Papst Leo XIV. gibt mit einem neuen Grundgesetz den Laien mehr Verantwortung.
Michael Feth (Vatikan-Korrespondent in Rom) dazu im Interview: „Der Vatikan ist eine absolute Wahlmonarchie. Exekutive, Legislative und Judikative liegen letztlich in der Hand des Papstes. Deshalb kann er das Grundgesetz auch deutlich einfacher ändern als etwa in Deutschland. […] Bisher war eine Kardinalskommission für den Vatikanstaat verantwortlich. Sie ernannte den Präsidenten des Governatorats, also der vatikanischen Verwaltung. Künftig gehören dieser Kommission auch Laien an. Außerdem kann künftig auch der Präsident des Governatorats ein Laie sein. […] Ich denke, er [Papst Leo XIV] möchte Baustellen abschließen, die ihm sein Vorgänger Franziskus hinterlassen hat….“ (domradio.de v. 2. 8.)
Asiens römisch-katholische Bischöfe kritisieren den Klerikalismus. Er sei ein Hindernis für eine stärkere Beteiligung und gemeinsame Verantwortung aller Getauften. In ihrer Abschlusserklärung zur 12. Vollversammlung forderten sie eine „Kultur des Zuhörens, der gemeinsamen Unterscheidung und der dienenden Leitung". (www.p-udo-ja.at v. 2. 8.)
Der Mainzer Diözesanbischof wird Laienpredigten nicht sanktionieren. Wenn Bischof Peter Kohlgraf davon erfahre, „werde ich nicht disziplinarisch eingreifen oder das kirchenrechtlich sanktionieren", sagte er in einem Interview auf dem Portal katholisch.de. Er plädiere dafür, die kirchenrechtlich erlaubten Formen der Verkündigung zu nutzen: „Für unser Bistum ändert das Verbot für die Laienpredigt in der konkreten pastoralen Praxis nichts". Er würde es begrüßen, wenn der Vatikan nicht geweihten Menschen die Predigt erlaubte, zumindest im deutschsprachigen Raum, wo es in den 1970er Jahren schon einmal eine entsprechende Ausnahmeregelung gab: „Ich halte es mit Blick auf die pastoralen Mitarbeitenden, die theologisch zum Predigen qualifiziert sind, für einen Reichtum der Kirche." (domradio.de v. 11.8.)
Die Kirchenreformgruppe „Wir sind Kirche" fordert eine Laienbeteiligung für die Wahl des neuen Bischofs von Speyer. Die Initiative fordert Papst Leo XIV. auf, als Nachfolger des zurückgetretenen Bischofs Karl-Heinz Wiesemann einen reformorientierten Kandidaten zu ernennen und das Kirchenvolk an der Suche beteiligen zu lassen. „Wir sind Kirche" würdigte Wiesemann u. a. für seine Unterstützung sowohl für das Frauendiakonat als auch für die Aufhebung des Pflichtzölibats. Das Bistum Speyer müsse die unter seiner Leitung eingeführten synodalen Beratungs- und Entscheidungsgremien fortführen. Die Laienbewegung fordert eine grundlegende Reform der Bischofsernennungen: In einer synodalen Kirche müsse die Beteiligung des Kirchenvolkes Standard werden. „Wir sind Kirche" ist eine Vereinigung, die auf Veränderungen in der römisch-katholischen Kirche drängt. In mittlerweile rund 30 Ländern engagieren sich Mitglieder unter anderem für mehr Gleichberechtigung, eine neue Sexualmoral und eine stärkere Beteiligung von Laien. (domradio.de v. 21. 8.)