Zusammenarbeit und Dialog mit den (Welt-)Religionen: (Islam u.a.)

Erstmals wurde der Kurt-Schubert-Gedächtnispreis an einen Muslim vergeben: Der Islamwissenschaftler und Religionspädagoge Zekirija Sejdini wird für interreligiöse Verständigung ausgezeichnet. Laudatorin Martina Kraml, Professorin am Institut für Praktische Theologie an der Universität Innsbruck, beschrieb den diesjährigen Preisträger als „Pionier, Wegbereiter und Brückenbauer […und als] ein Modell für das Gelingen interreligiöser Verständigung und Zusammenarbeit“. Der Preisträger Sejdini sagte, dass die zunehmende Polarisierung, der Antisemitismus, die Islamfeindlichkeit und die Christenverfolgungen die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs zeigen. Es gelte, gemeinsame Werte zu kultivieren, sich zur Vielfalt zu bekennen und „den je eigenen Beitrag für eine plurale Gesellschaft zu leisten“. Konkret gelte es, Verschiedenheiten zu artikulieren und zu akzeptieren und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Er erhielt die Auszeichnung für seine „Verdienste um eine zeitgemäße Erforschung und Vermittlung islamischer Glaubenslehren“, so das „Forum für Weltreligionen", das den Preis 2010 ins Leben gerufen (kap u. Die Furche v. 1. 3.)

 

Oft nutzten islamische Gruppierungen die fehlenden Baugenehmigungen katholischer Kirchen aus, um Gewalt gegen Christen zu schüren. Aber damit ist jetzt Schluss. Bislang 53 Kirchen wurden nachträglich legalisiert und somit geschützt und weitere sollen folgen. 53 Kirchen samt angegliederten Gebäuden für verschiedene Dienstleistungen sind nun im Besitz einer rechtsgültigen Ordnungsmäßigkeitsbescheinigung. Diese erteilte die ägyptische Regierung an die Kirchen, so die Nachrichtenagentur „fides“. Eine Überprüfung der Ordnungsmäßigkeit der vor 2016 errichteten Kirchengebäude ergab die vollständige Vereinbarkeit der 53 Kultstätten mit den neuen Rechtsvorschriften. Weitere 3000 christliche Kultstätten warten dagegen noch auf ihre Überprüfung. Mit dem neuen Gesetz sollen Christen und ihre Kirchen nun besser geschützte sein. Laut dem katholisch-koptischen Bischof Botros Fahim Awad Hanna wünschen sich die Christen vor Ort, dass bei der Erteilung der Genehmigung die jeweilige Bestimmung der Gebäude berücksichtigt wird, da diese oft der gesamten Bevölkerung und nicht nur den Christen zur Verfügung stünden. (fides u. vn v. 2. 3.)

 

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hat bei seinem Ägyptenbesuch in dieser Woche gemeinsam mit dem koptisch-orthodoxen Papst-Patriarchen Tawadros II. die Markuskathedrale in Kairo besucht. Auf vom Nachrichtensender al-Arabiya veröffentlichten TV-Bildern sind Tawadros und Mohammed zu sehen, wie sie am 5. März durch das Gotteshaus gehen. Ägyptische Staatsmedien sprachen im Anschluss von einem bisher beispiellosen Ereignis. An der Begegnung mit dem koptisch-orthodoxen Papst-Patriarchen nahmen hochrangige Mitglieder der saudischen Delegation teil, die in Kairo zu Gast war. (kap u. vn v. 8. 3.)

 

Zum interreligiösen Dialog gibt es keine Alternative: Das betonen die österreichischen Bischöfe in einer Erklärung am Ende ihrer Vollversammlung in Sarajewo unter Bezugnahme auf ihren Tagungsort und schreiben: „Diese Stadt gilt einerseits als ein Modell für ein über Jahrhunderte lang gelungenes, tolerantes, wenn auch nicht immer konfliktfreies, Zusammenleben zwischen den Angehörigen verschiedener Religionen: Juden, Christen und Muslime. Andererseits hat der Krieg von 1992 bis 1995 […] bis in unsere Tage das Zusammenleben“ geschädigt. Die Erfahrung Sarajewos mache deutlich, dass es zum interreligiösen Dialog keine Alternative gebe: „Multireligiöses Zusammenleben in Gerechtigkeit und Toleranz, Freiheit und Verantwortung sind ein bleibender Auftrag für alle Staaten und Religionsgemeinschaften." Österreich bringe für den interreligiösen Dialog gute Voraussetzungen aus der eigenen Vergangenheit mit. Bereits seit 1912 sei hier der Islam eine staatlich anerkannte Religionsgesellschaft und somit den christlichen Kirchen rechtlich gleichgestellt. Die vorbildliche religionsrechtliche Ordnung in Österreich sei der Rahmen für einen interreligiösen Dialog. Maßgeblich dabei bleibe die Konzilserklärung „Nostra aetate" und die Feststellung, dass die katholische Kirche nichts von alldem ablehne, „was in diesen (nicht-christlichen) Religionen wahr und heilig ist". „Christen verbindet mit Gläubigen anderer Religionen und Nicht-Glaubenden die dialogische Suche nach Wahrheit. Sie kann nur gefunden werden, wenn dabei volle Gewissens- und Religionsfreiheit gewahrt bleiben", heißt es in der Erklärung. (kap v. 8. 3.)

 

Junge ÖsterreicherInnen und SyrerInnen starten eine Initiative für den Frieden: Eine gemeinsame interreligiöse Plattform junger Menschen will über die Seite „Ambassadors for Peace in Syria“ online ein Netzwerk des Friedens schaffen. Die Initiative ist Teil des Projekts „Don Bosco für Flüchtlinge“. Ziel ist es, Menschen aus Syrien und anderen Ländern als eine „starke Stimme des Friedens“ zusammenzubringen. Über einen Eintrag auf der Website kann jeder Botschafterin oder Botschafter des Friedens werden. Alle, die unterzeichnen, sollen das ihnen Mögliche tun, „damit keine Waffen geliefert und die Kämpfe sofort beendet werden.“ Der Aufruf richtet sich insbesondere an Menschen aus Syrien und politische Machthaber. Alle Inhalte der Website sind auf Englisch, Arabisch und Deutsch verfügbar. (vn v. 9. 3.)

 

Papst Franziskus hat vor Beginn der Generalaudienz am 14. März mit taoistischen Gläubigen gesprochen. Die Delegation des Baoan-Haupttempels in der Hauptstadt Taipeh besucht in diesen Tagen den päpstlichen Dialog-Rat. In einer kurzen, improvisierten Ansprache sprach der Papst davon, wie wichtig der „Dialog von Mensch zu Mensch“ sei. Es gehe um das gemeinsame „menschliche Wachsen auf dem Weg der Suche nach dem Absoluten, nach Gott“. Im Herbst 2016 hatten die römisch-katholische Kirche und die Taoisten eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der sich beide Seiten zu einem gemeinsamen Engagement gegen „Säkularisierung, Umweltzerstörung und Gleichgültigkeit“ bekennen. Das Dokument war Ergebnis einer Konferenz in Taipeh. In dem Text drücken beide Religionen „tiefsten Respekt vor der jeweils anderen Tradition“ aus. Sie verurteilen „interkulturelle Spannungen und Fundamentalismus“. (kap u. vn v. 14. 3.)

 

Die Gewaltakte in Indien gegen Christen und Angehörige anderer Minderheiten schädigen ganz Indien. Davor hat der Präsident der indischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Mumbai, Kardinal Oswald Gracias, den Premierminister Narendra Modi gewarnt. Der Kardinal traf Modi am 21. März in Modis Parlamentsbüro in New Delhi, wie die Vatikanagentur „Fides“ berichtet. Ein entschlossenes Vorgehen der Regierung gegen die sich häufenden Attacken gegen nicht-hinduistische Bürger sei notwendig, sagte der Kardinal. Er bestätigte dem hinduistischen Premierminister, die Kirche wolle weiterhin „voll an dem großen Vorhaben des Aufbaus der Nation“ mitwirken. Modi entgegnete, die Priorität seiner Regierung sei „das Wohlergehen der Menschen und die Ausrottung der Armut“. Zudem betonte er, er sei „Premierminister aller Inder, unabhängig der Kaste und der Religion“. (fides u. vn v. 21. 3.)

 

Bereits zum dritten Mal findet an der Donau-Universität Krems der Masterlehrgang „Interreligiöser Dialog. Begegnung von Juden, Christen und Muslimen" statt. Das Ziel des berufsbegleitenden viersemestrigen Lehrgangs: In einer multireligiös zusammengesetzten Studiengruppe werde nach Möglichkeiten gesucht, „wie die Beziehungen und das gegenseitige Verständnis zwischen den drei Religionsgemeinschaften verbessert werden können", so der verantwortliche Theologe Ernst Fürlinger. Die Donau-Uni kooperiert dabei mit hochrangigen internationalen Bildungseinrichtungen: der Universität Frankfurt, dem Abraham Geiger-Kolleg der Universität Potsdam und der islamischen Fakultät Sarajewo. Themen des Lehrgangs sind u.a. Hermeneutik und Exegese der religiösen Grundschriften, Theologien des religiösen Pluralismus sowie eine Einführung in den jüdisch-christlichen und christlich-muslimischen Dialog. Zuhidija Hasanovic, Dekan der Islamischen Fakultät von Sarajewo, bestätigte dazu vor kurzem im „Kathpress"-Interview das Engagement seiner Fakultät im interreligiösen Dialog: Sie habe zahlreiche Initiativen im Laufen, die auf mehr Verständigung zwischen Muslimen und Christen abzielten. Neben der Beteiligung am Projekt in Krems gebe es etwa auch eine Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Fakultät in Sarajewo und der Geistlichen Akademie der serbisch-orthodoxen Kirche in Foca. Dies betreffe auch den Austausch von Lehrenden und Lernenden. Seit 15 Jahren würden in eigenen Projekten junge muslimische, katholische und orthodoxe Theologen zusammenkommen. Dazu komme ein Masterstudium zum interreligiösen Dialog. Hasanovic sprach sich für eine Trennung von Staat und Religion aus. (kap u. vn v. 22. 3.)

 

Die meisten der von Islamisten entführten Schülerinnen aus Dapchi im Nordosten Nigerias sind wieder frei. UNICEF zufolge starben fünf der verschleppten 110 Mädchen in der Gewalt ihrer Entführer, mehr als 100 kamen frei. Die Freilassung sei mithilfe anderer Länder durch inoffizielle Kanäle verhandelt worden, Geld sei keines geflossen, sagte der Sprecher. (vn v. 22. 3.)

 

Am 23. März wird in Pakistan der Tag der Republik begangen. Anlässlich dieses Nationalfeiertags hat die nationale Kommission für interreligiösen Austausch und Ökumene der katholischen Bischofskonferenz eine Zusammenkunft in Lahore organisiert. Bei dem Treffen standen der Austausch und das gemeinsame Gebet im Vordergrund. Zahlreiche christliche und muslimische Vertreter haben daran teilgenommen. Sie haben im Gebet den Wunsch ausgedrückt, dass die bewaffneten Streitkräfte über den Terrorismus siegen mögen. Gleichzeitig haben sie all derer gedacht, die in staatlichen Institutionen dafür kämpfen, sich dem Extremismus entgegen zu stellen, um dem Volk ein friedliches Leben zu ermöglichen. „Wir müssen Friedensstifter sein, nicht nur in unseren Familien, sondern auch in unseren Vierteln und Städten, damit die Menschenwürde aller in unserer Gesellschaft respektiert wird“, so Sebastian Shaw, Erzbischof von Lahore. „Wir müssen wachsam sein und uns gegen alle verbünden, die uns trennen wollen“, so sein Schlussappell. (fides u. vn v. 23. 3.)

 

In der Zentralafrikanischen Republik haben Kardinal Dieudonne Nzapalainga und der Imam Oumar Kobine Layama in einer gemeinsamen Erklärung die neue blutige Gewaltwelle in der Region Bambari im Süden des Landes verurteilt. Bei Angriffen auf Dörfer im Zuge der anhaltenden Kämpfe zwischen muslimischen und christlichen Rebellen wurden in der vergangenen Woche Dutzende Menschen getötet, darunter der römisch-katholische Priester Joseph Desire Angbabata. „Wir verurteilen diese Taten aufs Schärfste“, wandten sich der Erzbischof von Bangui, Kardinal Nzapalainga, und Imam Layama am 26. 3. an die Öffentlichkeit und zeigten sich auch erschüttert von der Ermordung des Priesters. Gerade die Geistlichen seien es, so der Kardinal und der Imam uni sono, die versuchten, im Land den Weg des Friedens und der Versöhnung zu verkünden. (kap u. vn v. 26. 3.)

 

In Jordanien findet erstmals eine hochrangig besetzte interreligiöse Feier von Christen und Muslimen zum Marienfest „Verkündigung des Herrn“ (Mariä Verkündigung) statt. In der Hauptstadt Amman kommen dazu Religionsvertreter, Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft zusammen, wie das Nachrichtenportal „abouna.org“ ankündigte. Die von den christlichen Kirchen im Land initiierte Feier steht unter der Patronanz von Vizeregierungschef Jamal Sarayrah. Mariä Verkündigung bezieht sich auf die biblische Erzählung, nach der der Erzengel Gabriel der Maria die Geburt Jesu ankündigte. Die gemeinsame Feier in Amman soll Gemeinsamkeiten zwischen Christen und Muslimen mit Blick auf den religiösen Hintergrund des Festes aufzeigen. William Shomali, Patriarchalvikar des katholischen Lateinischen Patriarchats in Amman, erklärte, dass das interreligiöse Programm dazu dienen werde, über „die Wichtigkeit von Maria im Koran und über den erzählerischen Wert der Verkündigung im Lukasevangelium“ der Bibel zu reden. Die Begegnung ergänze den „theologischen, religiösen und spirituellen Dialog“ zwischen Christen und Muslimen. Kirchenvertreter hoffen darauf, dass Mariä Verkündigung in Jordanien künftig eine ähnliche Bedeutung wie im Libanon bekommt, wo das Fest seit zwölf Jahren ein staatlicher Feiertag ist. Schon seit dem Jahr 2000 sei Weihnachten in Jordanien ein offizieller Feiertag, erinnert Rifat Bader, Direktor des jordanischen „Catholic Center for Studies and Media“, das die interreligiöse Feier in Amman mitorganisiert. „Jetzt bitten wir darum, das Verkündigungsfest zu feiern, damit seine religiöse Bedeutung einen Anreiz zur Bereicherung der nationalen Einheit und des sozialen Zusammenhalts geben kann.“  (kap v. 28. 3.; JA v. 8. 4.)

 

Im Fürstentum Katar entsteht eine neue orthodoxe Kathedrale, im Königreich Bahrain eine römisch-katholische. Dies sei Zeichen einer vorsichtigen Öffnung gegenüber dem religiösen Pluralismus, kommentiert der römisch-katholische Bischof von Bahrain. In Katars Hauptstadt Doha soll die orthodoxe Kathedrale St. Isaak und Georg zum Jahresende vollendet sein. Der zuständige Erzbischof Makarios (Mavrojannakis) kündigte an, dass die Liturgien in der neuen Kirche auf Griechisch, Arabisch und Russisch gehalten werden. In Awali, einem Vorort von Manama, der Hauptstadt des Königreichs Bahrain, haben in diesen Tagen die Bauarbeiten für die neue römisch-katholische Kathedrale begonnen. Nach Angaben des Apostolischen Vikars, Bischof Camillo Ballin, soll das Gotteshaus im Jahr 2021 eröffnet werden. Den Baugrund hatte König Hamad bin Isa al Khalifa der katholischen Kirche vor fünf Jahren geschenkt. Wie Bischof Ballin betonte, soll die neue Kathedrale in erster Linie ein spirituelles Zentrum sein. Die neue Kathedrale betrachte er als Zeichen einer „gewissen Öffnung“ für den religiösen Pluralismus. (kap u. vn v. 29. 3.)

 

Papst Franziskus und Roms Oberrabbiner Riccardo Di Segni haben Pessach- bzw. Ostergrüße ausgetauscht. Das gab die jüdische Gemeinde Roms am 29. März auf ihrer Webseite bekannt. Dort finden sich auch Fotos der beiden Glückwunschschreiben. Das jüdische und das katholische Fest fallen in diesem Jahr auf das gleiche Datum. In seiner Botschaft betonte Papst Franziskus, er wolle der jüdischen Gemeinde Roms seine „herzlichen und geschwisterlichen“ Glückwünsche zum Pessachfest übermitteln: „Der Allmächtige in seiner Güte segne und begleite den Weg des geliebten jüdischen Volkes. […] Möge der Höchste uns gewähren, immer mehr in Freundschaft zu wachsen und gemeinsam Zeugen von Frieden und Eintracht zu sein.“ (vn v. 29. 3.)

 

Die Bischöfe Frankreichs verurteilen neuerlich den Antisemitismus: Nachdem am 23. März in Paris eine Jüdin erstochen worden war, schließen sich die französischen Bischöfe dem Schmerz der jüdischen Gemeinschaft an und rufen zur Teilnahme am „Weißen Marsch“ auf. „Der Antisemitismus ist, wie jede Form von Rassismus, eine Geißel. […] Wir möchten unsere tiefe Trauer und unser Entsetzen über diese Tat aussprechen. Wir sichern ihrer Familie und der ganzen jüdischen Gemeinschaft unsere Anteilnahme und unser Gebet zu. Wieder einmal ist die jüdische Gemeinschaft nur aufgrund ihrer Religion angegriffen worden.“ Mit den Worten Johannes Paul II. brachten sie ihre Position zum Ausdruck: „Ihr seid unsere bevorzugten Brüder und, auf gewisse Weise, unsere großen Geschwister.“ (vn v. 29. 3.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Am 5. Mai findet an der Universität Wien eine hochkarätig besetzte Konferenz „Europa und seine Muslime“ statt. Ziel dieser internationalen Veranstaltung ist es, Herausforderungen der Integration der muslimischen Bevölkerung in Österreich und Europa zu diskutieren. Expertisen liefern u. a. der Religionsrechtler Richard Potz, die evangelische Theologin Susanne Heine, die beiden Soziologen Christoph Reinprecht, der kurdisch-türkisch-stämmige Kenan Güngör sowie Liselotte Abid, Orientalistin an der Universität Wien. (Die Furche v. 26. 4.)

     

  • Der für Liturgie zuständige US-Erzbischof Wilton Gregory hat sich dafür ausgesprochen, die in den Vereinigten Staaten gültige Übersetzung des Messbuchs zu überarbeiten. Einige „problematische Stellen“ bräuchten eine Revision, da sie nicht dazu imstande waren, „die ganze Kirche hinter sich zu versammeln“, sagte der Erzbischof im Gespräch mit der Jesuitenzeitschrift „America“. Die heute gültige Übersetzung ist in den Gottesdiensten der US-Diözesen seit 2011 in Gebrauch. Sie wurde von allen Gläubigen nicht gut angenommen, Kritiker bescheinigten den Texten sprachliche Mängel, die aus dem Bestreben entstanden, möglichst nahe an der lateinischen Vorlage ins Englische zu übersetzen. Bei einer Überarbeitung wäre eine Beratung mit Priestern und Laien „hilfreich“, sagte Erzbischof Gregory. Vergangenen Herbst hatte Papst Franziskus die Verantwortung für die Übersetzung von liturgischen Texten vom Vatikan ausgelagert und den Bischofskonferenzen übertragen. (vn v. 3. 5.)

     

  • Die im katholisch-orthodoxen Dialog engagierten „Ökumene-Player“ müssen auch mit den sogenannten fundamentalistischen Gruppen ihrer Kirchen das Gespräch suchen. Das hat der Ostkirchenkundler an der Wiener Universität, Rudolf Prokschi, am 2. Mai im Gespräch mit der Nachrichtenagentur kathpress betont. Prokschi bezog sich auf die dreitägige Tagung von Vertretern der offiziellen Kommission für den theologischen Dialog zwischen katholischer und orthodoxer Kirche und der verschiedenen regionalen Kommissionen bzw. Initiativen letzte Woche in der Orthodoxen Akademie in Kolymbari (Kreta). Was die „Fundamentalisten“ in der Orthodoxie betreffe, so müsse man unterscheiden. Es werde da gewisse Gruppierungen geben, „mit denen wird man nicht ins Gespräch kommen können“. Im Grunde gehe es darum, dass die in der Ökumene Engagierten „ihre Vorsteher - das heißt die Patriarchen und Erzbischöfe - unterstützen und klar sagen: Das ist ein guter Weg. Dass also die positiven Kräfte gestärkt werden“. Bei dem Treffen sei auch betont worden, dass Ziele und Grundlagen des Dialogs einmal klargestellt werden müssten. „Ein erster Schritt wäre z. B., dass wir alle sagen: Wir können mit gutem Gewissen gemeinsam das Vaterunser beten. Das ist noch nicht bei allen angekommen. Diejenigen aber, die dafür offen sind, müssen sich einmal sagen: Wir werden an dem jetzt festhalten und es auch tun. […] Wir haben versucht, die Möglichkeit einer gemeinsamen Zukunft unserer Kirchen zu skizzieren - in der Richtung, dass wir gesagt haben: Für uns sind viele Punkte, die immer wieder genannt werden, nicht kirchentrennend“, sagte Prokschi. (kap u. vn [=Vatican News] v. 2. 5.)

     

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