Der Bischof von Limburg, Georg Bätzing, klang am 14. April 2026 ein wenig nach Friedrich Dürrenmatt. Der Schweizer Schriftsteller hatte in seinem Drama "Die Physiker" (1961) dargelegt: "Was alle angeht, können nur alle lösen. Jeder Versuch eines Einzelnen oder einer Gruppe, für sich zu lösen, was alle angeht, muss scheitern." Bätzing lag im Frankfurter PresseClub davon nicht weit entfernt: "Das, was alle angeht, soll von allen entschieden werden."
Dass in der katholischen Kirche die letztendliche Entscheidungsverantwortung bei den Bischöfen liege, ist in den Augen Bätzings kein Hindernis für eine gemeinsame Beratung von Laien und Klerikern. Darüber hinaus machte er klar, dass die Beratung natürlich eine Relevanz für die Entscheidung haben müsse. Er selbst habe noch nie einen Beschluss nicht angenommen – und zwar "weil ich Teil der Diskussion bin", so Bischof Bätzing, der unterstrich, dass sich in seinem Bistum Limburg dieses Modell bewährt habe.
Nach der Einschätzung Bätzings hänge die Zukunft der Kirche tatsächlich an der Frage echter Beteiligung der Gläubigen: "Synodalität ist Beteiligung als echte Partizipation, ist Transparenz, ist Rechenschaft, ist gemeinsame Beratung und Entscheidung."
Foto: H. Opitz