Deutschland: Letzte Synodalversammmlung beendet

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Am 30.1.2026 ging in Stuttgart die sechste und letzte Synodalversammlung zu Ende. Die katholischen Reformkräfte fassen zusammen: „Ernüchternde Bilanz, bleibende Brisanz“

Der „Bund der Deutschen Katholischen Jugend“ (BDKJ) sowie die Reformbewegungen „Gemeindeinitiative“, „Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB)“, „Maria 2.0“, „#OutInChurch“, „pro concilio“ und „Wir sind Kirche“ zogen in einer gemeinsamen Aussendung eine ernüchternde Bilanz zum Synodalen Weg. Als Ausgangspunkt riefen sie die MHG-Studie in Erinnerung, die das Thema des Missbrauchs in erschütternder Weise offengelegt hat und stellten anerkennend fest, dass der Synodale Weg, der darauf folgte, zu großen Fortschritten geführt und weltweit große Beachtung gefunden habe.

Gleichzeitig wird die Enge der derzeitigen kirchenrechtlichen Vorschriften kritisiert, wegen derer sich viele Erwartungen und Hoffnungen nicht erfüllt hätten. Insbesondere die nach wie vor bestehende Letztverantwortung der Bischöfe – insbesondere auch im Bereich der Finanzen – wird als großes Problem erachtet.

Die Reformbewegungen kritisieren insbesondere auch jene Bischöfe, die den Synodalen Weg verlassen haben und brandmarken deren Ausscheiden als „unverantwortlich“. Alle Diözesanbischöfe werden aufgerufen, transparent zu veröffentlichen, wo in ihren Diözesen die hart errungenen Beschlüsse des Synodalen Weges umgesetzt wurden und wo nicht.

Dankbar zeigen sich die Reformbewegungen für den „Geist der Synodalität“, den in den letzten sechs Jahren viele – vor allem Lai*innen, aber auch einige Bischöfe – mitgetragen und gelebt hätten. Den Abschied von Bischof Bätzing als Vorsitzendem der Deutschen Bischofskonferenz bedauern sie, an seinen Nachfolger richten sie die klare Forderung, dass er sich „mit gleicher Kompetenz und Konsequenz für die Umsetzung der Reformen einsetzt, die der Synodale Weg bislang erarbeitet hat.“ Dass laut Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung 2023 96 % der deutschen Katholik:innen Reformen für dringend geboten halten, stärkt sie in diesem Anliegen.