Kirchenreform interessiert auch junge Menschen

 

07.11.2013, Konstantin Niederhuber

 

Immer wieder wird festgestellt, für eine zeitgemäße Kirchenreform interessieren sich ja nur die Alt 68er. Konstantin Niederhuber hat für seine Matura ein Fachbereichsarbeit dazu geschrieben. Sie können diese hier lesen.

Der Versuch des „Heutigwerdens“ der Römisch-Katholischen Kirche Österreichs seit dem  Zweiten Vatikanischen Konzil

 

Eine Analyse einer Entwicklung

 

Die Fachbereichsarbeit analysiert chronologisch die Entwicklung der Katholischen Kirche seit dem  2. Vatikanum bis heute. Schwerpunkt der Arbeit ist die Katholische Kirche Österreichs.

Intention und Themenwahl

 

Begeistert von der „Pfarrerinitiative“ und ihrem „Aufruf zum Ungehorsam“ beschloss ich die Dinge „von Hinten“ aufzurollen und zu versuchen, vom 2. Vatikanum ausgehend, zu beschreiben wie es zum heutigen Bild der Kirche kam. Ich wollte in der Fachbereichsarbeit die einzelnen Phasen in Österreich festhalten und zusammenfassen.

 

Inhalt

In meiner Arbeit beschreibe ich das 2. Vatikanum und seine wichtigsten Impulse und zeige dann, wie es in Österreich versucht wurde, diese Impulse umzusetzen. Ich gehe auch auf die damals bedeutendste Person der Kirche Österreichs ein, welche diesen Prozess maßgeblich geprägt hat: Kardinal Franz König.

 

Danach geht es in der Arbeit um den ideologischen Wandel unter Johannes Paul II., seine entscheidende Person, sowie um die Ernennung von Hans-Hermann Groer zum Kardinal und die Reaktionen auf sein Wirken (inkl. Causa Groer). In den anschließenden Kapiteln beschäftigt sich die FBA mit der Reaktion des Kirchenvolks (Volksbegehren) und mit dem

 

Versuch, die Zusammenarbeit zwischen Laien und Bischöfen wieder aufzunehmen.
 

Dann setze ich mich mit den neuesten Reformbewegungen aus einander. Insbesondere schreibe ich über die „Pfarrerinitiative“ und deren „Aufruf zum Ungehorsam“. Mit dem Vorstand der „Pfarrerinitiative“ Helmut Schüller habe ich auch ein Interview geführt. Der Schlussteil der Arbeit beschäftigt sich mit der Zukunft der Katholischen Kirche, ich stelle verschiedene Thesen auf, wie sie sich entwickeln könnte bzw. worauf man achten soll und muss.

 

Zukunftsaussichten und Parallelitäten

 

Im abschließenden Kapitel meiner FBA „Katholische Kirche, „Quo vadis?“ habe ich auch kritisch darüber geschrieben wie es mit der Katholische Kirchen weiter gehen könnte, wenn keine Veränderungen bzw. Reformen kommen. Wie es der Zufall so wollte, verlautbarte  Papst Benedikt XVI., der für den konservativen kurialen Kurs der Kirche steht, exakt am Tag der Veröffentlichung meiner FBA seinen Rücktritt.

 

Der neue Papst Franziskus läutet nun zumindest in den Ansätzen eine neue Ära ein, interessanterweise ähneln seine ersten Handlungen stark jenen, welche ich in einem Kapitel meiner FBA „Der Masterplan für die Zukunft der Katholischen Kirche“ von einem neuen Papst gefordert hatte.  Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Papstes war die Einberufung eines Kardinalsdirektoriums, welches den Papst beraten soll - ein Schritt ganz im Sinn des Konzils. Vielleicht bringt der neue Papst den Umschwung, um den es auch in meiner FBA geht bzw. den ich und so viele andere Katholiken sich wünschen und fordern.

 

                                                                                                                    Konstantin Niederhuber, GRG1 Stubenbastei, Wien

 

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