In Deutschland gehen die Wogen bezüglich der vom Synodalen Weg angestrebten Predigt durch Lai:innen im Rahmen von Eucharistiefeiern weiter hoch. Wie bekannt, erbat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer SCJ, von Rom ein diesbezügliches Abgehen vom Kirchenrecht, worauf Kardinal Arthur Roche, der Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, am 17. Juni 2026 in einem Antwortschreiben ablehnend reagierte.
Seither reißt die Debatte nicht mehr ab: Kritik am Vatikan, der die pastoralen Bedürfnisse nicht sehe, auf der einen Seite, Kritik an den deutschen Bischöfen, die es doch längst hätten wissen müssen, auf der anderen Seite.
Nun schaltete sich auch Felix Neumann auf katholisch.de in die Debatte ein. In seinen Augen war die Absage aus Rom erwartbar gewesen, doch dass die Antwort aus Rom im Wesentlichen lediglich die universalkirchliche Rechtslage schildert, ist auch für ihn seltsam, hatte Bischof Wilmer eben ja gerade eine Abweichung vom Recht beantragt. Vor allem aber nimmt Neumann das von Kardinal Roche vorgebrachte Argument der untrennbaren Verbindung von Verkündigung des Evangeliums, Predigt und Vorsitz der Eucharistiefeier unter die Lupe und kommt dabei zu einem logischen Schluss: "Konsequent angewendet, müsste man dann allen Diakonen das Predigen verbieten, ebenso wie allen Priestern, die der jeweiligen Messe nicht vorstehen."
Neumann sieht eine "dürftige römische Argumentation", die er freilich auch als Chance betrachtet: "Nicht, um jetzt noch einmal mit dem Kopf durch dieselbe Wand zu wollen, sondern um die Begründung zu schärfen: Wenn man Rom von der Laienpredigt überzeugen will, dann braucht es schlüssige und anschlussfähige Argumente. Diese Argumente dürfen die Messe nicht als Instrument zur Herstellung von Beteiligung und Repräsentation verzwecken. Sie müssen den Eigenwert der Predigt durch Laien hervorheben."
Und weiter: "Es muss theologisch und insbesondere ekklesiologisch argumentiert werden: Die Messe ist nicht Feier des Priesters, sondern Feier der Gemeinde, der der Priester vorsteht. Argumente für die Laienpredigt müssen aus dem Kirchenverständnis der Communio, der Gemeinschaft, entwickelt werden. Die Beteiligung von Laien darf nicht als möglicherweise sogar von demokratischen Sensibilitäten getriebene Gerechtigkeitsfrage präsentiert werden, sondern unter Verweis auf den in der Taufe grundgelegten Verkündigungsdienst aller Glieder des Volkes Gottes."
Die Kirchenreformbewegungen verweisen schon seit vielen Jahren auf die Bedeutung der Taufe, die alle Gläubigen zur aktiven Mitgestaltung ruft - auch in der Liturgie.