Notwendige Provokation

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Kardinal Ladislav Nemet sieht den synodalen Prozess in Deutschland auf einem guten Weg - und findet positive Worte zum Thema Provokation.

Der Erzbischof von Belgrad hat sich anlässlich seines Besuches des Deutschen Katholikentages 2026 in Würzburg gegenüber VATICAN NEWS über den Synodalen Weg in Deutschland und seine Verbindung zur Weltkirche geäußert. Dabei stellte er der deutschen Kirche ein gutes Zeugnis aus: Sie ist in seinen Augen "eine sehr starke Kirche, eine Kirche mit sehr vielen gut ausgebildeten Laien, Theologen, Theologinnen, Freiwilligen, Menschen, die für die Kirche etwas tun und auch vollbeschäftigte Theologen, die für die Kirche arbeiten. Das ist eine besondere Situation. Das ermöglicht der deutschen Kirche, wirklich eine tiefe theologische, soziologische Reflexion über die Fragen der Synodalität anzustellen. In diesem Sinne ist die deutsche Kirche der Weltkirche voran. Sie hat verschiedene Themen tief bearbeitet und detailliert aufgearbeitet, die auf der Weltbühne noch nicht so weit sind."

Probleme aus der Sicht der Weltkirche sieht Kardinal Nemet vor allem im Hinblick auf das Tempo der deutschen Kirche: "Die deutsche Kirche arbeitet sehr schnell, schreitet voran, hört aber vielleicht manchmal zu wenig auf andere Stimmen oder genießt es auch ein bisschen, die Kurie zu provozieren... Das gehört zu diesem Stil. Ich glaube aber, dass das auch notwendig ist. Wir sehen aber auch eine zunehmende Annäherung zwischen dem deutschen Synodalen Weg und dem weltkirchlichen Prozess."

An Papst Leo XIV. schätzt der Kardinal, dass er viel Ruhe in die Kirche gebracht hat: "Bei Franziskus waren wir sicher, dass er prophetisch reden wird, auch wenn er manchmal provokant war und zum Denken provoziert hat. Aber Leo ist einer, der den Frieden und die Zusammenarbeit sucht. Und das ist jetzt wirklich wichtig. Die positiven Resultate des deutschen Synodalen Weges werden sich herauskristallisieren, da bin ich mir sicher - und das wird uns gute Ergebnisse bringen.“

Foto: Steyler Missionare