Die Muslimische Seelsorge Zürich zeigt sich dankbar für die christliche Unterstützung.
Am 18. November 2025 stimmte die Reformierte Kirche Zürich darüber ab, dass nicht anerkannte Glaubensgemeinschaften mit sechs Millionen Franken unterstützt werden sollen. Der mit Abstand grösste Anteil ging an die muslimische Seelsorge - ein Musterbeispiel interreligiöser Zusammenarbeit. Die muslimische Seelsorge im Kanton Zürich wurde 2017 vom Kanton und der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) gegründet, wobei die Landeskirchen, darunter die römisch-katholische Kirche, das Angebot von Beginn an mitfinanzierten. Der Verein „Qualitätssicherung der Muslimischen Seelsorge in öffentlichen Institutionen“ (QuaMS) leitet und koordiniert das Angebot. Angehende Seelsorger absolvieren spezielle Lehrgänge, die unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Zentrum für Islam und Gesellschaft (SZIG) an der Universität Freiburg durchgeführt werden. Rifa’at Lenzin, Präsidentin des Trägervereins, schrieb nach einem finanziell schwierigen Jahr 2025 in ihrem Grusswort: „Aufatmen konnten wir erst, als sowohl die römisch-katholische als auch die evangelisch-reformierte Synode […] der vorgesehenen Weitergabe von Staatsgeldern an QuaMS und VIOZ zustimmten“ Mit dieser Zustimmung habe die stetige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der reformierten und der römisch-katholischen Kirche im Kanton Zürich einen vorläufigen Höhepunkt erreicht, sagt sie. (kath.ch v. 1. 8.
Der Vatikan stärkt den christlich-konfuzianischen Dialog. Beim ersten offiziellen Dialog zwischen Vertretern des Christentums und des Konfuzianismus an der Sogang-Universität in Seoul haben die Teilnehmenden eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, wie das Online-Portal Vatican News berichtet. Die von Vertretern des Vatikans (Dikasterium für den Interreligiösen Dialog), der Koreanischen Bischofskonferenz sowie der Konfuzianischen Akademie Chinas und Koreas getragene Konferenz widmete sich dem Thema einer idealen Gesellschaftsordnung und des friedlichen Zusammenlebens. In dem Abschlussdokument sprechen sich die Teilnehmenden für eine dauerhafte Zusammenarbeit in Forschung, Bildung und konkreten Initiativen aus. Die Probleme der Gegenwart „erfordern ethische Weisheit, spirituelle Tiefe, Gemeinschaftssinn und ein erneuertes Engagement für die Würde jedes menschlichen Wesens und das Gemeinwohl." Trotz unterschiedlicher religiöser und philosophischer Grundlagen hoben die Delegierten zahlreiche gemeinsame Überzeugungen hervor, z. B die „gerechte“ Leitung gesellschaftlicher Institutionen durch Führungspersonen, „die in Integrität, Demut, Dienstbereitschaft und der Ausrichtung auf das Gemeinwohl verwurzelt ist." Der Konfuzianismus geht auf die Lehren des chinesischen Philosophen Konfuzius zurück und legt besonderen Wert auf moralische Selbstbildung, familiäre Verantwortung und harmonische gesellschaftliche Beziehungen. (vn v. 4. 8.; kap v. 7.8.)
Jordanien fördert die Taufstelle Jesu am Jordan mit 104 Millionen Euro. Im Mai lancierten Kirchenführer und der jordanische König Abdullah II. eine „Initiative 2030" zur Vorbereitung der 2.000-Jahr-Feiern der Taufe Jesu im Jordan. Die als Taufstelle „Al-Maghtas" verehrte Stätte soll nun weiter ausgebaut werden. Das Ziel sei es, Pilgern und Besuchern ein ganzheitliches Erlebnis zu bieten und gleichzeitig die Identität und Heiligkeit der Stätte zu wahren, erklärte der zuständige Kurator laut Bericht. Auf einer Fläche von 140 Hektar sollen neben der Taufstätte ein Taufmuseum, ein Pilger- und Besucherdorf und ein sogenannter grüner Korridor entstehen, um die Artenvielfalt zu schützen. Unter anderem sollen Naturwanderwege angelegt werden. Die Arbeiten sollen im ersten Quartal 2029 abgeschlossen sein. Im Juli hatte auch Israel Vorbereitungen zur Feier des zweitausendsten Jahrestags der Taufe Jesu angekündigt. (domradio.de v. 12.8.)
In Singapur wurde ein Attentäter auf einen Priester zu Stockhieben und Haft verurteilt. Der 38 Jahre alte Angeklagte hatte den Priester im November 2024 während eines Kindergottesdienstes attackiert und mit einem Messer schwer verletzt. Während der Verhandlung hatte er sich der schweren Körperverletzung für schuldig bekannt und wurde zu Stockhieben und Haft verurteilt. Der südostasiatische Stadtstaat erhöhte als Reaktion auf die Tat die Sicherheitsvorkehrungen für Gotteshäuser. (kap u. kna v 21. 8.)
Für einen muslimischen Philosophen beginnt die Friedensarbeit im Inneren. Im Gespräch mit Vatican News sagte der muslimische Philosoph Ghaleb Bencheikh, der Präsident der Stiftung „Islam de France“: „Es kann keinen gerechten, dauerhaften, ehrenhaften und wahrhaftigen Frieden zwischen den Völkern geben, wenn nicht […alle] eine echte Umkehr zu dem vollziehen, was wesentlich ist: die gewissenhafte Achtung des menschlichen Lebens und die Ausrichtung am Gebot der Liebe, der Güte und der Barmherzigkeit.“ Mit Blick auf das Attentat auf den französischen Pater Jacques Hamel vor zehn Jahren, betont er: „Der zehnte Jahrestag dieses abscheulichen Mordes bietet uns Franzosen und Muslimen in Frankreich die Gelegenheit, nachdrücklich zu erklären, dass wir solche Schandtaten entschieden ablehnen.“ Diese Abgrenzung müsse bei jedem selbst beginnen, im Inneren: „Da ich ein entschiedener Anhänger des biblischen Gleichnisses vom Balken und vom Splitter bin, gilt es, zunächst bei sich selbst – im eigenen Inneren – nach ethischen Versäumnissen zu suchen“. Den Papstbesuch im September in Frankreich sieht Ghaleb Bencheikh als Gelegenheit, um den interreligiösen Dialog „zu festigen. […] Die Aufgabe der religiösen Würdenträger, Hierarchen und Verantwortlichen besteht darin, zu betonen, dass Bildung der richtige Weg ist.“ Und über die Vielfalt der Religionen sagt er: „Entweder hat sich diese Vielfalt der göttlichen Allmacht und Allwissenheit entzogen – was ein ernstes theologisches Problem darstellt –, oder sie entspringt einem göttlichen Plan und der Absicht Gottes. […Es bedarf] Man muss anerkennen, dass man nicht der alleinige Hüter der absoluten Wahrheit oder der ultimativen Sicht auf die Wirklichkeit ist. Wir besitzen einen Teil davon, andere Mitglieder der menschlichen Gemeinschaft einen anderen. Sie haben das volle Recht zu glauben, dass ihr Weg zur Transzendenz der Beste ist…“ (vn v. 21. 8.)
Zum ersten Mal leitet eine Frau einen römisch-katholischen Wallfahrtsort in Algerien. Die Italienerin Anna Medeossi ist Architektin und gehört dem Stand der gottgeweihten Jungfrauen an. Seit 2017 war sie als Architektin an der Restaurierung des Wallfahrtsorts „Unsere Liebe Frau vom Heiligen Kreuz“ in Oran beteiligt. 2025 schuf Algiers Kardinal Jean-Paul Vesco das Amt eines Rektors des Wallfahrtsorts und berief Medeossi auf den Posten.Die malerisch auf einem Berg gelegene Kirche wird auch von Muslimen besucht. „Sie kommen zu Dutzenden, zu Hunderten, im Sommer und an Wochenenden“, berichtete die Rektorin im Gespräch mit Vatican News. „Und darum ist es wichtig, dass sie jemand dort empfängt, ihnen erklärt, was eine Kirche ist, und zeigt, dass wir Geschwister sind und gemeinsam in Frieden leben können.“(vn v. 26. 8.)
Der Wiener Bürgermeister setzt auf ein „Miteinander“ der Religionen. Im Interview mit der Wiener Kirchenzeitung „Der Sonntag" sagte Michael Ludwig: „Ich sehe mich nicht nur als religiösen Menschen, sondern ich bin ja auch Teil der katholischen Kirche und nutze meine Funktion als Wiener Bürgermeister auch, um alle Religionsgemeinschaften in Wien zu organisiren. Er verwies auf den von ihm eingerichteten Wiener Religionsrat. Er will, „dass wir eine Stadt des Friedens, des Miteinanders sind und wir über Religionsgrenzen hinweg zusammenarbeiten wollen". Das gelinge in Wien deutlich besser als in anderen Teilen der Welt. Der SPÖ-Bürgermeister zeigte sich zuversichtlich, die sehr gute Zusammenarbeit, die er mit Schönborn hatte, nun auch mit dem neuen Wiener Erzbischof Josef Grünwidl fortzusetzen. Und er sei "sehr zuversichtlich, dass gerade auch durch diese besondere Menschlichkeit, für die Erzbischof Josef Grünwidl steht, es gelingen wird, viele Menschen anzusprechen, sich im Rahmen der katholischen Kirche zu engagieren." (kap v. 27. 8.)