"Ich will keine Menschen, die nur nicken ..."

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Bemerkenswerte Äußerungen des Prager Erzbischofs nach drei Monaten im Amt.

Seit 25. April 2026 ist Stanislav Přibyl Erzbischof von Prag. Drei Monaten nach seinem Amtsantrott zieht der 55-jährige Ordensmann nun seine erste Bilanz und schreckt dabei auch vor klaren Worten nicht zurück.

"Ich erlebe Frustration über das, was sich in der Vergangenheit in diesem Amt abgespielt hat", erzählt Přibyl, wobei er nicht in Abrede stellt, dass auch in den vergangenen Jahren viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diözese verantwortungsvoll gearbeitet hätten. Doch auf dem Hintergrund von organisatorischen Misständen und auch von Missbrauchsfällen zeigt sich der Erzbischof über den Zustand seiner Diözese erschüttert.

Gegenwärtig steht ein früherer hoher Mitarbeiter der Erzdiözese Prag im Verdacht der sexuellen Nötigung und der Vergewaltigung. Neben polizeilichen Ermittlungen läuft dazu mittlerweile auch ein kirchenrechtliches Verfahren. "Unter meiner Verantwortung wird so etwas nicht passieren. Und wenn doch, wird es sehr schnell gelöst", versprach der neue Erzbischof.

Erreichen will er eine Verbesserung durch die Überprüfung bestehender Kontrollmechanismen und die Stärkung von Hinweisgebersystemen, denn Mitarbeitende müssten Missstände ohne Angst melden können. Und: Der Erzbischof will Mitarbeiter:innen, die ihm offen und ehrlich ihre Meinung sagen, weshalb er das Leitungsteam seiner Diözese neu zusammengestellt habe: "Ich wollte keine Menschen, die nur nicken, sondern Personen, die mir ehrlich Rückmeldung geben."

Der Primas von Böhmen bestätigt damit, was er bereits in seinem ersten Statement nach der Ernennung zum Erzbischof von Prag geäußert hat, nämlich dass er auf Dialog und Zuhören ein besonderes Augenmerk legen wolle.

8.4.2026

Foto: VATICAN NEWS