Es war ein turbulentes Jahr, das 1276 über die Kirche kam: Zunächst verstarb am 10. Jänner mit Gregor X. jener Papst, der den Stuhl Petri nach der längsten Papstwahl der Geschichte - nahezu unvorstellbare drei Jahre - bestiegen, das Verfahren der Papstwahl grundlegend reformiert und das Konklave eingeführt hatte. Keine zwei Wochen später wurde Innozenz V. nach nur eintägigem Konklave gewählt, doch Innozenz verstarb nach nicht einmal einem halben Jahr.
Abermals mussten die Kardinäle zur Wahl antreten und diesmal fiel ihre Wahl auf Ottobono Fieschi dei Conti di Lavagna, der sich den Namen Hadrian gab und zuvor Legat und Diplomat im Auftrag der Kirche war. Als solcher trug er wohl die Titel eines Päpstlichen Kaplans (1243), Kardinaldiakons (1252) und sogar Erzpriesters der Basilika Santa Maria Maggiore (1262), hatte aber nie die Priesterweihe empfangen. Zu einer solchen kam es auch in seinem Pontifikat nicht, ebenso wenig wie zu einer Papstkrönung: Nach 38 Tagen im Amt verstarb Hadrian V., sein Grabmahl befindet sich in der Kirche San Francesco in Viterbo, 80 Kilometer nordwestlich von Rom.
Die Kardinäle mussten nun ein weiteres Mal in diesem Jahr zu einer Papstwahl zusammenkommen. Sie wählten den portugiesischen Arzt und Diakon Pedro Julião zum Papst, der sich Johannes XXI. nannte. Pikantes Detail: In seiner Zeit als Arzt und Verfasser medizinischer Schriften hatte dieser nicht nur über Augenheilkunde und Chirurgie geschrieben, sondern auch über Verhütung und sogar Schwangerschaftsabbruch. Doch auch ihm war kein langes Pontifikat beschert: Nach acht Monaten im Amt wurde er in der Bibliothek des Papstpalastes in Viterbo von herabstürzendem Gemäuer so schwer getroffen, dass er wenige Tage danach verstarb. Doch das war bereits im Mai 1277. Das Vier-Päpste-Jahr war schon vorbei.