In der gemeinsamen Wien-Rad-Woche von Wir sind Kirche Österreich und Deutschland waren wir am Marchfeldkanal unterwegs und bei einer Pause auf einer kleinen Wiese vor einem Kreuz im Halbkreis wollten wir unsere Gedanken austauschen, warum wir noch „Hoffnung“ haben. Ich habe leider geschwiegen, weil mir mein Gedanken zu kompliziert schienen. Nun versuche ich es hier:
Gott ist die Liebe, sie will Beziehung, Verbindung, Kommunikation …. Auf der anderen Seite ist Hass, Trennung, Vereinzelung … Begriffe die wir oft dem „Teufel“ zuordnen.
Wenn ich die Extreme weiter denke komme ich auf der göttlichen Seite zur totalen Verschmelzung (Sonne, schwarzes Loch) und folglich keine Schöpfung. Auf der anderen Seite aber wäre nach dem Urknall bis heute alles auseinandergeflogen und auch keine Schöpfung entstanden.
Für mich ist die Evolution, die Menschheitsgeschichte, die Geschichte der Zivilisation an einem Scheideweg angekommen. Wir taumeln zwischen Gut und Böse, zwischen Liebe und Hass, zwischen Krieg und Frieden.
Der schlechte Radfahrer „geigelt“ hin und her. Gefragt ist die Kunst mit kleinen fast unmerklichen Lenkbewegungen die beiden Seiten links und rechts zu integrieren, um die Balance zu halten.