Frauen-Kritik am neuen Quereinsteiger-Modell für Priester

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Die Frauenkommission der Diözese Linz zeigt sich vom neuen österreichischen Modell wenig begeistert.

Die Frauenkommission der Diözese Linz wurde 1997 vom damaligen Diözesanbischof Maximilian Aichern gegründet. Laut Eigendefinition setzt sie sich "die strukturelle Gerechtigkeit für Frauen in der Katholischen Kirche in Oberösterreich zum Ziel. Basis dafür ist das christliche Menschenbild, das die Gottebenbildlichkeit von Mann und Frau von Anfang an verkündet." Genau das ist der Grund, warum die Kommissoin nun Stellung zur geplanten berufsbegleitenden Priesterausbildung in Österreich bezieht.

Die Frauenkommission begrüßt grundsätzlich, dass nun offensichtlich "eine Mehrzahl an richtigen Wegen für jene Menschen denkbar wird, die dem Volk Gottes in priesterlicher Weise dienen möchten." Und wenn der Regens des Grazer Priesterseminars, Thorsten Schreiber, davon spricht, dass Berufungen in ihrer Vielfalt ernst genommen und gefördert werden sollten, dann hat er bei dieser Aussage auch die Frauenkommission der Diözese Linz auf seiner Seite.

Diese geht aber wenig überraschend über den aktuellen Ansatz hinaus und fügt in einer Pressemitteilung hinzu, "dass Berufgungen nicht nur auf Männer beschränkt werden dürfen. Berufungen gibt es auch bei Frauen und diese werden nach wie vor nicht ernst genommen und nicht gefördert. Dass Berufungen von Frauen nicht einmal geprüft werden, ist ein schmerzlicher Misstand." Damit gibt die Frauenkommission den Ball direkt an die Priesterseminare und die österreichische Bischofskonferenz weiter. Und sie bietet sich an, ihre Expertise beizusteuern: "Die Frauenkommission der Diözese Linz ist jederzeit gerne bereit mitzudenken, wenn es darum geht, neue Wege und Möglichkeiten zu beschreiten, damit Männer und Frauen ihre Berufung im Dienst der Kirche verwirklichen können."

Quelle: Pressemitteilung der Frauenkommission der Diözese Linz: Neue Wege ohne Frauen (29.1.2026)

Foto: Diözese Linz / Frauenkommission / Laurenz Kaiser