Papst Franziskus besuchte am 13. November die Lutheraner-Gemeinde in Rom.

Ein kurzer Auszug aus seiner Rede: „Denken Sie an unsere gegenseitigen Verfolgungen, obwohl wir doch dieselbe Taufe haben. Denken Sie an so viele lebendig Verbrannte. Wir müssen einander dafür um Verzeihung bitten, für den Skandal der Spaltung […] Unsere Dogmatik-Bücher sagen das Eine und Ihre Dogmatik-Bücher das Andere […Jetzt aber sei das] die Stunde der versöhnten Verschiedenheit. Bitten wir heute um diese Gnade, die Gnade dieser versöhnten Verschiedenheit im Herrn“. Und auf die Frage, wann endlich eucharistische Mahlgemeinschaft unter römisch-katholischen und lutherischen Christen möglich sein wird, sagte der Papst: „Ich glaube, wenn wir gemeinsam das Herrenmahl feiern, erinnern und vergegenwärtigen wir, tun wir dasselbe, was der Herr Jesus getan hat. […]  Ich überlasse die Frage den Theologen, denen, die das verstehen […] Doch ich frage mich: Aber haben wir denn nicht dieselbe Taufe? Und wenn wir dieselbe Taufe haben, dann müssen wir zusammen gehen! […] Beziehen Sie sich immer auf die Taufe: Ein Glaube, eine Taufe, ein Herr, so sagt uns Paulus, und daraus ziehen Sie dann die Konsequenzen! […] Sprechen Sie mit dem Herrn, und schreiten Sie voran!“ Am 15. November schenkte er der Luther-Gemeinde einen Messkelch. Der Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde in Rom, Jens-Martin Kruse, sagte nach dem Besuch des Papstes: „Ich glaube, dass wir heute ein schönes und verbindendes Zeichen gesetzt und vielleicht sogar aufgezeigt haben, dass man tatsächlich noch mehr in der Ökumene machen kann, dass der Papst ganz willig und bereit ist und mit großer Offenheit uns gegenüber ein Zeichen gesetzt hat. Und zum Mess-Kelch, dem Geschenk des Papstes: „Das ist natürlich ein wirklich spektakuläres Geschenk und eine tolle Geste an der Stelle, wo es eben noch keine Gemeinschaft gibt, das Zeichen zu setzen, dass wir diese Gemeinschaft wollen, dass wir dieses gemeinsame Abendmahl wollen. […] Ich glaube, dass man da heute sehr dankbar sein darf für das Geschenk, das er uns gemacht hat. […] Wir haben im Kleinen gezeigt, was ökumenisch möglich ist. Und der Papst hat verstanden, auf die Herzlichkeit und Nähe der Gemeinde mit genau dieser Herzlichkeit und Nähe zu antworten, und mit Geschwisterlichkeit. Ich glaube, dass im Kleinen deutlich geworden ist, dass auch im Größeren mehr möglich ist“, so Pfarrer Kruse. (http://de.radiovaticana.va vom 16. 11.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Zum diesjährigen muslimischen Fastenmonat Ramadan wünscht der päpstliche Rat für den interreligiösen Dialog im Namen des Papstes allen Muslimen „Gelassenheit, Freude und zahlreiche geistliche Gaben“. In der Glückwunschbotschaft wird auch daran erinnert, dass sich am 19. Mai 1964 Papst Paul VI. als erster Papst während zum Ende des Fastenmonats an die Muslime wandte. In der diesjährigen Botschaft aus dem Vatikan wird auf die Enzyklika ‚Laudato Si‘ Bezug genommen. Die Zerstörung der Umwelt sei ein Problem sei eine Herausforderung, die über die Religionszugehörigkeit hinausgehe. Der interreligiöse Dialog-Rat des Vatikan hoffe deshalb, dass Katholiken und Muslime gemeinsam für die Erhaltung der Schöpfung einstünden. Die Botschaft wurde vom Präsidenten des Rates, Kardinal Jean-Louis Tauran, und dem Ratssekretär Miguel Ángel Ayuso Guixot am 19. Mai unterzeichnet. (rv v. 2. 6.)

     

  • Aus Sicht des römisch-katholischen Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode muss über die Zulassungsbedingungen für Priester nachgedacht werden. „Die Frage der ‚viri probati‘, der bewährten Männer in Beruf und Familie, kann man ernsthaft prüfen“, sagte er im Interview der Osnabrücker Bistumszeitung „Kirchenbote“: Man müsse fragen, „ob Priesteramt und Zölibat immer miteinander verbunden sein müssen“. Die völlige Aufgabe der Pflicht zur Ehelosigkeit halte er aber für nicht sinnvoll, betonte Bode. Zur Weihe von Frauen meint er: „Wir sollten aber Frauen verstärkt in kirchliche Leitungspositionen bringen und über den Diakonat der Frau nachdenken.“ (kna u. rv v. 1. 6.)

     

  • An der Universität Salzburg ist am 1. Juni erstmals der Ökumene-Preis der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche verliehen worden. Er ging an die Initiative „Vernetzte Ökumene Wien West“ – die Dekanate 13 bis19. Eingereicht wurde das Projekt: „ ‚Tag des Judentums‘ in christlich-jüdischer Zusammenarbeit – Ein Leitfaden“ durch die Projektautorin Dr. Elisabeth Lutter. (JA v. 11. 6.)

     

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