Papst Franziskus will die Reform der Kurie mit Entschlossenheit fortsetzen.

Inhaltlich bezog er sich in seiner diesjährigen Weihnachtsansprache an die römische Kurie an zunächst auf seine berühmt gewordene Weihnachtsansprache vor der Kurie im Vorjahr. Damals hatte er seinen Mitarbeitern einen „Katalog der kurialen Krankheiten“ in 15 Punkten vorgelegt, was bei einigen auch für Irritationen gesorgt hatte. „Heute müsste ich also von den kurialen Antibiotika sprechen“, griff der Papst den Faden wieder auf. Einige der kurialen Krankheiten nämlich seien in diesem Jahr aufgetreten und hätten dabei „nicht wenig Schmerz im ganzen Körper verursacht und viele Seelen verletzt. Auch mit Skandalen. […] Ich halte es für meine Pflicht zu bekräftigen […] Die Reform wird mit Entschlossenheit, klarem Verstand und Tatkraft fortgeführt werden, denn Ecclesia semper reformanda“, die Kirche sei immer zu reformieren. Die „Widerstände” und das Scheitern einiger Mitarbeiter böten Lektionen und Möglichkeiten zu Wachstum, aber nicht Grund zur Entmutigung. „Es sind Gelegenheiten, zum Wesentlichen zurückzukehren“ und sich selbst zu fragen, wie es mit dem eigenen „sensus ecclesiae“, dem Gefühl für die Kirche, und dem „sensus fidei“, dem Sinn für den Glauben, bestellt sei. Dann legte er einen nicht erschöpfenden Katalog der notwendigen Tugenden [vor…] „Ich lade die Leiter der Dikasterien und die Vorgesetzten ein, ihn anzureichern und zu vervollständigen: Vernünftigkeit und Liebenswürdigkeit, Ehrlichkeit und Reife, Großherzigkeit und Aufmerksamkeit sowie Vertrauenswürdigkeit und Nüchternheit“. (http://de.radiovaticana.va vom 21. 12.; JA vom 3. 1.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Die römisch-katholische Kirche in Russland kritisiert das Verbot der Zeugen Jehovas. Alle religiösen Gemeinschaften hätten ein Recht zu existieren, sagte der Generalsekretär der russischen Bischofskonferenz, Igor Kovalevsky, dem „Catholic News Service“. Zugleich äußerte er die Sorge, dass das Urteil auch neue Einschränkungen für die römisch-katholische Kirche bringen könnte. Die Regierung müsse den Bürgern versichern, „dass die Gewissensfreiheit bestehen bleibt“. (kna u. rv v. 1. 5.)

     

  • Papst Franziskus hat am 8. Mai den chassidischen Rabbiner Edgar Gluck (80) mit einer Delegation im Vatikan empfangen. Der 1936 in Hamburg geborene jüdische Gelehrte ist Rabbiner für Galizien mit Sitz in Krakau. (JA v. 21. 5.)

     

  • Mehr Laien soll es in Zukunft in den vatikanischen Gremien geben. Dieses Ziel hat der Präfekt des neuen Dikasteriums für Laien, Familie und Leben, Kardinal Kevin Joseph Farrell, genannt. In der Verfassung des Dikasteriums ist festgelegt, „dass Untersekretäre Laien seien müssen und Sekretäre Laien seien können“, sagte Kardinal Farrell der Nachrichtenagentur CNA. Sein Dikasterium ist auch für das Weltfamilientreffen 2018 in Dublin, die Jugendsynode im selben Jahr und den Weltjugendtag 2019 in Panama zuständig. Für das Treffen junger Gläubiger aus der ganzen Welt, aber auch für die Synode im Vatikan sollen die Jugendlichen umfassend befragt und daran beteiligt werden. „Wir wissen schon, was die Bischöfe und Priester sagen; jetzt wollen wir wissen, was die jungen Menschen sagen wollen“, sagte Kardinal Farrell. Der entsprechende Fragebogen werde Ende Mai online gestellt. (cna u. rv v. 8. 5.)

     

  • In der Wiener Kirche „Maria vom Siege“ fand am 7. Mai ein ökumenischer Festgottesdienst statt anlässlich des Jahrestages der Übergabe der Kirche an die koptisch-orthodoxe Gemeinde. Der Wiener koptisch-orthodoxe Bischof Anba Gabriel dankte Kardinal Christoph Schönborn und erinnerte an die fürchterlichen Anschläge gegen Kopten in Ägypten. Das Zeugnis der koptischen Märtyrer bedeute, dass „der Weg der Liebe in unserer friedlosen Welt stärker sein wird als der Hass“. Bei dem Gebet in der Kirche waren u. a. der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic), der altkatholische Bischof Heinz Lederleitner, der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura, der koptisch-orthodoxe Bischof von Sydney sowie zahlreiche weitere Geistliche der der syrisch-orthodoxen und der armenisch-apostolischen Kirche sowie auch der ägyptische Botschafter anwesend. (JA vom 21. 5.)

     

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