Versuchslabor für verheiratete Priester

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In der katholischen Kirche Großbritanniens gibt es immer mehr verheiratete Priester.

Im Jahr 2011 schuf die katholische Kirche für anglikanische Gläubige und Priester die Möglichkeit der Konversion zum katholischen Glauben bei gleichzeitiger Beibehaltung verschiedener anglikanischer Traditionen. Eine aktuelle Studie der Saint Barnabas Society sowie der Katholischen Universität St. Mary's in Twickenham (England) zeigt nun, dass ehemalige Anglikaner mittlerweile ein Drittel des katholischen Klerus in Großbritannien ausmachen. Das aus katholischer Perspektive Besondere daran: Die meisten der ehemaligen anglikanischen Priester sind verheiratet. Aufgrund einer Anordnung von Papst Benedikt, der den Konversionswilligen damit entgegenkommen wollte, ist dies ganz offiziell möglich.

In manchen Regionen stellen die früheren anglikanischen Geistlichen sogar die Mehrheit des katholischen Klerus dar - wenn man von ausländischen Priestern etwa aus Indien oder afrikanischen Ländern absehe, wie das Schweizer Nachrichtenportal kath.ch ergänzt. Dies bedeutet ein häufiges direktes Nebeneinander von zölibatären und verheirateten Priestern und schafft eine ganz spezielle Dynamik.

Vor Ort scheint man sich selbst als "Versuchslabor" für die Weihe verheirateter Männer in der katholischen Kirche zu sehen. Und tatsächlich könnte es für die Weltkirche von Interesse sein, sich dessen bewusst zu werden, dass verheiratete Priester auch in der katholischen Kirche mancherorts ganz selbstverständlich sind.