In Marrakesch (Marokko) haben 250 muslimische Wissenschaftler am 27. Jänner eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet.

Darin sprechen sie sich für eine islamische Gesetzgebung nach den Prinzipien der Bürgerschaft und der Inklusion aller Gruppen aus. Die Wissenschaftler waren auf Einladung des marokkanischen Ministeriums für Islamische Angelegenheiten und des Forums für den Frieden in der muslimischen Gesellschaft in Marrakesch zusammengekommen. Die so genannte „Erklärung von Marrakesch“ sieht sich in der Tradition der „Charta von Medina“. Mit diesem Text sicherte damals der Prophet Mohammed auch der andersgläubigen Bevölkerung von Medina grundlegende Rechte zu. Die Erklärung wendet sich auch an die Bildungseinrichtungen Marokkos mit der Bitte um eine „mutige Revision der Lehrpläne und um eine Streichung aller Themen, die zu Aggression oder Extremismus aufrufen”. Die verschiedenen religiösen Gruppen, so der Appell, sollten sich daran erinnern, dass sie schon seit Jahrhunderten im selben Land lebten, und deshalb jede Form der Verleumdung des Anderen ablehnen. Die Erklärung von Marrakesch betont abschließend, dass „Religion nicht dazu benutzt werden darf, die Rechte der religiösen Minderheiten in muslimischen Ländern zu missachten”. An dem Treffen in Marrakesch nahmen auch rund fünfzig Vertreter anderer Religionen teil. (www.de.radiovaticana.va vom 28. 1.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der Sultan von Oman, Qabus bin Said, hat wesentlichen Anteil an der Freilassung des indischen Salesianerpaters Thomas Uzhunnalil in Jemen. Der von jemenitischen IS-Terroristen im März 2016 entführte Priester wurde am 12. September freigelassen, nachdem sich Sultan Qabus sehr energisch für ihn eingesetzt hatte. Auch die Indische Diplomatie war seit Monaten darum bemüht. (CSI-Zeitung 10/2017)

     

  • In einer Kirche zu Mittag essen – darf man das? Diese Frage kam nach dem Papstbesuch in Bologna am 1. Oktober auf. Dort nämlich lud Papst Franziskus Flüchtlinge, Bedürftige und Gefängnisinsassen zum Mittagessen in die Basilika des heiligen Petronius unweit der Kathedrale. Die Bilder des Mahls in der Kirche erhitzten die Gemüter, ob damit nicht die „Sakralität des Ortes“ entweiht werde. Das Kirchenrecht verbietet im Kirchenraum alles, „was mit der Heiligkeit des Ortes unvereinbar ist“. Der Papstvertraute Antonio Spadaro, Leiter der Jesuiten-Zeitschrift „Civiltà Cattolica“, hat eine klare Antwort: „Die Heiligkeit des Ortes wird in keiner Weise durch die karitative Handlung angegriffen. Das gilt vor allem in einer geordneten Situation, wie es am Sonntag geschehen ist […] Papst Franziskus hat im Kirchgebäude mit Armen und Benachteiligten gegessen, das ist eine hohe Handlung der barmherzigen Liebe und somit ein grundlegendes Prinzip des Christentums. Ich würde sogar sagen, diese Geste unterstreicht den Einsatz der Kirche am Dienst an den Nächsten. […] Der Herr hat doch gerade dieses Bild des Mahles am Tisch für die Eucharistie ausgewählt. Deshalb finde ich es sehr schön, dass das Brot miteinander geteilt wird. Das schenkt doch der Eucharistiefeier sogar noch mehr Würde und Güte.“ In diesem Zusammenhang wurde in den Kommentaren kritisiert, dass die derzeitige Eucharistiefeier viel zu wenig eine „Essensfeier“ wäre. (rv v. 4. 10.; JA v. 15. 10.)

     

  • Die römisch-katholische und die evangelische Kirche von Berlin und Brandenburg bietet nun auch einen konfessionsübergreifenden Religionsunterricht an. Die Bischöfe Heiner Koch und Markus Dröge werden am 6. Oktober einen entsprechenden Vertrag unterzeichnen. Der kooperative Unterricht sei jedoch nur für diejenigen Fälle gedacht, wo die erforderliche Gruppengröße für konfessionellen Unterricht nicht erreicht wird oder aufgrund von Lehrermangel nicht unterrichtet werden kann. In beiden Bundesländern ist Religion kein ordentliches Schulfach. (kna u. rv [= de.radiovaticana.va] v. 4. 10.; JA v. 15. 10.)

     

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