Der Patriarch der Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche, Tomas Butta, würdigt die Haltung von Papst Franziskus zu Jan Hus.

Butta gehörte einer tschechischen Delegation von Kirchenvertretern an, die vom Papst am 15. Juni im Vatikan empfangen worden war. "Wir hatten nicht den Eindruck, dass das Thema Hus etwas ist, das den Papst nur sehr aus der Ferne anrührt. […] Das war eine starke Erfahrung", sagte Butta im Interview der Zeitung Pravo vom 4. 7. Das sei auch durch seine Aussagen deutlich geworden, in denen er an die Worte von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) aus dem Jahr 1999 erinnerte; demnach gehörte Hus (verbrannt als Ketzer am 6. 7. 1415 während des Konzils von Konstanz) zu den Reformatoren der Kirche, deren "grausamer Tod bedauernswert" gewesen sei. Die Bitte des Papstes um Vergebung sei "ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Versöhnung", so Butta. Bei der letzten Volkszählung bekannten sich 40.000 Tschechen zur Hussitischen Kirche; sie selbst geht von etwa 60.000 Anhängern aus. (Kathweb/KAP v. 5. 7.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Im Fall der entführten und zwangsverheirateten 14-jährigen Christin Maira Shahbaz aus Islamabad (Pakistan) gibt es Hoffnung auf eine Befreiung. Der Großmufti der sunnitischen Rizvi-Jammah Moschee in Faisalabad, Muhammad Asad Ali Rizvi Efi, hat mit einem muslimischen Rechtsurteil (Fatwa) die vom mutmaßlichen Entführer Mohamad Nakash vorgelegte Heiratsurkunde als gefälscht bezeichnet. Nakash behauptet, mit dem minderjährigen Mädchen gültig verheiratet zu sein. Dazu sagte Lala Robin Daniel, Menschenrechtsaktivistin aus Faisalabad, gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“: „Die Stellungnahme des Großmuftis ist von Bedeutung. Die Heiratsurkunde ist zweifellos gefälscht. Die Unterschrift des Imams, der die Trauung angeblich durchgeführt hat, ist falsch. Die bestehende Ehe von Nakash wird nicht erwähnt. All das zeigt deutlich, dass es sich um einen Betrug handelt.“ Der christliche Anwalt der Familie hofft auf eine baldige Wiederaufnahme des Verfahrens. Das Hilfswerk „Kirche in Not“ unterstützt und begleitet aktuell den Fall eines weiteren 14-jährigen Mädchens, der Katholikin Huma Younus. Sie wurde im Oktober 2019 aus ihrem Elternhaus in Karatschi verschleppt. Auch hier läuft ein Revisionsverfahren. (www.kirche-in-not.de u. vn v. 8.

     

  • Nach einer entsprechenden Ausbildung und der Ermächtigung durch Bischof Josef Marketz (Diözese Gurk-Klagenfurt) können auch Frauen und Männer aus dem Laienstand ab März 2021 Begräbnisse leiten. Der erste „Lehrgang zur Leitung von Begräbnissen für theologisch und pastoral qualifizierte Laien“ soll kommenden Herbst beginnen. „Trauernde zu trösten und Tote zu begraben sind Werke der Barmherzigkeit, die jeder Christin und jedem Christen, aber auch der Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden, aufgetragen sind“, so Bischof Marketz. Mit der neuen Ausbildung wolle die römisch-katholische Kirche Kärntens einerseits Priester und Diakone in ihrem Dienst unterstützen. Im Erzbistum Wien werden bereits seit längerem Laien mit dieser Aufgabe betraut. (vn v. 2. 7.)

     

  • Ein „historischer Moment“ war laut Katharina Rogenhofer, Sprecherin des österreichischen Klimaschutz-Volksbegehrens, der am 24. Juni bei einer Pressekonferenz in Wien erfolgte Schulterschluss der österreichischen Religionsgemeinschaften und der gemeinsame Aufruf zur Unterzeichnung. Kardinal Christoph Schönborn sagte in seinem Statement, dass er und die weiteren fünf Religionsvertreter die „Zukunft sichern“ wollten. Mit ihm waren am Podium: der lutherische Bischof Michael Chalupka, der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic sowie die Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, der Islamischen Glaubensgemeinschaft und der Buddhistischen Religionsgesellschaft, Oskar Deutsch, Ümit Vural und Gerhard Weissgrab. (JA v. 5. 7.)

     

Artikelempfehlungen

Damit wagt sie weltweit einen neuen Kurs. Der Priester Sasikumar Tharmalingam der Berner Hindugemeinschaft „...
Dies ist ein weiteres erfreuliches Zeichen der Entspannung zwischen Kirche und Staat in dem kommunistisch regierten...
Das Schweizer Dekanat der Region Bern kritisiert in einem offenen Brief den Nuntius, Erzbischof Thomas Edward...