Ökumene

Die orthodoxe Kirche in Afrika hat im November 2018 erstmals wieder Frauen zum Diakonat zugelassen. Diese Entwicklung soll nun auch der äthiopisch-orthodoxen Kirche zugutekommen. Dazu traf sich der griechisch-orthodoxe Patriarch von Alexandria, Theodoros II., mit seinem äthiopisch-orthodoxen Amtsbruder Abuna Matias, um zu beraten, wie sich der Synodalbeschluss in Äthiopien umsetzen lässt. In den 1950er und 1960er Jahren, als die Zusammenarbeit der beiden autokephalen Kirchen besonders intensiv war, wurden in Athen an der damaligen Hochschule für Diakonissen Hagia Varvara besonders viele Äthiopierinnen zum Diakonat ausgebildet. Allerdings wurde die Ausbildungsstätte 2003 geschlossen. Inzwischen hat aber Patriarch Theodoros II. Ende Februar 2017 im kongolesischen Kolwezi drei Nonnen und drei Katechetinnen die Diakonatsweihe erteilt. (kna u. vn [=Vatican News] v. 5. 3.; JA v. 17. 3.)

 

Am 7. März 2019 haben sich Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz, des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Allgemeinen und der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschlands (ORD) in Frankfurt am Main getroffen. Zentrales Thema war die Zukunft der deutschen Gedenk- und Erinnerungskultur. Der Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschlands (ARK), Prof. Dr. Andreas Nachama, der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der römisch-katholische Bischof Dr. Ulrich Neymeyr (Erfurt) sind sich einig: Gemeinsam müssen wir gegen das Vergessen angehen, damit sich die Verbrechen der Vergangenheit nicht wiederholen. Neymeyr zufolge hat auch speziell die Kirche in ihrer Verkündigung und Katechese „noch einen weiten Weg" vor sich. Noch immer hätten viele Katholiken „falsche Vorstellungen vom Judentum.“ Seit 2006 treffen sich Vertreter der ARK und der ORD mit Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der EKD einmal jährlich zu einem ausführlichen Meinungsaustausch. (vn v. 7. 3.)

 

Salzburgs Erzbischof Franz Lackner hat am 13. März gemeinsam mit dem evangelischen Superintendenten Olivier Dantine und dem rumänisch-orthodoxen Erzpriester Dumitru Viezuianu die renovierten Räumlichkeiten des Landtags im Salzburger Chiemseehof gesegnet. (JA v. 24. 3.)

 

Die Leiter von fünf christlichen Weltgemeinschaften treffen sich an der Katholischen Universität Notre Dame, Indiana (USA), um die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre (vom 31. Oktober 1999) und den von ihr gewiesenen Weg zu einer vollständigen, sichtbaren Einheit der Kirche zu diskutieren. Aus dem Vatikan reist eine Delegation unter Kardinal Kurt Koch an, dem Präsidenten des päpstlichen Einheitsrates. Das Dokument stellte damals klar, dass die „früheren gegenseitigen lehrmäßigen Verurteilungen" nicht länger gültig seien. Außerdem verpflichteten sich die Kirchen dazu, gemeinsam an ihrem Verständnis von Schrift und Lehre, Ekklesiologie, Autorität, Amt, Sakramenten und Sozialethik zu arbeiten. Ziel des Kongresses vom 26. bis 29. März ist es, die historische Bedeutung der Erklärung hervorzuheben und die Ökumene weiter zu entwickeln. Teil des Programms ist eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Vom Konflikt zur Gemeinschaft: Die Zukunft der gemeinsamen Christen in der Welt". (vn v. 21. 3.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Die italienische Post würdigt das historische Treffen zwischen dem heiligen Franz von Assisi und Sultan al-Malik zum 800. Jahrestag mit einer Sonderbriefmarke. Die Briefmarke bildet einen Ausschnitt aus dem Giotto zugeschriebenen Fresko in der Basilika von Assisi ab, auf dem der Heilige und der Sultan auf dem Thron zu sehen sind. Die begleitende Erläuterung zur Briefmarke nennt das Treffen „einen der entscheidenden Momente in der Menschheitsgeschichte, nicht nur des Heiligen von Assisi. Zur Zeit des Fünften Kreuzzuges, als Christentum und Islam keine Berührungs-, sondern nur Konfliktpunkte hatten, bot Franziskus der Welt ein Beispiel dafür, wie menschliche Beziehungen geführt und aufrechterhalten werden sollten.“ (vn v. 1. 3.)

     

  • Erzbischof Jean-Claude Hollerich, Leiter der EU-Bischofskommission COMECE, plädiert für eine stärkere Kontrolle von Bischöfen durch Laien. „Wir brauchen eine stärkere Pflicht zum Ablegen von Rechenschaft“, sagte er im Gespräch mit dem Internetportal „Vatican Insider“. „Dabei sollte auch eine Gruppe von Laien beteiligt werden. […] Ich habe kein Problem damit, dass mich eine Gruppe von Laien kontrolliert.“ Es sei wichtig, Klerikalismus zu überwinden: „Wir sind alle getauft und gehören alle zur selben Kirche.“ Der Luxemburger Erzbischof rührt damit an einen heiklen Punkt: Die US-Bischöfe hatten Ende 2018 die Einrichtung von Kontrollgremien zu Missbrauchsfällen beschließen wollen, bei denen Laien eine führende Rolle zugesprochen wurde. Die Abstimmung vertagten die vatikanischen Behörden auf den bevorstehenden Kinderschutz-Gipfel Anfang 2019, wo aber dazu kein Beschluss gefasst wurde. (vn v. 3. 3.)

     

  • Die orthodoxe Kirche in Afrika hat im November 2018 erstmals wieder Frauen zum Diakonat zugelassen. Diese Entwicklung soll nun auch der äthiopisch-orthodoxen Kirche zugutekommen. Dazu traf sich der griechisch-orthodoxe Patriarch von Alexandria, Theodoros II., mit seinem äthiopisch-orthodoxen Amtsbruder Abuna Matias, um zu beraten, wie sich der Synodalbeschluss in Äthiopien umsetzen lässt. In den 1950er und 1960er Jahren, als die Zusammenarbeit der beiden autokephalen Kirchen besonders intensiv war, wurden in Athen an der damaligen Hochschule für Diakonissen Hagia Varvara besonders viele Äthiopierinnen zum Diakonat ausgebildet. Allerdings wurde die Ausbildungsstätte 2003 geschlossen. Inzwischen hat aber Patriarch Theodoros II. Ende Februar 2017 im kongolesischen Kolwezi drei Nonnen und drei Katechetinnen die Diakonatsweihe erteilt. (kna u. vn [=Vatican News] v. 5. 3.; JA v. 17. 3.)

     

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