Kenianischer Bischof greift durch

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Sieben Geistliche suspendiert, neue Regeln für alle weiteren Priester

Seit 2022 ist Hieronymus Emusugut Joya Bischof der kenianischen Diözese Maralal. Nun greift er durch: Wie katholisch.de am 19.7.2026 berichtete, bringt er seinen zunehmenden Frust über den Zustand der Diözese in einem Brief an die Gläubigen deutlich zum Ausdruck.

Joya kritisiert mangelnde Unterstützung und Misswirtschaft mit kirchlichen Mitteln. Weil sie gegen das Kirchenrecht verstoßen haben sollen, seien sieben Geistliche von ihren priesterlichen und seelsorglichen Verpflichtungen suspendiert worden. Es geht um Vorwürfe finanziellen Missmanagements, Fahrlässigkeit bei Verwaltungsaufgaben und Missbrauch kirchlicher Autorität. Falls sich die Vorwürfe nicht nach kirchlichem Recht klären ließen, will der Bischof auch staatliche und juristische Hilfe in Anspruch nehmen.

Doch auch für die von der Suspendierung nicht betroffenen Priester gibt es Konsequenzen: Sie dürfen keine Bars mehr besuchen, "um die Würde des Priesteramtes zu wahren" und nicht einmal in der eigenen Wohnung Alkohol trinken, denn: "Wir wissen, welchen Schaden Alkohol anrichten kann." Die neuen Regeln verbieten Priestern, unter Alkoholeinfluss oder verkatert an liturgischen Feiern teilzunehmen und verlangen, dass sie ab 19 Uhr in ihrer Wohnung sind. Darüber hinaus ist es Priestern verboten, private Unternehmen zu besitzen oder zu führen oder im Namen von Verwandten Immobilien zu erwerben.

Kenianische Medien berichteten darüber hinaus über einen Aufruf des Bischofs an die kenianischen Frauen: "An alle, die beabsichtigen, Priester in Versuchung zu führen und sie zu Affären zu zwingen, die ihrem Glauben und ihrer priesterlichen Berufung zuwiderlaufen: Bitte hören Sie damit auf. Diese Priester sind Menschen und haben Gefühle. Wenn Sie sie überzeugen, könnten sie schwach werden."

Die Berichte über Bischof Joya und die Priester der Diözese Maralal werfen abermals ein Licht auf das Priesterthema in Afrika. Afrika ist der einzige Kontinent, auf dem sowohl die Zahl der Priester als auch die der Seminaristen wächst. Doch das ist nur die eine Seite der Betrachtung. Immer wieder wird gefordert, dass man mehr Aufmerksamkeit auf die Auswahl der Kandidaten und die Qualität der Ausbildung richten müsse. Am 14.7.2026 berichtete VATICAN NEWS, dass der frühere Regens mehrerer Seminare in Benin, Guy Bognon, fordere, die Priesterausbildung ernster zu nehmen: Priester müssten „ausgewogene Persönlichkeiten“ sein und in der Lage sein, „über ihren Glauben Rechenschaft abzulegen“. Und weiter: "Die Zahl der Berufungen allein genügt nicht; ebenso entscheidend ist ihre Qualität. Priesterausbildung darf nicht einfach heißen: Es ist doch schön, dass unsere Seminare voll sind.“

Foto: Diözese Maralal