Der Vatikan bekommt erstmals eine Kommunikationschefin. Papst Leo XIV. ernannte die Mexikanerin Maria Montserrat Alvarado zur Präfektin des Dikasteriums für die Kommunikation, in der neben der Presseabteilung die Marken Vatican News, Radio Vaticana und Osservatore Romano angesiedelt sind. Alvarado ist ab 1. November nun die erste Laiin und zweite Frau, die ein vatikanisches Dikasterium leitet. [Die italienische Ordensschwester Simona Brambilla wurde Anfang 2025 von Papst Franziskus (2013-2025) zur Präfektin des Dikasteriums für die weltweiten Ordensangelegenheiten ernannt.] Frau Alvarado könne es kaum erwarten, „die wichtige Arbeit der Stärkung des Dikasteriums […] weiter zu führen, damit es weiterhin der Kirche in Rom und überall zu Dienst dabei sein kann, Jesus der Welt zu kommunizieren". Alvarado wurde in Mexiko-Stadt geboren und ist auch US-Staatsbürgerin. (kap u. vn v. 2. 6.)
Eine australische Kirchenexpertin fordert eine stärkere Beteiligung von Laien an Entscheidungsprozessen. Dabei bleibe jedoch klar, dass in jeder Diözese letztlich der Bischof die Entscheidung treffe, sagte Susan Pascoe in einem Interview mit Vatican News am Rande eines Symposiums über „Inklusive Kirchenleitung in der Synodalkirche" in Rom. Sie sagte bei der Tagung am Zentrum der „Australian Catholic University" in Rom, dass verschiedene Formen gemeinsamer Beratung und Mitverantwortung möglich seien. Internationale Fachleute aus Theologie, Kirchenrecht und pastoraler Praxis diskutierten Modelle, in denen Laien Verantwortung und Mitbestimmung in Bereichen wie Bildung, Gesundheitswesen, Altenpflege und Sozialwesen übernehmen. Pascoe erinnerte, dass die „aktive und umfassende" Beteiligung aller Getauften zu den zentralen Themen der Weltsynode gehört habe. (kap v. 9. 6.)
Für Pater Anselm Grün gibt es keine theologischen Gründe gegen das Frauenpriestertum. Auch gegen die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare spräche theologisch nichts, sagte der Benediktinerpater in einem Interview der Zeitung „Welt". Mit der Ablehnung der Segnung Homosexueller nehme der Papst Rücksicht auf die Kirche in Afrika. Und: „Die Ostkirchen würden sich sofort abspalten, wenn wir Frauen zum Priestertum zulassen würden." Als Lösung schlägt er vor, die Weltkirche stärker zu regionalisieren. „Wir müssen lernen, mit verschiedenen Theologien in den unterschiedlichen Kulturen umzugehen.“ (kap v. 10. 6.)
Der sogenannte „dialogisch-konfessionelle" Religionsunterricht bewährt sich. Sechs christliche Kirchen (römisch-katholisch, evangelisch, orthodox, altkatholisch, freikirchlich, neuapostolisch) haben sich darauf geeinigt, dass sie, wenn es die Klassensituation nahelegt, den Religionsunterricht an eine andere Kirche „delegieren" können. Andrea Pinz, die Leiterin des Wiener Schulamts erläutert: „Man einigt sich zum Beispiel, dass die römisch-katholische Religionslehrerin römisch-katholische und orthodoxe Kinder gemeinsam unterrichtet. Die zweite Konfession muss allerdings authentisch vorkommen." Die Lehrerin müsse aber beide Lehrpläne beachten. „Es entsteht ein Unterricht, der ein Einüben von Achtung und Respekt vor anderen religiösen Traditionen ist. Es geht einerseits um ein vertieftes Bewusstsein der eigenen Konfession, aber auch um das Trainieren eines Perspektivenwechsels." Mehr als 160 Schulklassen in Wien setzten dieses Modell bereits um. „Das Projekt genießt hohe Anerkennung in den Schulen, bei den Eltern, bei den Direktionen. Aus dem islamischen Religionsunterricht berichtete Schulamtsleiterin Carla Amina Baghajati von einer ähnlichen Erfahrung. Denn innerhalb des Islam gibt es eine Vielfalt von Traditionen. Wo aber Parallelen erkennbar sind, können Kinder. (kap v. 18. 6.)
Für eine Dogmatikerin ignoriert der Vatikan den theologischen Erkenntnisfortschritt. Die Bochumer Theologin Gunda Werner reagierte auf den Vorwurf von Kardinal Walter Kasper, die deutschsprachige Theologie sei in weiten Teilen „christologie-vergessen“: „Wenn Kirche ein Sakrament der Gegenwart Gottes bei den Menschen sein soll, wie ‚Lumen gentium' formuliert, und das christologisch begründet wird, dann stehe ich als Dogmatikerin einigermaßen ratlos davor, wenn Christologie und Ekklesiologie als Gegensatzpaar aufgebaut werden", sagte sie dem kirchlichen Internetportal „katholisch.de" „Eine völlig abstrakte Christologie zu erforschen, ist schwierig." Werner verband ihre Verteidigung des deutschen „Synodalen Wegs“ mit Kritik an der Rezeption theologischer Erkenntnisse im Vatikan: Es gebe eine „Spannung zwischen der intellektuellen und akademischen Komplexität der Theologie und dem, was die amtliche Lehrverkündigung daraus macht - oder nicht macht". Die akademische Theologie verbinde Argumentationsmöglichkeiten und Denkformen, die manchmal weit über die Kirchenväter hinausgehe und gegenwärtige Erkenntnisse aufnehme. Auf der anderen Seite gebe es die römischen Dokumente, „die dem gegenüber intellektuell abfallen und sich im Wesentlichen selbst zitieren“. […Die römischen Verfasser sollten] sich endlich auf das Niveau einer akademischen Theologie […] begeben." Als Beispiel nannte sie die Enzyklika „Laudato si" von Papst Franziskus: Nach einer sorgfältigen Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen beginne ein theologischer Teil der „einen enormen Absturz in der akademischen Dichte" aufweise. „Der theologische Erkenntnisfortschritt wird einfach nicht zur Kenntnis genommen". Vieles, was aus Rom verlaute, sei historisch, exegetisch, dogmatisch, philosophisch nicht haltbar. (kap u. kna v. 22. 6.)
Die Deutsche Bischofskonferenz setzt eine Kommission für die Frauenfrage ein. Das steht in einem aktuellen Schreiben von Beate Gilles, der Generalsekretärin der DBK. Mit der Einrichtung der Kommission „Frauen in sakramentalen Ämtern in einer weltweiten Perspektive" werde ein Beschluss des deutschen Reformprojekts „Synodaler Weg“ umgesetzt. Dieser forderte die deutschen Bischöfe auf, sich auf gesamtkirchlicher Ebene weiterhin für die Zulassung von Frauen zum sakramentalen Diakonat einzusetzen. Das Gremium soll laut Gilles zu dem Ort werden, an dem das Anliegen, Frauen in sakramentale Ämter zu bringen, von Bischofskonferenz und Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gemeinsam beraten werden kann. Dabei gehe es vor allem um weltkirchliche Vernetzung. ZdK und Bischofskonferenz entsenden je fünf Personen. (kap v. 30. 6.)
Papst Leo XIV. ernennt eine Ordensfrau zur Behördenleiterin im Vatikan. Die Don-Bosco-Schwester und Ökonomin Alessandra Smerilli (51) wird Chefin der vatikanischen Entwicklungsbehörde. Bereits seit 2022 ist Smerilli Vizechefin des „Dikasteriums für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen". Sie befasst sich mit Umweltschutz, Migration und humanitären Notsituationen. Als Pro-Präfekten steht ihr Kardinal Fabio Baggio (61) zur Seite. Smerilli, die als Professorin Wirtschaftswissenschaften lehrt, ist mit ihrer neuen Ernennung die dritte Präfektin im Vatikan. Die italienische Ordensschwester Simona Brambilla (61) wurde Anfang 2025 zur Leiterin des Ordensdikasteriums ernannt, ebenfalls mit einem Pro-Präfekten an ihrer Seite. Die US-Amerikanerin Maria Montserrat Alvarado (39) wird ab November als Laiin die Kommunikationsbehörde des Vatikans leiten. (kap u. vn v. 30. 6.)