Funktionierende Ökumene in Schweden: Katholiken Stockholms übernehmen evangelische Kirche. Jetzt ist der Kauf des Gotteshauses durch die römisch-katholische Kirche von der evangelisch-lutherischen Kirche Schwedens perfekt ist. Der Dominikaner Pascal René Lung, der Generalvikar des Bistums Stockholm dazu: „Wir sind der Schwedischen Kirche wirklich sehr dankbar". Die Vorsitzenden des zuständigen evangelischen Pfarrgemeinderates nannten den Verkauf ein „Beispiel dafür, wie Vertrauen und Toleranz in einer polarisierten Welt aufgebaut werden können". Weil beide Kirchen über die Jahre hinweg gute Beziehungen zueinander aufgebaut haben sowie die Johanniskirche immerhin Platz für 900 Personen bietet, genießt die wachsende römisch-katholische Kirche hier schon seit 1978 evangelische Gastfreundschaft. Schon vor sechs Jahren boten die Verantwortlichen der Schwedischen Kirche Sankt Johannes zum Kauf an. Jetzt sollen die Katholiken die Kirche für null Euro und den Gemeindesaal für 500.000 Euro übernehmen. (domradio.de v. 1. 7.)
Der Linzer Bischof und „Pro-Oriente“ luden zu einem ökumenischen Empfang. Bischof Manfred Scheuer und Pro Oriente-Obmann Josef Pühringer konnten zum Empfang zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Römisch-katholischen, Evangelischen, Rumänisch-, Serbisch- und Griechisch-orthodoxe Kirche begrüßen, weiters aus der Altkatholischen und Methodistischen Kirche sowie aus der Ukrainisch-katholischen Kirche. „Ökumene macht jede Kirche für sich und alle Kirchen zusammen stärker", zeigte sich Pühringer überzeugt. Bischof Scheuer nahm auf das 1.700-Jahr-Jubiläum des Konzils von Nicäa (Nizäa) Bezug, bei dem das christliche Glaubensbekenntnis verbindlich grundgelegt wurde. Schließlich sprach der Bischof auch die Geschichte der Bauernkriege in Oberösterreich vor 400 Jahren an. Der evangelische Superintendent Gerold Lehner dazu: Gerade aus der Geschichte der Bauernkriege hätten die Römisch-katholische und Evangelische Kirche viele bittere Lektionen zu lernen, wenn es darum ging, mit Gewalt eigene Interessen durchzusetzen. Pro Oriente-Präsident Clemens Koja verwies u. a. auf die jüngste internationale ökumenische Nicäa-Konferenz in Rom, in deren Rahmen die Teilnehmenden auch von Papst Leo in Audienz empfangen wurden. Allen Beteiligten sei bewusst gewesen, dass es trotz aller Spannungen und Probleme auch eine neue Dynamik in der Ökumene gebe. Der Welser evangelische Pfarrer Roland Werneck brachte u.a. die ökumenischen Erfahrungen der regelmäßigen Friedensgebete in Wels, der Gefängnisseelsorge und des Religionsunterrichts ein. (kap v. 2. 7.)
Hunderte Teilnehmende am ökumenischen Friedensgebet in Wien nach dem Anschlag auf eine Kirche in Damaskus. Zu dem Gedenken hatte die Wiener antiochenisch-orthodoxe Gemeinde St. Petrus und Paulus geladen. Der Gottesdienst fand in der Augustinerkirche (1010 Wien) statt und im Anschluss daran zog man zum Stephansplatz. Der für Österreich zuständige Metropolit Isaak (Barakat) stand dem Gottesdienst vor. Gekommen waren u.a. der römisch-katholische Weihbischof Franz Scharl und der koptisch-orthodoxe Bischof Anba Gabriel. Neben orthodoxen Christen nahmen vor allem viele Christen der Syrisch-orthodoxen, Assyrischen, Koptischen, Melkitischen und Maronitischen Kirche teil. Metropolit Isaak sagte: Der Anschlag habe in der Mar-Elias-Kirche „eine betende Gemeinde in zerrissene Körper verwandelt, deren Blut die Ikonen und Heiligen bedeckte". Er dankte allen, „die diese Tat verurteilt haben.“ Isaaks Metropolie umfasst neben Deutschland und Österreich auch die Niederlande und Ungarn. Die Gemeinde St. Petrus und Paulus feiert ihre Gottesdienste derzeit in der Kapelle Armen Schulschwestern Unserer Lieben Frau in der Fünfhausgasse 25 (1150 Wien). Das Patriarchat von Antiochien mit Sitz in Damaskus ist eines der fünf altkirchlichen Patriarchate neben Rom, Konstantinopel, Alexandria und Jerusalem. Die Gläubigen des Patriarchats feiern die byzantinische Liturgie meist in arabischer Sprache. Sie leben vor allem in Syrien, im Libanon, aber auch in den USA, in Lateinamerika und in Westeuropa. (kap u. vn v. 3. 7.)
Ökumenisches Gedenken der Bauernkriege: Die Kirchen betonen Versöhnung. Vor 400 Jahren mussten 36 aufständische protestantische Bauern und Bürger aus Frankenburg um ihr Leben würfeln. Auf dieses Ereignis folgte im heutigen Oberösterreich der Bauernkrieg von 1626, der sich gegen die Gegenreformation richtete und tausende Opfer forderte. Für den Oberösterreichischen Superintendenten Gerold Lehner wirft das Gedenken an die Bauernkriege auch die Frage nach dem Widerstand in heutiger Gesellschaft auf. Der Linzer Bischof Manfred Scheuer betonte: Die Zeit der wechselseitigen Verwerfungen und Dämonisierungen zwischen den Kirchen sei vorbei. Ökumene bedeute heute, „einer trage des anderen Last". Zum umfangreichen Gedenken an den 400. Jahrestag des Bauernkriegs planen die Kirchen 2026 einige Schwerpunkte, „die zeigen, dass die Ökumene heute von den Themen Versöhnung, Einheit und dem Miteinander geprägt ist", erklärte Lehner. Bischof Scheuer sagte: Von römisch-katholischer Seite brauche es ein „Eingeständnis von Schuld, auch wenn Akteure damals oft politische Herren waren und sich der Kirche bedient haben". (kap v. 5. 7.)
Ein Ökumene-Preis geht an eine brandenburgische Dorf-Initiative. Den Ökumene-Preis der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) erhält in diesem Jahr eine Initiative aus dem brandenburgischen Dorf Kossin aus der Gemeinde Niederer Fläming mit nur 34 Einwohnerinnen und Einwohnern. Zu verschiedenen Anlässen versammelten sich bis zu dreimal so viele Menschen, wie der Ort Einwohner hat, zum Dialog mit Kerzen und Live-Musik. Die Jury für den Preis habe beeindruckt, wie ein verbindender Ort des Glaubens, des Dialogs und der Hoffnung entstanden ist. (domradio.de v. 9. 7.)
Drei Pfarrer dreier Kirchen prangern die wiederholten Gewalttaten gegen die christliche Bevölkerung an. Die Gewalt jüdischer Siedler in Palästina hat nun auch die Bewohner von Taibeh getroffen – dem einzigen vollständig christlichen Dorf in Palästina. Taibeh ist das biblische Ephraim (Joh 11,54), wohin sich Jesus nach der Auferweckung des Lazarus zurückzog. Im Dorf gibt es drei Kirchen: eine lateinische, eine griechisch-orthodoxe und eine melkitische. Die drei zuständigen Pfarrer – Bashar Fawadleh, Jack Nobel Abed und Daoud Khoury – haben nun sich angesichts der sich verschärfenden Lage zu einem dringenden Appell durchgerungen: die israelischen Behörden sollen weitere Übergriffe durch die Siedler verhindern, die bisher größtenteils unter den Augen untätiger israelischer Soldaten stattfanden. Die Geistlichen fordern die internationale und kirchliche Gemeinschaft auf, Delegationen vor Ort zu entsenden, um die angerichteten Schäden und die sich ständig verschlechternde Lage zu dokumentieren. (vn v. 10. 7.)
Nach Papst Leo XIV. sollen Rom und Konstantinopel „nicht um Vorrang wetteifern“. Damit bestärkte er eine Pilgergruppe aus orthodoxen und römisch-katholischen Gläubigen aus den USA in ihrer gemeinsamen Suche nach Einheit: „Rom, Konstantinopel und alle anderen Bischofssitze sind nicht dazu berufen, um den Vorrang zu wetteifern“, erklärte er bei der Audienz. Andernfalls ähnelten beide Seiten den Jüngern, die „selbst dann, als Jesus sein bevorstehendes Leiden ankündigte, darüber stritten, wer von ihnen der Größte sei“. Die Pilgergruppe, hochrangig angeführt vom Erzbischof von Newark Kardinal Joseph William Tobin und Metropolit Elpidophoros, dem orthodoxen Erzbischof von Amerika, besucht zunächst Rom und danach Istanbul. Der Papst bat die Pilgergruppe, „seine Grüße und seine Umarmung” dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios zu überbringen. Er hoffe, die Pilger „in einigen Monaten” in der Türkei wiederzusehen, wo er an der ökumenischen Feier zum Gedenken an 1700 Jahre des Konzils von Nizäa teilzunehmen wünsche. Er würdigte die bisher erzielten Fortschritte der ökumenischen Bewegung und nannte als bedeutenden Schritt die Begegnung zwischen seinem Vorgänger Paul VI. und Patriarch Athenagoras 1965 in Jerusalem, bei der beide die gegenseitige Exkommunikation nach der Kirchenspaltung von 1054 aufhoben. (vn v. 17. 7.)
Nach dem Granateneinschlag in die einzige römisch-katholische Kirche in Gaza sind der Lateinische Patriarch von Jerusalem und sein griechisch-orthodoxer Amtsbruder in den Gazastreifen gereist. Kardinal Pierbattista Pizzaballa und Patriarch Theophilos III. wollten vor Ort einheimische Christen treffen und sich persönlich ein Bild der humanitären und pastoralen Bedürfnisse der Gemeinde machen, heißt es in einer Mitteilung. Auch die in der Nähe gelegene griechisch-orthodoxe St. Porphyrios-Kirche haben die beiden Patriarchen besucht, ebenso das christliche Krankenhaus Al-Ahli. Palästinenser-Präsident Mahmut Abbas telefonierte mit Pizzaballa. Mit den Worten „Eure Kirche ist auch unsere Kirche" verurteilte er den Beschuss der Kirche und sicherte der christlichen Minderheit sein Beileid und seine Solidarität zu. Die israelische Granate tötete drei Menschen, zehn weitere wurden teils schwer verletzt. Israels Armee erklärte, dass Fragmente einer Granate „versehentlich die Kirche getroffen haben". (domradio.de v. 19. 7.)
Der erste Anglikaner an der Spitze der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland setzt sich für die Einheit der Christen ein. Reverend Christopher Easthill ist u. a. Pfarrer der anglikanischen Church of St. Augustine in Canterbury, lebt auch in Wiesbaden und spricht perfekt Deutsch. Über seine Anglikaner sagt er: „Wir sind ein bisschen ein Zwitterwesen. Ein Kind der Reformation, wenn auch etwas später als auf dem Kontinent, hier in Deutschland. Gleichzeitig haben wir viele Elemente der Liturgie bewahrt und auch die kirchliche Struktur übernommen, wie sie aus der katholischen Tradition bekannt ist, mit Bistümern, Bischöfen, Priestern, Diakonen und vielem mehr“. Seit vier Monaten ist er Vorsitzender der ACKD. Zwar unterscheiden sich die 25 Mitgliedskirchen in ihrer Struktur, ihrer Liturgie und der Gestaltung ihrer Gottesdienste, doch der Fokus liegt auf dem Gemeinsamen: „Was eint uns? Was können wir miteinander bewegen?“ sagt er. Gerade wenn Christinnen und Christen aus unterschiedlichen Traditionen an einem Strang ziehen würden, gewinne ihr Engagement an Überzeugungskraft. Wichtig sei, dass die Kirchen miteinander in Verbindung bleiben und jede Kirche selber die Verbindung zu Jesus halte. Er hoffe, dass man eines Tages ein gemeinsames Abendmahl hinbekomme. (domradio.de v. 24. 7.)
Ökumenischer Gottesdienst zum Gedenken an Frankenburger Würfelspiel von 400 Jahren. Unter dem Motto „Gerechtigkeit und Frieden - Erinnern, Mahnen, Hoffen" stand ein ökumenischer Gottesdienst in Frankenburg. Dem Gottesdienst standen u.a. Bischof Manfred Scheuer und der evangelische Superintendent Gerold Lehner sowie die frühere evangelische Oberkirchenrätin Hannelore Reiner vor. Das seit 100 Jahren aufgeführte „Frankenburger Würfelspiel" erinnert an das Blutgericht vom Haushamerfeld, als im Jahr 1625 aufständische evangelische Bauern auf Befehl des römisch-katholischen Statthalters Adam Graf von Herberstorff um ihr Leben würfeln mussten. 16 Verlierer und eine weitere Person wurden gehängt. 1626 brach der oberösterreichische Bauernkrieg aus. Der Blick in die Geschichte der Reformation bzw. Gegenreformation in Österreich sei für Katholiken beschämend, so Bischof Scheuer. Es sei eine Geschichte von Kriegen, von Vertreibung, Intoleranz, Verletzung und Ausgrenzung. Er wolle zugleich für den Glauben der evangelischen Christen im Land danken: „Ich danke für die ermöglichte Versöhnung und für das Miteinander der Konfessionen." Superintendent Lehner sagte in seiner Predigt: Beide Seiten - Evangelische und Katholiken – nutzten damals „dort wo sie Macht hatten, diese Macht, um jeweils ihren Glauben durchzusetzen." Das „Frankenburger Würfelspiel" wurde vom oberösterreichischen Schriftsteller Karl Itzinger verfasst. Seit 1999 gibt es zusätzlich einen ökumenischen Gedenkgottesdienst. Seit 2019 hört das Stück nicht mehr mit dem Tod der Bauern auf, sondern beleuchtet auch die Zeit danach, als viele Bauern, die ihren evangelischen Glauben nicht aufgeben wollten, die Heimat verließen. (kap v. 28. 7.)