Ingrid Thurner ist uns in die Vollendung vorausgegangen

14.03.2008

 

Am Donnerstag, dem 13. März 2008, ist die langjährige Geschäftsführerin und Vorsitzende der Plattform „Wir sind Kirche“, Ingrid Thurner, nach längerer schwerer Krankheit zu Gott heimgegangen.

 

Sie wurde am 9. November 1944 in Fulpmes in Tirol geboren und war mit Klaus, ihrem Gatten, mehr als 40 Jahre verheiratet. Sie hinterlässt ihn, 3 Kinder und Schwiegerkinder sowie 4 Enkel, denen unsere Anteilnahme gilt.

 

Die gelernte Bilanzbuchhalterin arbeitete nach Eheschließung und Kinderpause 11 Jahre als Pfarrsekretärin in Volders. In der Diözese Innsbruck übte sie in der Folge wichtige ehrenamtliche Funktionen aus. 1987 - 1993 war sie gewählte Vorsitzende des Laienrates der Diözese Innsbruck und Vorstandsmitglied des Pastoralrates sowie Diözesanvertreterin im Katholischen Laienrat Österreichs. Beim Papstbesuch 1988 in Innsbruck war sie für die inhaltliche Gestaltung verantwortlich. Als ausgebildete Mentorin leitete sie Pastoralseminare, hielt Einkehrtage und moderierte Klausurtagungen von Pfarrgemeinderäten. Sie war langjähriges Mitglied der österreichischen Promotorengruppe der „Bewegung für eine bessere Welt“ und  begleitete Glaubenskurse in Rocca di Papa und Assisi. Für diese vielfältigen Tätigkeiten erhielt sie 1994 das Goldene Ehrenzeichen der Diözese Innsbruck.

 

Als 1995 das „Kirchenvolks-Begehren“ zur Unterschrift auflag, hat sie zusammen mit den anderen Gründungsmitgliedern, Dr. Thomas Plankensteiner, Dr. Martha Heizer und Mag. Bernadette Wagnleithner so manche Nacht durchgearbeitet, um diese Initiative zu organisieren. „Für mich“, so sagte sie einmal, „war das die logische Fortsetzung meines 20-jährigen Engagements in der Kirche.“ Die wachsende Sorge, dass wichtige Anliegen des 2. Vatikanischen Konzils stecken blieben, bewog sie, auch weiterhin in der Plattform „Wir sind Kirche“ maßgeblich mitzuarbeiten. Von 1997 bis 2004 war sie Geschäftsführerin und stv. Vorsitzende, von April 2002 bis April 2004 gewählte Vorsitzende. Von 1996 bis 2004 hatte sie die Schriftleitung und Redaktion der Plattform-Zeitschrift „Wir sind Kirche“ inne. Ihr verdanken wir auch verschiedene Artikel in Zeitschriften, Beiträge in Büchern und eigene Veröffentlichungen (Herbst 1996: DIAPOSITIV – Biblische „Licht-Bilder“ ins Heute, Druck-& Verlagshaus Thaur GmbH; Herbst 2000: Verurteilt zum Dienen? FRAUEN LEBEN in der KIRCHE, Styria ). 2004 wurde Ingrid Ehrenmitglied der Plattform „Wir sind Kirche“.

 

Die Mitglieder von „Wir sind Kirche“ und viele andere Menschen sind dankbar, mit ihr zusammen in unserer Kirche gewirkt zu haben. Sie war eine große und großartige Frau! Ihr Wirken wird immer auch mit den Anliegen von „Wir sind Kirche“ untrennbar verbunden bleiben. In den zahlreichen Begegnungen hat sie Menschen nachhaltig beeindruckt.

Unser aufrichtiges Beileid gilt ihrer Familie verbunden mit einem herzlichen Dankeschön, dass sie Ingrid immer wieder „Wir sind Kirche“ „geborgt“ hat, obwohl sie auch in der Familie vielleicht manchmal „fehlte“. Niemand von uns wird Ingrid vergessen können. Wir sind froh, mit ihr über den Tod hinaus verbunden zu sein.

 

Ihre frohe, das Leben bejahende Art zu leben, ihr beherztes Engagement und mutiges Auftreten in der Öffentlichkeit, ihre stets zupackenden Hände waren es, die ihr viele Herzen öffneten. Für alle ihre Dienste sind wir ihr und Gott dankbar. Gott ist gnädig und hat sie von ihrem Leiden erlöst. Auch dass sie zu Hause bei ihren Lieben in Frieden sterben durfte ist tröstlich. Ingrid ist uns in die ewige Heimat vorausgegangen. Gott, den sie immer gesucht hat, führe sie zur Vollendung und schenke ihr Leben in Fülle.
 

Kondolenzadresse: 7572 Deutsch-Kaltenbrunn, Bergen 436

 

Der Vorstand von „Wir sind Kirche“ im Namen aller Mitglieder

 

Wir haben eine Gedenkfeier für Ingrid für Ostermontag, dem 24. März 2008, 16 Uhr, anberaumt. Sie wird in Innsbruck, in der Pfarrkirche Neu-Rum, Serlesstraße 27, 6020 Innsbruck stattfinden.

Die musikalische Gestaltung haben Dr. Thomas Plankensteiner und seine Familie übernommen.

 

Liebe Freundinnen und Freunde von der Plattform!

Die Nachricht vom Tod von Ingrid hat mich wie ein Bltz getroffen, und ich bin sehr traurig, weil Ingrid in ihrer unnachahmlichen Art dem Kirchenvolks-Begehren und der Plattform ihren ganz persönlichen Stempel aufgedrückt hat.

 

Ich erinnere mich noch sehr gut - als wenn es gestern gewesen wäre - an unsere erste gemeinsame Bahnfahrt nach Wien am Osterdienstag 1995 zur Schiejok-Sendung, in der wir zum ersten Mal unsere Initiative einer breiteren medialen Öffentlichkeit vorstellen konnten. Ich bewunderte damals und ich bewundere heute noch ihren Mut, sich auf dieses "Abenteuer" vorbehaltlos einzulassen, und sehe heute noch ihr begeistertes Funkeln in den Augen.

 

Ingrid war durch ihre fröhliche, unerschrockene Art und durch ihren großen persönlichen Einsatz in all den Jahren eine enorme Stütze unserer Bewegung, ohne die das ganze Werkl nie so laufen hätte können.

 

Wir verlieren mit ihr eine Mitstreiterin der ersten Stunde, die uns die "Freiheit eines Christenmenschen" vorgelebt hat. Durch ihre literarische Ader ist es ihr außerdem hervorragend gelungen, Gedanken, Gefühle und Visionen, die viele unausgesprochen mit ihr teilten, "zur Sprache" zu bringen und damit vielen aus dem Herzen zu sprechen.

Mit großer Anerkennung und Dankbarkeit verneige ich mich vor ihr und weiß sie in Gottes Hand geborgen.

 

                                                                                                                                           Thomas Plankensteiner

 

Frühere "Wir sind Kirche"-Vorsitzende Ingrid Thurner gestorben

Die frühere Vorsitzende der Plattform "Wir sind Kirche", Ingrid Thurner, ist im Alter von 63 Jahren in Deutsch-Kaltenbrunn (Burgenland) gestorben, berichtete Kathpress am Freitag. Mitte der 90er-Jahre arbeitete sie führend am Kirchenvolks-Begehren mit.

Tirolerin kämpfte für Erneuerung

Die Tirolerin war zeit ihres Lebens in der katholischen Kirche bzw. kirchlichen Erneuerungsbewegungen tätig. Sie war Pfarrsekretärin in Volders und Pastoralassisentin in der Pfarre Absam-Eichat. 1987 bis 1993 war Thurner Vorsitzende des Laienrats der Diözese Innsbruck. Beim Besuch Johannes Pauls II. 1988 in Innsbruck zeichnete sie verantwortlich für die inhaltliche Gestaltung des Glaubensfestes in Tirol. In der Plattform "Wir sind Kirche" war Thurner zunächst Geschäftsführerin, von 2002 bis 2004 Vorsitzende. 

 

APA am 14.03.2008 19:22

 

 

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