Die Interreligiöse Konferenz in Japan wurde erfolgreich abgeschlossen. Die in Tokio abgehaltene interreligiöse Konferenz „Religions for Peace” (RfP) brachte Vertreter verschiedener Religionen im Streben um Verständnis und Versöhnung zusammen: Christen, Verantwortliche des Islams, des Buddhismus, Hinduismus, Judentums, Konfuzianismus, Shintoismus, Sikhismus, Taoismus und traditioneller Religionen. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Situation in der Ukraine, dem Gazastreifen und in Myanmar gewidmet. Ein zentrales Anliegen bestand darin, einen interreligiösen Dialog zu fördern, der in den Grundwerten jeder Tradition verwurzelt ist. Schließlich sei nur auf dieser Basis eine fruchtbare Zusammenarbeit für Frieden und zur Bewältigung globaler Herausforderungen möglich. RfP wurde 1970 in Kyoto gegründet und engagiert sich in mehr als 90 Ländern für Konfliktlösung, humanitäre Hilfe und andere Aktivitäten zum Friedensaufbau durch Dialog und Zusammenarbeit zwischen den Religionen auf allen Kontinenten. (vn v. 4. 7.)
Die einzige Frau und einzige Christin in der syrischen Übergangsregierung sieht Vielfalt als Chance. Sie traue der von den Islamisten geführten Regierung zu, das Land nach dem Krieg in eine gute Zukunft zu führen, sagte Hind Kabawat dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel". Das Christentum habe ihr geholfen, andere Religionen zu verstehen und zu lieben. Das gelte auch für andere Religionen: „Ein echter Muslim muss andere lieben - denn so ist die Religion nun einmal. […] Wir haben eine gemeinsame Vision für eine bessere Zukunft, also lassen wir die Ideologie beiseite. Am Verhandlungstisch denken wir über die Vorteile unserer unterschiedlichen Überzeugungen nach und geben Syrien den Vorrang". Die Ministerin für Soziales und Arbeit in Syriens Übergangsregierung unter der Führung des Islamisten Ahmed al-Sharaa beschreibt Syrien als „Land wie ein Mosaik": „Wir haben eine rund 2.000-jährige Geschichte mit verschiedenen Religionen und ethnischen Gruppen im Land. Das müssen wir als Chance begreifen." Diese Vielfalt „ist etwas, auf das wir stolz sein können". In einem geeinten Syrien sollten diese Unterschiede zelebriert werden. Dafür sei Inklusion der Schlüssel. Jeder solle seine eigene Sprache sprechen. Die ehemalige Direktorin für Interreligiöse Friedenskonsolidierung an der George Mason University in Fairfax/USA war wenige Tage nach Assads Sturz aus dem Exil nach Syrien zurückgekehrt. Darüber, dass sie die einzige Frau in der Regierung ist, sei sie nicht glücklich. „Ich versuche, mehr Frauen an den Entscheidungsprozessen zu beteiligen." (kap u. kna u. vn v. 5. 7.)
Muslime feiern mit Christen ein Marienfest auf der indonesischen Insel Flores. Die interreligiöse Eröffnungsprozession am traditionsreichen Marienfest „Golo Koe“ mit einer Marienstatue fand am 9. Juli in der Pfarre St. Martin in Bari statt, wie das asiatische Nachrichtenportal „Uca News" berichtete. Begleitet wurde das Fest von traditionellen Tänzen, Liedern und Ritualen der Manggarai-Kultur. Muslimische Dorfbewohner nahmen in traditioneller Kleidung an der Prozession teil, schmückten die Straßen mit Bambus und setzten damit ein Zeichen interreligiöser Solidarität. „Ihre Beteiligung spiegelt den inklusiven Geist dieses Festes wider", sagte Bischof Maksimus Regus laut dem römisch-katholischen Nachrichtendienst RVA. Maria sei ein „Modell der Einheit und Gegenwart" und erinnere daran, „dass Gott mit uns geht". Die Prozession stehe auch im Zeichen des synodalen Weges der Kirche. Neben religiösen Würdenträgern nahmen auch Vertreter der lokalen Regierung teil. Der Höhepunkt des Festes ist eine Abschlussprozession am 14. August von Waterfront City zum Golo-Koe-Hügel. (kap u. vn v. 12. 7.)
Ein Münsteraner Islamtheologe ruft Muslime auf, ihre jüdischen Wurzeln neu zu entdecken. Mouhanad Khorchide, der Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Münster, meinte, es benötige dringend eine pro-jüdische Lesart des Korans, so der Autor des Buches „Ohne Judentum kein Islam". Lese man den Koran in chronologischer Reihenfolge, stelle man schnell fest, dass Mohammed sich intensiv auf jüdische Erzählungen und auf Mose selbst berief, um seine eigene prophetische Mission zu legitimieren. „Es wundert daher nicht, dass Mose die im Koran am häufigsten erwähnte Figur ist." Außerdem hätten Muslime über viele Jahre hinweg in Richtung Jerusalem gebetet und sich auch jüdische Speisevorschriften angeeignet. Der Islam werde heute in vielen muslimischen Kreisen oft antijüdisch gelesen. „In Moscheepredigten wird oft nicht klar zwischen der Politik der israelischen Regierung und dem Judentum unterschieden." Zudem sei der sogenannte religiös begründete Exklusivismus in der islamischen Theologie weitverbreitet: Es werde vermittelt, der Islam sei die einzig wahre Religion, während Christentum und Judentum als überholt oder falsch gelten. Dem gelte es, entschieden entgegenzuwirken. Doch das allein genüge nicht, es brauche aktiv pro-jüdische islamische Gegennarrative. Zudem sei das Problem nicht nur religiöser Natur: „Solange der Nahostkonflikt ungelöst bleibt, wird er weiterhin ein fruchtbarer Boden für islamisch legitimierten Antisemitismus sein", sagte Khorchide. (domradio.de v. 13. 7.)
Anlässlich 80 Jahre Atombombentests fordern Religionsvertreter eine weltweite Abrüstung. Bei einem interreligiösen Gedenken in Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico wurde zur weltweiten Abschaffung von Atomwaffen aufgerufen. Anlass war der 80. Jahrestag des ersten Atombombentests der Geschichte, der am 16. Juli 1945 in der Wüste von New Mexico durchgeführt wurde. Ira Helfand von der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN), Trägerin des Friedensnobelpreises 2017, warnte vor den heutigen nuklearen Bedrohungsszenarien. Die Sprengkraft moderner Waffen sei ein Vielfaches jener, die 1945 über Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden. Zu den weiteren Rednern gehörten Vertreterinnen und Vertreter der buddhistischen Friedensbewegung Soka Gakkai International, der Studierendeninitiative „Students for Nuclear Disarmament" sowie von „Nuclear Watch New Mexico". Die Veranstaltung endete mit einem gemeinsamen Gebet für Frieden und Gerechtigkeit. (kap v.15. 7.)
Kirchenführer und Diplomaten besuchen das von radikalen Juden attackierte Palästinenserdorf Taibeh. Taibeh und seine Christen dürfen nicht der Gewalt extremistischer jüdischer Siedler zum Opfer fallen – mit diesem Aufruf versammelten sich Kirchenführer von sechs christlichen Konfessionen, Diplomaten aus 20 Ländern und lokaler Klerus im letzten rein christlichen Dorf des Westjordanlandes. Der Lateinische und der griechisch-orthodoxe Patriarch, Kardinal Pierbattista Pizzaballa und Theophilos III., armenische, melkitische, lutherische Bischöfe und Erzbischöfe sowie Vertreter der Anglikaner und der Kustodie des Franziskanerordens waren gekommen, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Zweimal war Taibeh in der vergangenen Woche angegriffen worden. Die Schwere des täglichen Siedlerterrors und ihre systematischen Angriffe auf Dutzende Dörfer, Städte und Lager in den besetzten Gebieten erforderten eine sofortige entschlossene internationale Haltung, forderte Jordaniens König Abdallah II. in seiner von Patriarch Theophilos II. verlesenen Botschaft. Die konkreten Forderungen: ein Ende der Angriffe, eine Strafverfolgung der Täter, ein Rückbau der illegalen Siedlungsposten auf palästinensischem Land und garantierter Zugang zu den Ländereien der Dorfbewohner. (kna v. 15. 7.)
In Pakistan hat ein Gericht die Regierung aufgefordert, einen Missbrauch der Blasphemie-Gesetze zu überprüfen. Die Regierung müsse bis Mitte August eine Kommission einrichten und innerhalb von vier Monaten einen Bericht erarbeiten, berichtete der asiatische Pressedienst Ucanews. Pakistans Blasphemiegesetze stammen größtenteils aus der Zeit der britischen Kolonialherrschaft, wurden aber während der Diktatur von General Mohammed Zia-ul-Haq (1977-1988) verschärft. Unter anderem stellen sie die Verleumdung des Islams und des Propheten Mohammed unter Strafe, bis zur Todesstrafe. Im vergangenen Monat hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch eine Studie veröffentlicht, wonach die Blasphemiegesetze für Erpressung und Landraub eingesetzt werden. Mit seiner Anordnung gab das Oberste Gericht von Islamabad einer Petition statt, die im September 2024 von 101 Familien eingereicht wurde. (ucanews u. vn u. domradio.de v. 17. 7.)
Ein australischer Erzbischof verteidigt eine Schiiten-Prozession in Canberra. Dabei geht es um eine Prozession der Schiiten Anfang Juli, wobei es zu einem Angriff auf die Kathedrale gekommen sein soll. „Die Prozession wurde von manchen als Angriff auf Christen und insbesondere auf die Kathedrale St. Patrick dargestellt. Das ist schlichtweg falsch", zitierte das Nachrichtenportal CathNews Erzbischof Peter Comensoli. Die Prozession sei eine friedliche Veranstaltung gewesen, die seit über einem Jahrzehnt jährlich stattfinde und von der Kirche unterstützt werde. „Wie alle Kirchen im Bundesstaat Victoria hat auch die islamische Gemeinschaft das Recht auf Religionsfreiheit. Als Katholiken erwarten wir nichts Geringeres." (kap u. kna u. vn v. 25. 7.)
Eine Übereinkunft mit Aserbaidschan zur Förderung des interreligiösen Dialoges wurde im Vatikan besiegelt: Das am 28. Juli 2025 unterzeichnete Abkommen – mit dem Staatlichen Komitee der Republik Aserbaidschan für die Zusammenarbeit mit religiösen Einrichtungen – sei „ein direktes Ergebnis gestärkter Beziehungen" zwischen dem Vatikan und der islamisch geprägten Kaukasusrepublik, erläuterte bei der Unterzeichnung Kardinal George Jacob Koovakad, der neue Präfekt des Dikasteriums für den interreligiösen Dialog: „Der in unserem interreligiösen Dialog erzielte Konsens ist ein klares Zeichen für unseren gemeinsamen Wunsch, weiterhin gemeinsam für die ganzheitliche Bildung jedes Menschen als Gläubiger und Bürger zu arbeiten“. Das „Memorandum of Understanding“ werde die Zusammenarbeit im Bereich des interreligiösen Dialogs „sicherlich voranbringen“. Koovakad dankte dem Präsidenten Aserbaidschans, Ilham Aliyev, und dem Vorsitzenden des Staatlichen Komitees für die Angelegenheiten religiöser Vereinigungen, Ramin Mammadov, für die Genehmigung und Unterstützung des Abkommens. Schon 2011 hatten der Heilige Stuhl und die Republik Aserbaidschan ein bilaterales Abkommen zum rechtlichen Status der römisch-katholischen Kirche in Aserbaidschan unterzeichnet. Dieses zeuge von „Respekt“ gegenüber der christlichen Minderheit und sei „ein wertvolles Instrument zur Förderung des Grundsatzes der Religionsfreiheit, der in der Verfassung der Republik Aserbaidschan verankert ist“, lobte Kardinal Koovakad. Papst Franziskus habe darauf während seines Pontifikates hingewirkt. Koovakad, erinnerte an das Dialogdokument von Abu Dhabi von 2019 („Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen“). Papst Franziskus und Al Tayyeb, der Großimam der ägyptischen Al Azhar-Universität, hatten den vatikanisch-islamischen Dialog auf Grundlage von Respekt und Gewissensfreiheit gestärkt und konkretisiert. Koovakad dankte auch Scheich ul-Islam Allahshukur Pashazade, denVorsitzenden des Kaukasischen Muslimrats, für seine Unterstützung des Baus der neuen römisch-katholischen Kirche in Baku nach der Zerstörung der alten in den 1930er Jahren. (vn v. 28. 7.)
Neuerlicher Angriff radikaler Juden auf Taibeh: Die Kirchen fordern Schutz und Strafverfolgung. Die Kirchen in Jerusalem fordern angesichts der neuerlichen Gewalt gegen das christlich-palästinensische Dorf Taibeh im von Israel besetzten Westjordanland einen wirksamen Schutz sowie die Strafverfolgung der Täter. „Wir sind zutiefst beunruhigt über das vorherrschende Klima der Straflosigkeit, das die Rechtsstaatlichkeit untergräbt und das friedliche Zusammenleben im Land der Auferstehung gefährdet", heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Patriarchen und Kirchenführer. Der jüngste Gewaltakt gegen Taibeh, bei dem mehrere Autos angezündet sowie Hassgraffiti angebracht wurden, sei ein „eindeutiger Akt der Einschüchterung […und] Teil einer alarmierenden Serie von Gewalttaten von Siedlern gegen Gemeinden im Westjordanland", so die Kirchenführer. (kna u. kap v. 29. 7.)
In Istanbul hat sich der „Weltrat Religionen für Frieden" getroffen. Der Rat tagte mit mehr als 60 führenden Vertretern aus zahlreichen Religionen. Herausgekommen ist ein fünfseitiges „Rahmenwerk für gemeinsames heiliges Erblühen". „Es geht nicht darum, eine neue religiöse Bewegung zu schaffen", erklärt der Co-Moderator im Weltrat, Emmanuel, Metropolit von Chalcedon. Den Autoren geht es vor allem um das Wort „heilig". Damit verbunden ist eine Kritik am materiellen Zeitgeist, den der Weltrat als Produkt der Ausrichtung der vergangenen Jahrhunderte beklagt. Das, was „heilig" ist, kann von Religion zu Religion etwas ganz anderes meinen. Dahinter verbirgt sich ein radikaler Perspektivwechsel. Laut dem Abschlussdokument ist Respekt für religiöse Vielfalt die erste Herausforderung auf dem Weg zu einer „geteilten heiligen Weltanschauung". In den Krisen- und Kriegsländern versucht der Weltrat, religiöse Führungspersonen zusammenzubringen. Aus den Dialogen könnten gemeinsame Vermittlungsbemühungen entstehen, um politische Kriege und Krisen zu beenden. (domradio.de v. 31. 7.)