Volle Gleichberechtigung der Frauen

Nicht zurück und nicht nach rechts!

Es ist irritierend, dass Ignaz Steinwender, Dekan des Salzburger Anteils des Zillertales, als Seelsorger spaltende Gesten des klerikalen Machtmissbrauchs setzt: Er verwendet den Youtube-Kanal um seine pessimistischen Eindrücke anlässlich der Weihe des neuen Erzbischofs von Wien wiederzugeben, er trifft sich mit Vertretern einer Partei (FPÖ), die mit anerkannt rechtsextremen Gruppierungen kuschelt, und verbietet in seiner Pfarrgemeinde die missionarische Sozialaktion des Sternsingens.

Eine zweite Junia?

Unter Theolog:innen und Bibelversierten ist seit langem bekannt, dass im Lauf der Bibelüberlieferungen mancher Frauenname verschwunden oder gar in einen Männernamen verwandelt wurde. Bekannte Beispiele sind Nympha aus dem Kolosserbrief und insbesondere Junia, die im Römerbrief als "berühmt unter den Aposteln" dargestellt wird - eine Auszeichnung, die in einer patriarchisch geprägten Kirche vielen nur für einen Mann vorstellbar war, weswegen aus Junia kurzerhand ein Junias gemacht wurde.

Wer zerstört den Frieden?

Schon öfters, wenn ich im Fernsehen Kriegsberichterstattung sah, dachte ich darüber nach, wie es wäre, wenn nicht Männer an den politischen und wirtschaftlichen Schalthebeln dieser Welt säßen, sondern Frauen. Ich war mir sicher, dass die Welt wohl um einiges friedlicher wäre. Doch nun wurde ich belehrt: von einem Mann, dem Papst! Nicht die Putins und Trumps und Netanjahus und Chameneis, auch nicht die Taliban und der IS oder wie diese Kriegstreiber sonst noch alle heißen, sind demnach die größten Zerstörer des Friedens auf dieser Welt … Nein, es sind doch die Frauen!

Aichern-Requiem live im ORF

Die Begräbnisfeierlichkeiten für Bischof Maximilian Aichern wurden am Samstag, 7. Februar 2026 live auf ORF III sowie per livestream übertragen. Der öffentlich-rechtliche Sender würdigte Aichern als Bischof, dem Dialogbereitschaft, gesellschaftliche Verantwortung und eine Kirche nah bei den Menschen wichtig gewesen sei: "Sein Einsatz für soziale Gerechtigkeit, ökumenische Offenheit und eine zeitgemäße Seelsorge machte ihn weit über die Grenzen Oberösterreichs hinaus zu einer prägenden Stimme der katholischen Kirche in Österreich", gab der ORF per Aussendung bekannt.

Frauen-Kritik am neuen Quereinsteiger-Modell für Priester

Die Frauenkommission der Diözese Linz wurde 1997 vom damaligen Diözesanbischof Maximilian Aichern gegründet. Laut Eigendefinition setzt sie sich "die strukturelle Gerechtigkeit für Frauen in der Katholischen Kirche in Oberösterreich zum Ziel. Basis dafür ist das christliche Menschenbild, das die Gottebenbildlichkeit von Mann und Frau von Anfang an verkündet." Genau das ist der Grund, warum die Kommissoin nun Stellung zur geplanten berufsbegleitenden Priesterausbildung in Österreich bezieht.

Erstmals Frau an der Spitze der Church of England

Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie am 28. 1. 2026 in der St. Paul´s Cathedral in London wurde Sarah Mullaly als neues Oberhaupt der Church of England bestätigt; ihre Wahl zur Erzbischöfin von Canterbury, die schon im Oktober erfolgte, fand große Aufmerksamkeit, weil sie – „der“ 106. Erzbischof von Canterbury - die erste Frau in dieser Position ist. Aber erst im März wird sie bei einem feierlichen Gottesdienst den Kathedralsitz von Canterbury in Besitz nehmen.

Wie sag ich´s dem Papst?

Für Papst Leo XIV. war es der erste Ad Limina-Besuch als Papst, weil die routinemäßigen Treffen zwischen Papst und Bischofskonferenzen während des Heiligen Jahres ausgesetzt waren. Die slowenischen Bischöfe machten nun am 16. 1. 2026 den Anfang und ihr Vorsitzender berichtete im Anschluss von einer "brüderlichen Begegnung ohne Berührungsängste". Themen der dreistündigen Unterredung seien u.a. das Erbe des Kommunismus in Slowenien gewesen, aber auch Evangelisierung, Synodalität sowie Sexueller Missbrauch in der Kirche.

Kritik am neuen "Zweiten Weg" zum Priesteramt

Die Kritik an der geplanten berufsbegleitenden Priesterausbildung in Österreich hat nun auch zu einer Reaktion von Richard Tatzreiter, dem Regens der diözesanen Priesterseminare von Wien, St. Pölten und Eisenstadt geführt. Im Gespräch mit kathpress antwortete er auf Kritik, die von "christlichen Basisgemeinden" geäußert wurde und betonte dabei, dass auf diesem Wege die moderne Lebensrealität mit wichtigen Elementen der klassischen Priesterseminar-Ausbildung verbunden werden solle.