Beitrag zur Beantwortung der Fragen zur Synode 2014

 

13.11.2013, Gerhard Hackl

 

1. Wir unterstützen alle Bemühungen zur Förderung eines glücklichen,lebenslangen und harmonischen Ehe= und Familienlebens , besonders auch zum Wohlergehen der Kinder!

 

2. Die gesetzlichen Regelungen der orthodoxen und der mit uns unierten Ostkirchen im Sinne des Evangeliums der Barmherzigkeit sollten Vorbild sein für gesetzliche Neuregelungen im Falle des Scheiterns von Ehen. Davon bin ich zutiefst überzeugt !
„Seid barmherzig, wie euer himmlischer Vater barmherzig ist!“ Das ist ein göttliches Gebot, das selbstverständlich auch im Falle gescheiterter Ehen gilt!

 

 

3. Bei der „Unauflöslichkeit“ , besser „Unauflösbarkeit“ der Ehen handelt es sich um kein Dogma. Das Konzil von Trient hat die Dogmatisierung mit Rücksicht auf die unierten Kirchen und biblische Aussagen verworfen. Die Unierten hätten sich sonst der Orthodoxie angeschlossen. Der Präfekt der Glaubenskongregation Erzbischof Dr. Gerhard Müller irrt sich daher, wenn er in der Haltung der Ostkirchen eine Gefahr für die Oekumene sieht! Das Gesetzbuch der Unierten ist doch offiziell anerkannt und gültig. Er irrt, wenn er in der Unauflöslichkeit ein Dogma sieht. Denn unser Herr Jesus Christus gibt bereits zweimal Gründe für Trennungen (Mt) an und betont: „Was Gott verbunden hat, kann der Mensch nicht trennen!“ Aber die Kirche kann trennen, denn sie hat von ihm die Lösegewalt, die sich selbstverständlich auch auf die Ehe bezieht. Das Privilegium Paulinum zeigt auch, dass es sich hier um kein Dogma handelt. „Der Präfekt der Glaubenskongregation kann die Diskussion über den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen nicht beenden.“ Kardinal Dr. Reinhard Marx (München) am 6.November 2013

 

4. Aus den Äußerungen von Papst Franziskus (vor der Papstwahl und nachher) geht hervor, dass er nicht die strenge Haltung von Erzbischof Dr. Müller einnimmt und für mehr Barmherzigkeit eintritt. Beide verbindet sicherlich die positive Einstellung zur Befreiungstheolog

 

G.R. Pfarrer Gerhard Hackl, A-2754 Waldegg 1,N.Ö. , gerhardhackl@aon.at
 

 

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