"Queere Menschen sind Teil unserer Gesellschaft!"

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Der Hamburger Erzbischof findet zum Anschlag auf den CSD von Berlin klare Worte und stellt sich hinter den CSD von Hamburg.

Der Anschlag auf den Christopher-Street-Day (CSD) in Berlin am 25. Juli 2026 hat die Öffentlichkeit über Deutschland hinaus erschüttert. Da der Attentäter der isalmistischen Szene zugerechnet wird, rückt einmal mehr das Verhältnis von Religion und sexueller Vielfalt in den Mittelpunkt der Diskussion. Der islamische Religionspädagoge Mouhanad Khorchide (Münster) forderte wenige Tage nach dem Anschlag, dass Moscheegemeinden über die Anerkennung queerer Menschen sprechen müssten. Zwar habe sich der Attentäter nicht über eine Moschee radikalisiert, sondern über Social Media, aber die Ansicht, dass queere Menschen in Sünde lebten und dem Plan Gottes widersprächen, dass Homosexuelle ihre Sexualität nicht leben und sich nicht outen dürften, sei in traditionellen Moscheegemeinden zu finden und "füttere" islamistisches Gedankengut, so Khorchide gegenüber der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA am 27. Juli 2026. Es brauche Schritte hin zu Anerkennung von Vielfalt auch in Richtung Sexualität, Diversität und queeres Leben, „ansonsten sind auch die Moscheegemeinden Teil des Problems und nicht der Lösung.“

(Praktizierte) Homosexualität wird aber nicht nur von vielen Muslimen, sondern auch von vielen Christen abgelehnt und häufig auch diffamiert. Initiativen wie "Church for everyone" u.a. plädieren seit Jahren für Toleranz, Mitmenschlichkeit und Liebe.

Auch seitens der katholischen Kirche gibt es offizielle Reaktionen auf den Anschlag von Berlin. Die Initiative "Out in Church" schrieb unmittelbar nach dem Anschlag auf Social Media "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen, die diese schreckliche Gewalttat miterleben mussten." Mehrere Mitglieder von "Out in Church" hatten auch selbst am CSD in Berlin teilgenommen. Auch der Berliner Erbischof Heiner Koch reagierte mit Entsetzen auf den Anschlag und würdigte den Christopher Street Day als "frohes und bewegendes Fest". Weihbischof Ludger Schepers (Essen), der Queerbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, sprach davon, dass die unantastbare Würde des Menschen bis aufs Äußerste verwundet worden sei und dass dies eine Reaktion der Gesellschaft erfordere: "Jeder Anschlag, der Menschen auseinanderreißen will, erinnert uns daran, diese unsere Vielfalt umso entschlossener zu bewahren." Auch die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, meldete sich zu Wort: "Queere Menschen müssen weiterhin um ihre Sicherheit fürchten, wenn sie sich offen zu ihrer Liebe und Identität bekennen. Das ist unerträglich."

Eine Woche nach dem Anschlag von Berlin, am 1. August 2026, finden in Hamburg und Bonn weitere Veranstaltungen zum CSD statt. Der Erzbischof von Hamburg, Stefan Heße, stellte sich im Vorfeld deutlich hinter den CSD in Hamburg. "Der Christopher Street Day ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass jeder Mensch in seiner Würde geachtet und respektiert werden muss. Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin sind viele Menschen verunsichert. Umso wichtiger ist es, dass wir uns von Hass und Gewalt nicht einschüchtern lassen", teilte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit. Und er betonte, dass queere Menschen in der Gesellschaft sichtbar sein sollen: "Queere Menschen sind Teil unserer Gesellschaft und verdienen Respekt, Schutz und die Freiheit, sichtbar zu leben", so der Erzbischof.