Der Salzburger Erzbischof übermittelte Friedenswünsche an die jüdische Gemeinde zum Pessachfest. An Elie Rosen, den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, schrieb er: Mit dem Pessachfest beginne für die Jüdinnen und Juden auf der ganzen Welt das Gedenken an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Pessach und Ostern stünden in geschichtlicher wie inhaltlicher Beziehung zueinander. Im Zentrum beider Feste stehe die Errettung durch Gott, „der sein Volk durch alle Wüsten und alle Zeiten hindurch führt, der es nicht preisgibt, sondern in Liebe an sich bindet". Pessach beginnt am Abend des 1. April und dauert bis zum 9. April. (kap v. 1. 4.)
Friedensappelle von Religionsvertretern bei dem „Peacewave“-Festival in Wien. Die Veranstaltung begann mit einem Friedensmarsch vom Schwedenplatz zum Heldenplatz. Dort gab es ein Programm aus Reden und Musik fort. Höhepunkt war ein Lichtermeer. Mit dabei waren vonseiten der Kirchen und Religionen u. a. der Wiener Weihbischof Stephan Turnovszky, der evangelische Superintendent Matthias Geist, Oberrabbiner Jaron Engelmayer, Imam Ermin Sehic und Hatice Sahin von den Frei-Aleviten Österreich. (kap v. 7. 4.)
Papst Leo XIV. betont in Algerien die Gemeinsamkeit von Christen und Muslimen. Er hat zum Auftakt seiner Afrikareise die Gemeinsamkeit von Muslimen und Christen im Glauben an den einen Gott betont. In einer Ansprache an Vertreter von Regierung, Diplomatie und Zivilgesellschaft sagte er in Algier: „Wir sind Brüder und Schwestern, weil wir denselben Vater im Himmel haben. […] In einer Welt voller Konflikte und Missverständnisse wollen wir einander begegnen[…] in der Erkenntnis, dass wir eine einzige Familie sind! […] Eine Religion ohne Barmherzigkeit und ein gesellschaftliches Leben ohne Solidarität sind in den Augen Gottes ein Skandal." Politisches Handeln habe seinen Maßstab in der Gerechtigkeit, ohne die es keinen wahren Frieden gebe. (domradio.de v. 13. 4.)
Papst Leo XIV. besucht die Große Moschee in Algier. In Dankesworten nach der Besichtigung würdigte Leo XIV. die Moschee als „einen Ort, der den Raum Gottes verkörpert, einen göttlichen, heiligen Raum, an den so viele Menschen kommen, um zu beten und die Gegenwart des Höchsten, Gottes, in ihrem Leben zu finden“. Er komme mit großer Freude nach Algerien, das Land seines geistlichen Vaters Augustinus. „Gott zu suchen bedeutet auch, das Ebenbild Gottes in jedem Geschöpf anzuerkennen, in jedem Kind Gottes, in jedem Mann und jeder Frau, die nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen sind. […] Das bedeutet für uns, dass es sehr wichtig ist, zu lernen, miteinander zu leben und dabei die Würde jedes Menschen zu achten.“ Zuvor hatte de Papst an der Seite des Rektors Mohamed Mamoun Al Qasimi den enormen Zentralraum der Moschee durchmessen. Nach einem Moment innerer Sammlung erklärte eine muslimische Expertin dem Papst einige Besonderheiten der Moschee. Sie bietet in ihren verschiedenen Gebäuden Platz für 120.000 Gläubige. Ihr Minarett ist das höchste je gebaute. (vn v. 13. 4.)
Polnische Bischöfe besuchen Synagogen in Warschau, Krakau und Lublin: Anlass war der 40. Jahrestag des historischen ersten Besuchs eines Papstes in einer Synagoge. Der aus Polen stammende Papst Johannes Paul II. (1978-2005) hatte die Juden damals als „unsere bevorzugten Brüder" und „älteren Brüder" bezeichnet - ein Ereignis von großer symbolischer Bedeutung. Warschaus Erzbischof Adrian Galbas erinnerte in der Nozyk-Synagoge daran, dass die Kirche in ihrer Konzilserklärung „Nostra aetate" von 1965 jede Form des Antisemitismus verurteile und bedankte sich beim polnischen Oberrabbiner Michael Schudrich für die Gastfreundschaft. In der Krakauer Kupa-Synagoge würdigten die Kardinäle Grzegorz Rys und Stanislaw Dziwisz das Treffen von Johannes Paul II. mit Elio Toaff, dem Oberrabbiner von Rom, vor 40 Jahren. (kap v. 14. 4.)
Papst Leo XIV. in Kamerun: „Menschen brauchen Gerechtigkeit“. Aus der Ansprache an die Autoritäten in Yaoundé im Präsidentenpalast: „Ich danke Ihnen von Herzen für den freundlichen Empfang und die Begrüßungsworte. […] Ich komme zu Ihnen als Hirte und als Diener des Dialogs, der Brüderlichkeit und des Friedens. […] Ich möchte zudem den Willen bekunden, die Bande der Zusammenarbeit zwischen dem Heiligen Stuhl und der Republik Kamerun zu stärken, die auf gegenseitigem Respekt, der Würde jedes Menschen und der Religionsfreiheit beruhen. […] Die Welt dürstet nach Frieden […]. Es ist genug mit den Kriegen, mit ihren leidvollen Häufungen von Toten, Zerstörungen und Vertriebenen! Dieser Ruf versteht sich als Appell an den Willen, zu einem echten Frieden beizutragen und diesen allen Partikularinteressen überzuordnen. […] Regieren bedeutet, das eigene Land und auch die Nachbarländer zu lieben; auch in den internationalen Beziehungen gilt das Gebot: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Regieren bedeutet, den Bürgern wirklich zuzuhören, ihre Intelligenz und ihre Fähigkeiten, die zu dauerhaften Lösungen von Problemen beitragen, wertzuschätzen. […] Religiöse Traditionen, sofern sie nicht durch das Gift des Fundamentalismus verfälscht werden, bringen Propheten des Friedens, der Gerechtigkeit, der Vergebung und der Solidarität hervor. Indem sie den interreligiösen Dialog fördern und religiöse Führer in Initiativen der Vermittlung und Versöhnung miteinbeziehen, können Politik und Diplomatie auf moralische Kräfte zurückgreifen, die in der Lage sind, Spannungen abzubauen, Radikalisierungen vorzubeugen und eine Kultur der Wertschätzung und des gegenseitigen Respekts zu fördern….“. (vn v. 15. 4.)
Nach Papst Leo XIV. sollte das Prinzip der Nächstenliebe auch im Verhältnis unter den Staaten greifen: „Regieren bedeutet, das eigene Land und auch die Nachbarländer zu lieben; auch in den internationalen Beziehungen gilt das Gebot: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Der Papst äußerte sich im Kongresszentrum von Yaoundé (Kamerun) in Gegenwart u. a. von Staatspräsident Paul Biya und Regierungsmitgliedern. Damit Frieden und Gerechtigkeit sich durchsetzen können, müssten „die Ketten der Korruption gesprengt werden, die die Obrigkeit in Verruf bringen und ihr ihre Autorität nehmen". Schließlich wandte sich der Papst angesichts der Gewalt islamistischer Terroristen in Teilen des Landes gegen das „Gift des Fundamentalismus". Er beschwor die Vertreter der Religionen, „Propheten des Friedens, der Gerechtigkeit, der Vergebung und der Solidarität" zu sein. Sie sollten Spannungen abbauen, Radikalisierungen vorbeugen und eine Kultur des gegenseitigen Respekts fördern. Kamerun ist die zweite Station auf der elftägigen Afrikareise des Papstes. (domradio v. 16. 4.)
Papst Leo XIV. trifft in Kamerun zwölf Muslime-Vertreter. Er grüßte in Yaoundé jeden der Anwesenden und hörte sich anschließend einige Dankesworte an; diese bezogen sich u. a. auf das gemeinsame soziale Engagement der religiösen Gruppen in Kamerun. Der Papst bedankte sich für die Gastfreundschaft. Dass es zwischen den Anhängern verschiedener Religionen manchmal zu Streit und Spaltungen komme, mache es umso dringlicher, „weiter vom allseitigen Wunsch nach Frieden zu sprechen […] einen Frieden, der entsteht, wenn wir uns alle als Brüder und Schwestern anerkennen, als Geschöpfe des Einen, und alle dazu aufrufen, die Würde aller Menschen zu respektieren“. Er sehe dafür in Kamerun ein großes Potential. (vn v. 16. 4.)
Die Universität Münster will islamische Theologie erstmals als neue Fakultät einrichten. Dies sei für Gründungsdekan Mouhanad Khorchide ein wichtiges Signal für Muslime in ganz Europa und für die akademische Anerkennung. Das bisherige Zentrum für Islamische Theologie soll damit organisatorisch den römisch-katholischen und evangelischen Fakultäten gleichgestellt werden. Die neue Fakultät mit acht Professuren erhält unter anderem das Recht, eigenständig Promotionen und Habilitationen durchzuführen sowie über Berufungen und akademische Strukturen selbst zu entscheiden. Khorchide bezeichnete die neue Fakultät als „Leuchtturm für einen aufgeklärten, weltoffenen Islam". Zugleich solle die Einrichtung stärker in gesellschaftliche Debatten hineinwirken, etwa bei Fragen von Integration, Extremismusprävention oder religiöser Bildung. Da es im Islam keine einheitliche institutionelle Vertretung gibt, übernimmt ein mit muslimischen Organisationen besetztes Gremium eine vergleichbare Rolle. Darin sind u. a. vertreten: die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib), der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland und der Zentralrat der Muslime in Deutschland. Die Zahl der Studierenden stieg von 13 (2012) auf inzwischen mehr als 450. Für die religionspolitische Sprecherin der Bundesgrünen, Lamya Kaddor, könne die Fakultät religiöse Fachkräfte stärker im Inland auszubilden. um unabhängiger von Einflüssen aus dem Ausland zu werden. (domradio v. 22. 4.)
Ein pakistanisches Gericht hat zwei Christinnen freigesprochen. In Faisalabad waren 2021 eine Krankenschwester und eine Krankenpflegeschülerin wegen Blasphemie angeklagt worden. Ein muslimischer Kollege hatte ihnen vorgeworfen, eine islamische Inschrift im Krankenhaus beschädigt zu haben. Nach fünf Monaten Haft kamen sie gegen Kaution frei. Aus Angst vor extremistischen Angriffen mussten sie fast vier Jahre lang im Verborgenen leben. Der zuständige Richter Muzaffar Ali Anjum sprach die beiden Frauen frei, nachdem er gravierende Widersprüche in den Zeugenaussagen sowie fehlende Beweise festgestellt hatte. Beobachter werten das Urteil als bemerkenswert, da pakistanische Gerichte in Blasphemie-Fällen oft unter starkem gesellschaftlichem Druck stehen und daher Freisprüche selten sind. (Christen in Not 4/2026)
Für eine interreligiöse Tagung in Wien ist religiöse Vielfalt alternativlos. Damit diese religiöse Vielfalt aber ihr positives Potenzial entfalten kann, braucht es entsprechende rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen. Das war der Tenor einer internationalen und interreligiösen Tagung an der Universität Wien. Militärbischof Werner Freistetter erinnerte in seinem Impulsvortrag an den Besuch von Papst Franziskus 2024 in Indonesien, wo er gemeinsam mit muslimischen Würdenträgern für gegenseitige Wertschätzung und den gemeinsamen Einsatz für Frieden und Menschenrechte warb. Die evangelisch-lutherische Bischöfin Cornelia Richter zeigte sich in ihren Ausführungen „beeindruckt und dankbar für das außerordentlich gute ökumenische und interreligiöse Verständnis in Österreich, das in Europa wohl einzigartig ist“. Ümit Vural, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, betonte, dass religiöse Diversität kein Problem, sondern vielmehr eine Realität sei, mit der man entsprechend konstruktiv umgehen müsse. Dazu brauche es mehr als passive Toleranz. Als besondere interreligiöse Initiativen würdigte Vural u. a. die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/St. Pölten, den Campus der Religionen in Wien und den Wiener Religionsrat. Gerhard Weißgrab, Präsident der Buddhisten Österreichs sagte: Ein gelingender interreligiöser Dialog brauche eine profunde Kenntnis der eigenen Religion. Dazu komme die Bereitschaft, sich offen und profund mit der Religion des Dialogpartners auseinanderzusetzen und auch bestehen bleibende Unterschiede in Respekt anzuerkennen. Botschafter Heru Hartanto Subolo vom indonesischen Außenministerium hob für das gute Gedeihen einer religiös bunten Gesellschaft u. a. auch die Bedeutung der Bildung hervor. Die Konferenz war eingebettet in den bilateralen Dialog Österreichs mit Indonesien, der in den vergangenen Tagen in Graz stattfand. Von internationaler Seite nahmen an der Konferenz eine hochrangige indonesische Delegation sowie Vertreter des Internationalen Dialogzentrums KAICIID teil. Für den Vatikan war der Dialog-Experte P. Marcus Solo vom Dikasterium für den Interreligiösen Dialog nach Wien gekommen. (kap v. 29. 4.)