannt werde und sich „seiner Sendung entsprechend einer neuen Situation“ öffne. (Kathweb/KAP v. 25. 5.; Die Furche v. 28. 5.)

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der Warschauer Oberrabbiner und Rabbinerverbands-Vorsitzende Michael Schudrich hat den römisch-katholischen Bischöfen Polens für deren klare Verurteilung des Antisemitismus gedankt.  (JA v. 1. 4.)

     

  • Der Autor des äußerst kontroversen Buches „The Dictator Pope“, der britische Historiker Henry Sire, ist vom Malteserorden suspendiert worden. Der Inhalt des Buches gebe in keiner Weise Positionen und Auffassungen des Malteserordens wieder, heißt es in der Erklärung. Der Orden distanziere sich von dem Buch. Zudem gebe ein Kapitel über die Krise des Malteserordens 2016/2017 die Ereignisse sehr einseitig wieder. In dem Buch beschreibt der Verfasser Papst Franziskus als jemanden, der die Kurie in Rom einem Terrorregime unterwirft. (JA v. 1. 4.)

     

  • Ab dem 21. Oktober 2018 werden zum ersten Mal seit 500 Jahren wieder römisch-katholische Messen im Dom von Lund (Schweden) gefeiert werden. Dann nämlich wird die römisch-katholische Kirche Sankt Thomas wegen Renovierungsarbeiten vorrübergehend geschlossen. Dazu sagte die lutherische Pastorin des Doms, Lena Sjöstrand: „Das ist eine wahrlich einzigartige Kooperation zwischen der katholischen Gemeinde Sankt Thomas und uns, eine Fortsetzung der Freundschaft, die sich zwischen uns entwickelt hat“. Nach dem historischen Besuch des Papstes im Jahr 2016 haben sich die beiden Gemeinden aufeinander zubewegt. Ein Beispiel dieser Kooperation sind monatliche ökumenische Vespern, die wechselweise im Dom und der Sankt-Thomas-Gemeinde stattfinden. Die Gemeinde der Kathedrale interpretiert die ökumenische Zusammenarbeit als eine Möglichkeit, das Dokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ in die Tat umzusetzen. Dieses ökumenische Dokument reflektiert die 50-jährigen Gespräche zwischen Katholiken und Lutheranern. Das Dokument wurde von Bischof Munib Younan vom Lutherischen Weltbund sowie von Papst Franziskus unterzeichnet. „Das Treffen hat so viele Menschen berührt und wir freuen uns, dass es kein Ereignis der Vergangenheit war, sondern dass es eine echte Kontinuität gibt, die unsere Beziehungen stärkt“, sagte die Pastorin Sjöstrand. (vn v. 5. 4.)

     

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