Erzbischöfin von Canterbury stärkt Papst im Konflikt mit Trump den Rücken

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Sarah Mullaly, Oberhaupt der Church of England: "Ich stehe an der Seite meines Bruders in Christus ..."

Eine "lasche Haltung" hatte der US-Präsident Papst Leo XIV. vorgeworfen, mit der er der Kirche schade: "Leo sollte sich als Papst zusammenreißen, seinen gesunden Menschenverstand einsetzen, aufhören, der radikalen Linken nach dem Mund zu reden, und sich darauf konzentrieren, ein großer Papst zu sein, kein Politiker." Trumps Ausfälle gegen das katholische Kirchenoberhaupt - in Schmähpostings mit deutlicher Wortwahl hinterlegt ("schwach", "Katastrophe") - haben nun auch zu einer Reaktion der neuen Erzbischöfin von Canterbury geführt.

Sarah Mullaly, oberste Autorität der "Church of England", lobte den Papst für seinen "mutigen Aufruf" zum Frieden und betonte, man müsse weiterhin alle politischen Verantwortlichen "dringend auffordern, alle möglichen friedlichen und gerechten Mittel zur Konfliktlösung auszuschöpfen". Die Bischöfin lenkte den Blick auf das unermessliche Leid des Krieges, das angesichts unschuldiger Opfer, Vertreibungen, zerrissener Familien und zerstörter Zukunftsperspektiven deutlich sichtbar sei.

Papst Leo XIV. hat im Konflikt mit dem US-Präsidenten in den letzten Tagen viel Unterstützung erfahren. Nicht nur katholische Würdenträger - auch aus den USA - äußerten Kritik an den Auslassungen des US-Präsidenten, sondern auch zahlreiche Politiker:innen aus aller Welt stellten sich hinter den Papst. Zuletzt verglich der frühere EU-Kommissionspräsident Romano Prodi Trumps Tiraden gegen Papst Leo mit dem Verhalten Napoleons gegenüber den Päpsten vor 200 Jahren und sprach dabei von "verrückten" und "gefährlichen Eitelkeiten". Dass nun aber auch die neue Erzbischöfin von Canterbury dem Papst so deutlich den Rücken stärkt, wird in Rom mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Immerhin ist das Verhältnis zwischen der Römisch-Katholischen und der Anglikanischen Kirche nicht friktionsfrei. Ein derart öffentlicher Schulterschluss ist daher zumindest bemerkenswert.

Foto: Roger Harris