Die Lazaristenkirche in Wien-Neubau wurde an die Koptische Kirche übergeben. Der Orden behält Räumlichkeiten in der Kaiserstraße, in denen auch künftig der Sitz des Provinzialats sein wird. Die neugotische Kirche wurde als Ordenskirche für die 1853 nach Österreich berufenen Lazaristen erbaut. Im Jahr 1939 wurde sie zur Pfarrkirche erhoben. Dies ist bereits die vierte Kirchenübergabe an die Kopten in Wien. Der koptische Bischof Anba Gabriel dankte im Namen seiner Gläubigen für die Übergabe der Kirche. Der Geistliche P. Daniel versicherte: „Wir glauben an denselben Herrn Jesus Christus. Wir lesen dieselbe Heilige Schrift. Wir verehren unser aller Mutter, die Jungfrau Maria als Gottesgebärerin und ehren viele der gleichen Heiligen. Uns verbindet weit mehr, als uns trennt.“ In Österreich gibt es rund 12.000 Kopten, die meisten davon im Großraum Wien. Gemeinden gibt es unter anderem auch in Graz, Bruck an der Mur, Klagenfurt und Linz. Das Antonius-Kloster in Obersiebenbrunn im Marchfeld ist das jurisdiktionelle und spirituelle Zentrum und der Sitz des Bischofs Anba Gabriel. (kap v. 8. 7.)
Eine Delegation des Ökumenischen Rates der Kirchen trifft den „Ukrainischen Rat der Kirchen“. Der ukrainisch-katholische Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk dankte der ÖRK-Delegation für ihre Unterstützung und Gebete im Krieg gegen Russland. Er schlug die Aufnahme der Orthodoxen Kirche der Ukraine als neues ÖRK-Mitglied vor. Dies würde die dauerhafte Präsenz der ukrainischen Stimme in der ökumenischen Gemeinschaft gewährleisten. Ein Hoffnungszeichen sei die Zusammenarbeit der Kirchen in der Ukraine: „Ich würde sie existenzielle Ökumene nennen. Nicht theoretisch, sondern sehr praktisch. Wir erleben gemeinsam dieselben existenziellen Herausforderungen". Die Ukraine beging am 15. Juli, den „Tag der ukrainischen Staatlichkeit" und feierte zugleich den Jahrestag der „Taufe der Kiewer Rus" von 988. (kap v. 16. 7.)
Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler wurde in Istanbul vom Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. in Audienz empfangen. Der Patriarch hob bei der Begegnung in seinem Amtssitz Phanar die guten persönlichen Beziehungen zu Papst Leo XIV. und dessen Vorgänger Papst Franziskus hervor. Nicht nur im bilateralen Dialog mit der römisch-katholischen Kirche, sondern auch im Rahmen des Weltkirchenrates werde das Patriarchat von Konstantinopel in seinen ökumenischen Anstrengungen nicht nachlassen. Zum Dialog mit dem Islam gebe es keine Alternative. Bei einem Festgottesdienst in Istanbul übte er einmal mehr heftige Kritik am russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill. Dass der Moskauer Patriarch den Krieg Russlands gegen die Ukraine als „Heiligen Krieg" bezeichnet und Soldaten, die gegen „ihre ukrainischen Brüder" kämpften, ewiges Leben verspricht, sei unerträglich, so Bartholomaios. Für Ende Oktober hat Papst Leo ihn zum interreligiösen Friedensgebetes nach Assisi geladen. (kap v. 28. 7.)